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Was versteht man unter "Nachhaltiger BioProduktion"?
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| Die Forderung
einer nachhaltigen Entwicklung (sustainable development) wurde 1987 erstmals
im sog. Brundlandt-Bericht formuliert und 1992 im Aktionsprogramm Agenda 21
der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) in
Rio de Janeiro weiterentwickelt. Ziel einer dauerhaften, umweltgerechten,
als nachhaltig bezeichneten Entwicklung ist die Sicherung der natürlichen
Lebensgrundlagen auch für zukünftige Generationen. Der Entwicklung
nachhaltiger, d.h. ressourcenschonender, energiesparender und
abfallvermeidender industrieller Produktionsmethoden und Produkte kommt
hierbei eine zentrale Rolle zu. Insbesondere biotechnologische Verfahren
können einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten, wie
z.B. die Studie der OECD ”Biotechnologie für umweltverträgliche industrielle
Produkte und Verfahren – Wege zur Nachhaltigkeit in der Industrie” aus dem
Jahre 1998 darlegt.
Biotechnologische Verfahren haben sich inzwischen in
einigen Bereichen der industriellen Produktion etabliert. So werden
beispielsweise Enzyme, Aminosäuren, Ethanol und Zitronensäure im Maßstab von
mehreren hunderttausend Jahrestonnen hergestellt. Neben großindustriellen
Prozessen sind Verfahren von Bedeutung, die gegenwärtig zur Produktion neuer
Substanzen und Substanzklassen entwickelt werden. Hochwertige Wirkstoffe wie
Insulin und Wachstumsfaktoren werden bereits biotechnologisch produziert.
Die wirtschaftliche und technologische Bedeutung derartiger Produkte und
Bioprozesse wird zukünftig stark zunehmen. Hier besteht die Möglichkeit, in
frühen Phasen der Prozessentwicklung (GMP-Technikum, Pilotmaßstab) die
Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen und zu dokumentieren. Kleinen
und mittleren Unternehmen (KMU) als Entwicklungsmotor dieser Branche kommt
hier eine Schlüsselrolle zu.
Nachhaltig wirtschaften heißt, mehrere Ziele im Auge
zu behalten:
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Das Naturkapital
muss erhalten bleiben und nichts darf verspielt werden. |
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Es werden
Innovationen gebraucht , die es der Wirtschaft ermöglichen, am Standort
umwelteffizient zu arbeiten und zugleich am Weltmarkt
wettbewerbsfähig zu bleiben. |
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Werte wie
soziale Teilhabe, Gerechtigkeit und Vertrauen sollen als
soziales Kapital an kommende Generationen weitergegeben
werden.
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| Dies ist der
neue Dreiklang der Politik. Drei Ziele – ein Weg, so hat die
Zukunftskommission der Friedrich-Ebert-Stiftung dieses neue
Politikverständnis schon 1998 getauft und die Gangbarkeit dieses Weges an
Modellstudien gezeigt. Biotechnologische
Produktionsverfahren bieten gegenüber konventionellen chemischen Verfahren
den Vorteil, dass sie unter
milden Reaktionsbedingungen im wässrigen Milieu
bei Raumtemperatur unter weitgehender Vermeidung von Neben-
und Abfallprodukten arbeiten. Insbesondere biotechnologische Verfahren
können einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zur
Umsteuerung in Richtung einer "Nachhaltigen Wirtschaftsweise" in der
industriellen Produktion leisten. Das Potential der Biotechnologie zur
ökologischen Optimierung industrieller Prozesse (effizientere
Energieausnutzung, verantwortungsvoller Einsatz von Ressourcen, Vermeidung
bzw. Wiederverwertung von Abfällen) ist bis heute nicht vollständig
ausgeschöpft.
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Biotechnologische Verfahren können einen wichtigen Beitrag leisten,
etablierte oder neue Produkte und Dienstleistungen sozial fortschrittlich
und mit erheblich geringerem Aufwand an Kosten und Ressourcen
bereitzustellen. Sie erweitern das Spektrum bestehender konventioneller
Produktionsverfahren und bieten Möglichkeiten, Produkte nachhaltig zu
produzieren. Dazu bedarf es verständlicher und handhabbarer Kenngrößen. |
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Letzte Änderung am 18.11.2003
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