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Institute for Advanced Simulation (IAS)

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‘Oumuamua – ein kurzer Besuch aus dem Weltraum in unserem Sonnensystem

‘Oumuamua war 2017 das erste registrierte Objekt aus dem interstellaren Raum, das unser Sonnensystem durchquerte. Aufgrund seiner außergewöhnlichen Eigenschaften löste er sofort erhebliche Spekulationen aus: War er eher ein Asteroid oder ein Komet? Einige Wissenschaftler schlugen sogar vor, dass es sich um ein Raumschiff handele. In einer kürzlich in der Zeitschrift Nature Astronomy (DOI 10.1038/s41550-019-0816-x) veröffentlichten Studie hat ein internationales Team von Wissenschaftlern aus Europa und den USA, darunter Susanne Pfalzner vom JSC, die gesammelten Daten über ʻOumuamua analysiert. Besonders verblüffend ist, dass die Astronomen, während ʻOumuamua sich entlang seiner Flugbahn zu beschleunigen scheint, keine normalerweise mit dieser Beschleunigung verbundenen Gasemissionen erkennen konnten, was für Kometen typisch wäre. Die Autoren gehen davon aus, dass die hier beobachteten physikalischen Prozesse universell sind, dass sie aber bisher noch nichts Vergleichbares wie ʻOumuamua in unserem Sonnensystem gesehen haben. Diese Studie zeigte jedoch, dass ʻOumuamua einen völlig natürlichen Ursprung hat.

Es wird geschätzt, dass Abermillionen von Objekten wie ‘Oumuamua in jedem kubischen Parsec (etwa 35 Kubiklichtjahre) der Milchstraße vorhanden sind. Susanne Pfalzner und Michele Bannister (Queens University Belfast, UK) zeigten in einer zweiten Studie (DOI 10.3847/2041-8213/ab0fa0), dass die Anzahl der ‘Oumuamuas, die in eine protoplanetarische Scheibe integriert werden und an der Planetenbildung teilnehmen, relativ hoch sein könnte. Eine mögliche Konsequenz aus der Fülle dieser Objekte ist, dass sie gelegentlich die Planetenbildung beschleunigen können. Obwohl noch viel Arbeit zu leisten ist, einschließlich vieler Simulationen, ist eines klar: Die Bedeutung interstellarer Objekte im Prozess der Planetenbildung kann nicht mehr ignoriert werden.

Ansprechpartnerin: Prof. Susanne Pfalzner, s.pfalzner@fz-juelich.de

aus JSC News No. 267, 27. September 2019


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