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1. Oktober 2026
Prof. Dr. Alexander Drzezga ist in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen worden. Der Mediziner leitet den Bereich Molekulare Organisation des Gehirns (INM-2) des Jülicher Instituts für Neurowissenschaften und Medizin. Zugleich ist er Professor für Nuklearmedizin und Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Köln.

Was verändert sich im Gehirn, lange bevor sich eine Erkrankung deutlich bemerkbar macht? Dieser Frage geht Drzezga mit seinem Team nach. Die Forschenden untersuchen, wie sich bei Krankheiten wie Alzheimer Veränderungen über Jahre entwickeln. Sie wollen verstehen, welche biologischen Vorgänge mit dem Verlust von Gedächtnis und anderen geistigen Fähigkeiten zusammenhängen – und wie sich solche Veränderungen möglichst früh erkennen lassen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie das Gehirn gesund altert, wie es sich an veränderte Bedingungen anpasst (Plastizität) und welche Mechanismen ihm dabei helfen, Erkrankungen entgegenzuwirken.
Dazu verbinden sie verschiedene Verfahren der Hirnbildgebung, darunter Positronenemissionstomographie (PET) und Magnetresonanztomographie (MRT). Schwach radioaktiv markierte Spürsubstanzen, sogenannte Radiotracer, können bestimmte Vorgänge und Veränderungen im Gehirn sehr empfindlich und frühzeitig sichtbar machen. Die Kombination der Bilder mit weiteren Messdaten hilft, Veränderungen einzelner Hirnregionen und deren Konsequenzen miteinander in Bezug zu setzen.
Auch künstliche Intelligenz spielt eine Rolle in dieser Forschung: Sie hilft, große Mengen von Bilddaten auszuwerten und Muster zu erkennen und ist für die Erforschung hochkomplexer Vorgänge im Gehirn besonders hilfreich.
Drzezgas Forschung reicht über das Gehirn hinaus: Zum Beispiel in der Krebsmedizin entwickelt und prüft sein Team auch nuklearmedizinische Verfahren für die sogenannte Theranostik. Dieser Ansatz verbindet die Erkennung einer Erkrankung (Diagnostik) direkt mit einer gezielten maßgeschneiderten Therapie.
Drzezga gilt international als Experte für Nuklearmedizin und wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Seine Forschung soll dazu beitragen, gesunde Funktionen besser zu verstehen und zu erhalten, Krankheiten früher zu erkennen und Behandlungen besser auf einzelne Menschen abzustimmen.
Prof. Dr. Alexander Drzezga auf der Website der Leopoldina