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Interview

mit dem Leiter des Geschäftsbereichs Dr. Ralf Raue

Bild Dr. RaueQuelle: Forschungszentrum Jülich

Unser Ziel: Wissen zum Nutzen für die Gesellschaft verfügbar machen

Der Geschäftsbereich Technologie-Transfer (T) baut Brücken zwischen dem Forschungszentrum Jülich und der Industrie. Welche Aufgaben sind damit verbunden?

Unsere Aufgabe ist es, das am Forschungszentrum Jülich generierte Wissen an die Gesellschaft weiterzugeben. Dieser Technologie-Transfer ist ein wichtiger Teil der Jülicher Strategie. Wir als Geschäftsbereich T sorgen beispielsweise dafür, dass Wissenschaftler die spätere Kommerzialisierung von Know-how gemeinsam mit externen Partnern vorbereiten können. Der eigentliche Technologie-Transfer erfolgt auf drei unterschiedliche Arten: Lizenzvergabe, Kooperation mit Unternehmen und Ausgründung von Unternehmen.

Forscher und Unternehmer verfolgen andere Interessen: Die einen streben nach Erkenntnis, die anderen nach Gewinnmaximierung. Passt das überhaupt zusammen?

Dies ist nur ein vordergründiger Widerspruch. Die Jülicher Forscher haben es sich zur Aufgabe gemacht, Lösungen für drängende Herausforderungen der Gesellschaft zu finden. Diese Forschungsergebnisse auch in die Praxis umzusetzen und zu vermarkten, ist im Leitbild des Forschungszentrums verankert. Der Nutzen entsteht durch neue Produkte oder Dienstleistungen, die wiederum auf Basis Jülicher Erkenntnisse von innovativen Unternehmen gefertigt und angeboten werden.

Wie gehen Sie bei der Partnersuche in der Wirtschaft vor?

Es ist eine Einzelfallentscheidung. Ausgehend von dem konkreten Projekt analysieren wir für die Wahl der Partner, welche Kompetenzen wir von außen benötigen und welches Unternehmen im Hinblick auf die Forschungsergebnisse am besten passt. Wer entwickelt einen Prototyp zu einem marktfähigen Produkt, verfügt über qualitativ und quantitativ entsprechende Produktionsmöglichkeiten, einschlägige Vertriebskanäle und eine erfolgversprechende Vermarktungskompetenz? In vielen Fällen hat das Forschungszentrum langfristige strategische Partnerschaften geschlossen, auf die wir für die Vermarktung zurückgreifen können.

Spielt es eine Rolle, ob es sich um ein mittelständisches Unternehmen oder einen großen Konzern handelt?

Je nach Aufgabenstellung arbeiten wir mit Unternehmen jeder Größe zusammen. Gerade die Unterschiede und jeweiligen Stärken machen Partner interessant. Sind erhebliche Investitionen nötig, müssen komplexe Systeme zusammengestellt werden, können das eher große Unternehmen stemmen. In Konzernen sind aber die Entscheidungswege länger, sie folgen eigenen Regularien. In Verhandlungen finden wir einen Weg, wie wir effektiv zusammenarbeiten können. Die Vorteile kleinerer Unternehmen: Sie entscheiden schneller, sind flexibler und hochspezialisiert auf einem bestimmten Gebiet.

Schwerpunkte des Technologie-Transfers sind die Lizenzvergabe, die Kooperation mit Unternehmen und die Ausgründung aus dem Forschungszentrum. Setzen sie innerhalb dieser drei Bereiche Prioritäten?

Nein, es geht immer darum, die beste Lösung zu finden und die Technologie in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Passt eine künftige Dienstleistung oder ein neues Produkt direkt in die Strategie eines bestehenden Unternehmens, nehmen wir den Kontakt auf. Manchmal ist es sinnvoll, dass unsere Forscher selbst ein Unternehmen ausgründen. Dies ist die anspruchsvollste Form der Kommerzialisierung: Die Technologie, der Markt und das Unternehmen selbst müssen von Anfang an entwickelt werden.

Werben Sie im Vorfeld der Kommerzialisierung öffentliche Fördermittel ein?

Selbstverständlich. Kooperationsprojekte mit öffentlichen Fördermitteln bieten neben der Zusammenarbeit mit kompetenten Forschungspartnern die Möglichkeit, Partner für eine spätere Kommerzialisierung der Forschungsergebnisse zu finden. Dabei gehen wir differenziert vor: Ob wir Fördermittel bei der Europäischen Union, der Bundesrepublik oder dem Land Nordrhein-Westfalen beantragen, hängt davon ab, wo unsere externen Kooperationspartner zu finden sind.


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