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Ziele

Täglich nutzen rund 36 Millionen Fahrgäste in Deutschland den Öffentlichen Personenverkehr. Dabei steigen die Fahrgastzahlen kontinuierlich (2006 bis 2017 um 8% für den Öffentlichen Personennahverkehr [1] und um ca. 2% bei der Deutschen Bundesbahn [2]). Die Betreiber reagieren auf diese Entwicklung mit einer Erweiterung des Angebots durch Einrichtung neuer Linien, Erhöhung der Taktfrequenz und Einführung neuer Fahrzeuge mit höheren Sitzplatzkapazitäten, siehe beispielsweise den Doppelstock-IC (TWINDEXX) oder den Rhein-Ruhr-Express (RRX) in NRW [3]. Dadurch erhöhen sich aber auch die Fahrgastzahlen im Bahnhof. Durch wartende sowie ein-, aus- und umsteigende Fahrgäste kommt es zu überfüllten Bahnsteigen und Stauungen an Treppen oder Überführungen. Schon heute lösen Störungen durch Naturereignisse, Großveranstaltungen oder Baustellen eine massive Überlastung von Bahnhöfen oder U-Bahnstationen aus [4,5]. Der Zugang zum Transportmittel wird zur begrenzten Ressource und kann zu einem gefährlichen Gedränge führen. Verstopfung an Engstellen, Stürze ins Gleisbett oder das vollständige Erliegen des Verkehrs sind Risiken solcher Szenarien.

Bisherige Richtlinien zum Design von Fußverkehrsanlagen berücksichtigen die Dynamik großer Fahrgastströme nur unzureichend. Etablierte Grenzwerte für akzeptable Wartezeiten, Sicherheitsempfinden oder Staudichten fehlen. Darüber hinaus vergrößert sich die Komplexität der Problematik durch die bauliche Verbindung mit U-Bahnstationen, Busbahnhöfen oder Straßenbahnen und das räumlich beengte Umfeld von Bahnhöfen, die meist in verdichteten historischen Stadtzentren liegen. An den Schnittstellen der Verkehrssysteme ergeben sich besondere Herausforderungen durch unterschiedliche organisatorische Zuständigkeitsbereiche für die diversen Verkehrsträger des öffentlichen Personenverkehrs. Hier entsteht erheblicher Abstimmungsbedarf der beteiligten Betreiberorganisationen, die im Einsatzfall zusätzlich mit Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr zusammenarbeiten müssen.

Das Projekt setzt sich zum Ziel eine höhere Robustheit von Bahnhöfen bei Belastungsspitzen zu erreichen. Hierfür werden

  1. Empfehlungen für bauliche Maßnahmen von Fußverkehrsanlagen, wie Bahnsteige, Treppen sowie Unter- und Überführungen erarbeitet.
  2. Für den Fall einer Überlastung einer bestehenden Verkehrsinfrastruktur werden Crowd-Management Maßnahmen entwickelt, die in Bahnhöfen anwendbar sind. Dabei soll untersucht werden, inwieweit zur Optimierung des Systems auch soziale Normen und eine Selbstorganisation der Fahrgastströme genutzt werden können.
  3. Organisationsübergreifende Handlungsanweisungen werden für Betreiber vernetzter Verkehrsinfrastrukturen erstellt.

Referenzen:

[1]       http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Artikel/LA/oeffentlicher-personennahverkehr.html

[2]       https://de.statista.com/statistik/daten/studie/13626/umfrage/reisende-im-schienenpersonenverkehr-der-db-ag/  

[3]       https://www.nvr.de/fileadmin/Dateien/PDF/RRX_Broschuere_Oktober2015.pdf 

[4]       http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sicherheit-nichts-geht-mehr-1.3146231

[5]       http://www.abendblatt.de/hamburg/article107680142/Flughafen-dicht-jetzt-herrscht-Chaos-am-Hauptbahnhof.html


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