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Bauliche Empfehlungen für Fußverkehrsanlagen

Die Dimensionierung und Gestaltung von Bahnsteigen, Treppen, Unter- und Überführungen sowie Kreuzungsbereichen ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit und Sicherheit von Bahnhöfen. Konzepte und Methoden zur Beschreibung von Fahrgastströmen wie Durchsatz, Dichte und Geschwindigkeit sind etabliert. Allerdings mangelt es an definierten Grenzwerten, die festlegen, wann Stauungen und Wartezeiten eine kritische Schwelle überschreiten. In diese Grenzwerte müssen neben objektiven Maßen der Gefährdung, wie Übertritte in den gefährlichen Bereich am Rand der Bahnsteige, auch subjektive Maße wie zum Beispiel die Bewertung des Sicherheitsempfindens einfließen. Bestehende „Level of Service“-Konzepte (LOS) betrachten bisher Kriterien wie die Möglichkeit des Überholens und die freie Wahl der Bewegungsrichtung in Personenströmen oder ungewollte Berührungen. Sozialpsychologische Aspekte wie das Sicherheitsempfinden, eine Bewertung von Wartezeiten, soziale Normen und Handlungsstrategien fehlen und müssen ergänzt werden. Besondere Herausforderungen entstehen durch Abflussprobleme am Ende von Rolltreppen, die zu Rückstauungen und kritischen Zuständen auf der Rolltreppe führen können und durch Kreuzungsbereiche mit ungeordneten multidirektionalen Verkehren. Hier müssen neuste Ergebnisse aus der Fußgängerforschung, beispielsweise aus den Projekten BaSiGo und Hermes, für eine Anwendung an typischen Fußverkehrsanlagen von Bahnhöfen aufgearbeitet und nutzbar gemacht werden. Methodisch werden diese Fragestellungen mittels Feldstudien in Bahnhöfen und U-Bahnstationen sowie Befragungen von Fahrgästen bearbeitet. Für Fragegestellungen, die nicht mittels Feldstudien untersuchbar sind, werden Experimente unter Laborbedingungen durchgeführt. Dabei besteht die Möglichkeit sowohl die Laufwege der Fußgänger exakt zu detektieren, als auch Stressreaktionen des Nervensystems durch Messungen der elektrodermalen Aktivität zu erfassen. 


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