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Auf der Suche nach robusten Enzymen

Jülich, 17. Juli 2020 – Offizieller Start für das Projekt LipoBiocat: Im Juni trafen sich per Videokonferenz erstmals Forschende der Universität Düsseldorf, der RWTH Aachen, der Uni Hamburg und des Forschungszentrums Jülich, um mit Vertretern der beteiligten Unternehmen Fachwissen und Ideen auszutauschen. Im Zentrum des Projekts steht die Forschung an Biokatalysatoren zur Herstellung von Feinchemikalien und Polymeren. LipoBiocat ("Robuste und selektive lipolytische Biokatalysatoren für industrielle Anwendungen") hat ein Gesamtbudget von über 3,2 Mio. Euro bei einer Laufzeit von drei Jahren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit rund 2,9 Mio. Euro.

Enzyme sind Biokatalysatoren, die zahlreiche Reaktionen beschleunigen oder erst ermöglichen. In der Natur arbeiten sie allerdings in lebenden Zellen und damit bei vergleichsweise milden Reaktionsbedingungen, während in industriellen Prozessen harschere Bedingungen vorherrschen. LipoBiocat will natürliche Enzyme identifizieren, die sowohl für die Herstellung wie für den Abbau von Kunststoffen einsetzbar sind, möglichst auch unter Prozessbedingungen der chemischen Industrie. Daneben geht es darum, Biokatalysatoren zu erzeugen, mit denen sich chemische Bausteine zum Beispiel für Medikamente herstellen lassen.

LipobiocatBestimmung der Aktivität von Enzymen im Hochdurchsatz mit einem Roboter
Copyright: Forschungszentrum Jülich / Ralf-Uwe Limbach

Hierbei kommt ein neuer Ansatz zum Tragen: Strukturell und funktionell gut erforschte robuste Enzyme sollen als Grundgerüste genutzt werden, um hochselektive Enzymvarianten zu konstruieren. Die beteiligten Forscherinnen und Forscher entwickeln zudem einen computerbasierten Ansatz, um solche neuen Enzyme schnell und effizient auffinden zu können.

LipoBiocat gehört zu vier neuen BMBF-geförderten Forschungsprojekten, die im Februar an den Start gingen und die die Transformation der Chemieindustrie zu einer biobasierten Ökonomie voranbringen sollen. Das Institut für Molekulare Enzymtechnologie (IMET) am Forschungszentrum (Leitung: Prof. Karl-Erich Jaeger) koordiniert zwei dieser vier Projekte, ein drittes wird von Prof. Nick Wierckx vom Jülicher Institut für Biotechnologie geleitet. Insgesamt wurden fast sechs Millionen Euro Fördermittel für die Laufzeit von drei Jahren eingeworben.

Institut für Molekulare Enzymtechnologie (IMET)
Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)

Ansprechpartner:
Prof. Karl-Erich Jaeger
Direktor Institut für Molekulare Enzymtechnologie (IMET)
Tel.: 02461 61-6966
E-Mail:: k.-e.jaeger@fz-juelich.de

Pressekontakt:
Erhard Zeiss, Pressereferent
Tel.: 02461 61-1841
E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de