Jülicher Physikerin für Forschung an magnetischen Quantenmaterialien ausgezeichnet
Jülicher Physikerin für Forschung an magnetischen Quantenmaterialien ausgezeichnet
26. Mai 2026
Dr. Ying-Jiun Chen vom Forschungszentrum Jülich erhält den 2026 IUPAP Early Career Scientist Prize in Magnetism. Die internationale Physikorganisation IUPAP würdigt damit ihre wegweisenden Arbeiten zu Quantenmaterialien und ultradünnen 2D-Magneten.
Dr. Ying-Jiun Chen war in den letzten Jahren an mehreren wichtigen Entdeckungen in magnetischen Quantenmaterialien beteiligt. Copyright: Forschungszentrum Jülich / Bernd Nörig
Die International Union of Pure and Applied Physics (IUPAP) ist die weltweite Dachorganisation für Physik. Der Nachwuchspreis zählt zu den wichtigsten internationalen Auszeichnungen für junge Forschende auf dem Gebiet des Magnetismus. Verliehen wird der Preis auf der International Conference on Magnetism 2027 in Puerto Rico, der größten Tagung der weltweiten Magnetismus-Community.
Dr. Ying-Jiun Chen forscht am Peter Grünberg Institut für Elektronische Eigenschaften (PGI-6) des Forschungszentrums Jülich. Sie untersucht Materialien, die nur aus wenigen Atomlagen bestehen und besondere magnetische Eigenschaften besitzen. Solche Materialien gelten als vielversprechend für künftige Informationstechnologien, etwa für energiesparende Datenspeicher oder neuartige Computerchips. Dabei nutzt sie moderne spektroskopische und mikroskopische Methoden wie die Impulsmikroskopie.
Ein wichtiger Erfolg ihrer Arbeit war der Nachweis spezieller elektronischer Zustände, Fermi-Bögen, in einem sogenannten topologischen 2D-Magneten. Diese könnten neue Möglichkeiten eröffnen, den bislang kaum genutzten Bahndrehimpuls von Elektronen für die Informationstechnologie einzusetzen.
In einer weiteren Arbeit untersuchte sie als Erstautorin, wie sich magnetische Signale – Magnonen – in solchen Materialien ausbreiten. Die Studie wurde in die „APL Rising Stars Collection 2024“ aufgenommen – eine Auswahl besonders herausragender Veröffentlichungen von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern.
„Diese Auszeichnung ist eine große Ehre innerhalb der internationalen Physikgemeinschaft“, erklärt Dr. Ying-Jiun Chen. „Gleichzeitig unterstreicht sie die starke Forschungstradition im Bereich Magnetismus am Forschungszentrum Jülich. Ich freue mich sehr, damit an die Erfolge herausragender Jülicher Forscherinnen und Forscher anzuknüpfen.“
Mit der Auszeichnung setzt sich eine bemerkenswerte Reihe Jülicher Erfolge fort: Bereits 2025 wurde Dr. Dongwook Go vom Forschungszentrum Jülich und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit dem Preis ausgezeichnet. Peter Grünberg erhielt 1994 gemeinsam mit Albert Fert den IUPAP Magnetism Award für grundlegende Arbeiten zu magnetischer Kopplung und Magnetowiderstand in künstlichen Multilagen; beide wurden später mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet.
Dr. Ying-Jiun Chen promovierte am Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik und an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in der Gruppe von Prof. Jürgen Kirschner. 2017 wechselte sie als Postdoktorandin in die Gruppe von Prof. Claus M. Schneider an der Universität Duisburg-Essen. Seit 2023 ist sie Mitglied der Gruppe „Momentum Microscopy“ von Dr. Christian Tusche am Forschungszentrums Jülich.