Navigation und Service

Ein Windrad neben dem JuLab

Kleinwindanlage für Reallabor-Projekt „Living Lab Energy Campus“ am JuLab errichtet

Rund 25 Meter hoch in der Luft dreht sich am Schülerlabor JuLab seit neuestem ein Rotor – viereinhalb Meter im Durchmesser. Er gehört zur neuen Kleinwindenergieanlage, die als Teil des Reallabor-Projekts „Living Lab Energy Campus“ (LLEC) am Forschungszentrum in den Testbetrieb gegangen ist. In den Regelbetrieb soll die Anlage voraussichtlich noch in diesem Herbst gehen.

Für Schüler erlebbar machen

„Dieses kleine Windrad soll insbesondere Schülerinnen und Schülern begreifbar und erlebbar machen, wie Windenergie in ein modernes Energiesystem integriert werden kann, das mit vielen verschiedenen erneuerbaren Energieträgern arbeitet“, erläutert Ina Keutmann, Leiterin des JuLab.

LLEC

Test im Kleinen fürs Große

Zugleich soll die Kleinwindenergieanlage mit ihrer Leistung von bis zu 5,5 Kilowatt (kW) – zusammen mit einer 30-kW-Photovoltaikanlage – große Teile des Schülerlabors ganzjährig mit Elektrizität versorgen. „Gemeinsam mit einem Batterie- und Wasserstoff-Speicher sowie einem am FZJ entwickelten cloudbasierten Regelungssystem entsteht ein integriertes Energiesystem. Wir testen, wie dieses trotz Fluktuationen durch Wetter, Tages- und Jahreszeit verlässlich funktionieren kann“, sagt Dr. Stefan Kasselmann, Projektmanager des LLEC.

Damit passt die neue Kleinwindenergieanlage bestens ins Konzept des LLEC-Reallabors: So soll beim JuLab schon einmal im Kleinen ausprobiert und demonstriert werden, was später im Großen für das gesamte LLEC gelten kann. „Das JuLab ist für uns eine ideale Testumgebung, um die wissenschaftlichen Fragestellungen eines hochgradig gekoppelten Energiesystems zu untersuchen“, so Dr. Andre Xhonneux (IEK-10), LLEC-Teammanager für den Bereich Simulation und Software. „Hierzu haben wir umfangreiche Simulationsrechnungen durchgeführt.“

Leise Rotoren

Das kleine Windrad hat einen großen Vorteil: „Aufgrund der relativ geringen Leistung ist diese Anlage vergleichsweise leise. Sie kann also nicht mit den großen Windenergieanlagen in den üblichen Windparks verglichen werden“, betont Susanne Hoffmann (B-MP1), verantwortlich für die Planung und den Bau der Anlage. „Um sicherzugehen, dass die Forschungsarbeit in den umliegenden Laboren des Campus nicht gestört wird, wurden und werden zusätzliche Schwingungsmessungen durchgeführt, bevor die Anlage in den Regelbetrieb geht.“
Aufbau an einem Tag

Das nötige Fundament wurde bereits im Juli gegossen, seitdem wurden Kabel verlegt. Die Kleinwindenergieanlage selber wurde nun am gestrigen Mittwoch von der Herstellerfirma aufgebaut.

Wie der Aufbau gelang, lässt sich auch in einem Zeitraffervideo anschauen.

Hier geht's zum Video.

Enge Zusammenarbeit

Um das Windradprojekt im Rahmen des LLEC-Projektes zu stemmen, haben zahlreiche Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Instituten und Geschäftsbereichen eng zusammengearbeitet.

„Von der Markterkundung diverser Anlagen, Standortfragen und Ertragssimulationen über statische und elektrische Fragestellungen, akustische Messungen vor Ort und an vergleichbaren Anlagen sowie der Einbindung benachbarter Institute bis hin zur Inbetriebnahme und zukünftigen wissenschaftlichen Datenauswertung haben hier viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur erfolgreichen Umsetzung beigetragen“, sagt Projektmanager Kasselmann. Gefördert wird dieser Projektteil des LLEC („LLEC::JuPilot“) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Weitere Infos zum LLEC