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Institut für Energie- und Klimaforschung

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Forschen im Flieger

Schneller, höher, weiter - so könnte sein Motto lauten. Das Forschungsflugzeug HALO eröffnet der Wissenschaft seit 10 Jahren neue Perspektiven in der Atmosphärenforschung. In über 2000 Flugstunden und zahlreichen Missionen konnte es seine besonderen Stärken unter Beweis stellen. HALO kann über 15 Kilometer in die Höhe steigen und hat eine Reichweite von 8000 Kilometern. Mit ihm waren Forscher schon über dem Nordpolarmeer oder über der Antarktis im Einsatz.

Normale Exemplare bringen wohlhabende Menschen zum Verhandlungstisch oder zum Golfen. Umgebaut und mit dem Namen HALO versehen, liefert das Flugzeug Erkenntnisse über die Atmosphäre und das Klima. Der Name steht für High Altitude and Long Range Research Aircraft. Mit an Bord sind oft Forscher und Instrumente aus Jülich.

Seitlicher Blick auf Turbine und SchriftzugCopyright: DLR (CC-BY 3.0)

Anders als die Passagiere der Business-Variante finden es Atmosphärenforscher bemerkenswert, dass ihnen während des acht- bis zehnstündigen Fluges Kaffee serviert wird. Denn das sind sie nicht gewöhnt. Sie führen ihre Messkampagnen ansonsten oft mit alten Propellermaschinen ohne jeden Komfort durch. Die Steward-Rolle im HALO übernimmt ein Mechaniker, der aus Sicherheitsgründen dabei sein muss, aber normalerweise den gemütlichsten Job an Bord hat.

Die vier bis acht mitfliegenden Forscher sind dagegen im Stress: Sie bedienen die zahlreichen Messgeräte, mit denen die Kabine vollgestopft ist. Zugleich tauschen sie sich mit Kollegen am Boden aus, die ebenfalls die Messungen sowie Wetterprognosen verfolgen und die zudem mit Computermodellen Luftströmungen oder Wolken vorhersagen. „So wird klar, ob die Flugrichtung kurzfristig geändert werden muss, um interessante Daten zu erhalten. Dass wir die Flugroute nach Rücksprache mit den Piloten jederzeit anpassen konnten, hat mich besonders beeindruckt“, sagt Dr. Christian Rolf. Der 31-jährige Jülicher Atmosphärenforscher war bereits bei zwei HALO-Flügen dabei – gemeinsam mit Jülicher Geräten wie FISH. Mit diesem „Fast In-situ Stratospheric Hygrometer“ bestimmten die Wissenschaftler in 8 bis 15 Kilometer Höhe den Eiswassergehalt in Zirruswolken über Europa.

Blick von vorne auf Cockpit und TurbinenDie HALO Gulfstream G550 - ein Flugzeug mit besonderen Fähigkeiten: Max. Flughöhe 15,5 km / Reichweite über 8.000 km / Max. Geschwindigkeit 1.054 km/h / Leergewicht 22,23 t / Länge 31 m.

Einen der begehrten Plätze im Flugzeug zu bekommen, ist schwer. Für die baugleichen Business-Jets reicht viel Geld. Wissenschaftler dagegen zahlen in anderer Währung: Wer sich etwa sehr gut mit einem Messgerät auskennt, das intensiv betreut werden muss, hat recht gute Chancen. Auch jede Messkampagne als Ganzes muss ihre Exzellenz nachweisen: Ein wissenschaftlicher Lenkungsausschuss entscheidet darüber, ob Methoden und Ziele einer vorgeschlagenen Mission es wert sind, abzuheben.

Über HALO

Das Forschungsflugzeug HALO ist eine Gemeinschaftsinitiative deutscher Umwelt- und Klimaforschungseinrichtungen. HALO wurde aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Helmholtz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft beschafft. Der Betrieb von HALO wird von der DFG, der Max-Planck-Gesellschaft, dem Forschungszentrum Jülich, dem Karlsruher Institut für Technologie, dem Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ in Potsdam und dem Leibniz-Institut für Troposphärenforschung in Leipzig (TROPOS) getragen. Das DLR ist zugleich Eigner und Betreiber des Flugzeugs.

Frank Frick

Weitere Informationen:

Institut für Energie- und Klimaforschung - Troposphäre (IEK-8)

Flugzeugmessungen mit HALO (IEK-7)

Zehn Jahre HALO: Interview mit Forschungspilot Stefan Grillenbeck (DLR)


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