Forschung zum Anfassen: Jülich bei der Nacht der Wissenschaft in Düsseldorf
Forschung zum Anfassen: Jülich bei der Nacht der Wissenschaft in Düsseldorf
11. August 2026
Wie lässt sich Feuer berechnen? Was verrät das Gehirn über einen Menschen? Und warum kann ein Gartenschlauch klingen wie eine Posaune? Bei der 6. Düsseldorfer Nacht der Wissenschaft am Freitag, 11. September 2026, präsentiert das Forschungszentrum Jülich fünf Mitmachangebote und drei Vorträge.
Copyright: Nacht der Wissenschaft
Von 17 bis 24 Uhr können Besucherinnen und Besucher auf dem Schadowplatz und im Haus der Universität Wissenschaft unmittelbar erleben. Der Eintritt ist frei.
Mehr als 60 Beiträge stehen unter dem Motto „Forschung zum Anfassen“. Die Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben Einblicke in Hirnforschung und Künstliche Intelligenz, nachhaltige Energieversorgung, Branddynamik und zukünftige Computertechnologien.
Gehirn und Künstliche Intelligenz
Wie eine hochauflösende Landkarte macht der "Julich Brain Atlas" den Aufbau des menschlichen Gehirns sichtbar. Der dreidimensionale Atlas bildet erstmals auch Unterschiede in der mikroskopischen Struktur verschiedener Gehirne ab. Er ist ein wichtiges Werkzeug der Hirnforschung und Kernstück der europäischen Forschungsplattform EBRAINS.
Auf der Terrasse des Hauses der Universität können Gäste zudem erkunden, was Daten über einen Menschen verraten. Die Jülicher Hirnforscher verbinden neuropsychologische Tests und Fragebögen mit einem Smartphone-Parcours. Anschließend zeigen sie, wie Künstliche Intelligenz daraus Rückschlüsse etwa auf Persönlichkeit, kognitive Fähigkeiten oder Erkrankungsrisiken ziehen kann. Dabei geht es auch um ethische und gesellschaftliche Fragen.
Feuer verstehen und berechnen
Bei einem Brand geht die größte Gefahr häufig von giftigen Rauchgasen aus. Am Stand „Dynamik von Bränden“ demonstrieren Forschende die Rauchausbreitung in einem Experiment und mit interaktiven Computersimulationen. Solche Modelle helfen, Entrauchungsmaßnahmen zu bewerten und die Sicherheit in Gebäuden zu erhöhen.
Der Vortrag „Das (un)berechenbare Feuer“ zeigt, wie Forschende aus Experimenten mathematisch-physikalische Modelle entwickeln und auf Supercomputern berechnen. So lässt sich die scheinbar chaotische Ausbreitung von Feuer wissenschaftlich beschreiben.
Energie für die Zukunft
Wie lassen sich Landwirtschaft und Solarenergie auf derselben Fläche verbinden? Ein Wissenschaftstalk stellt das Prinzip der Agri-Photovoltaik vor. Unter oder zwischen Solarmodulen können Nutzpflanzen wachsen; zugleich können die Module vor Hagel, Sturm oder extremer Hitze schützen und Ernteausfälle verringern.
Am Stand „Wasserstoff als Pfeiler des Energiesystems der Zukunft“ erfahren Gäste, wie Wasserstoff und seine Derivate Energie speichern und transportierbar machen. Die Nutzung von sogenanntem grünen Wasserstoff kann dazu beitragen, klimaschädliche Energieträger in Industrie und anderen energieintensiven Anwendungen zu ersetzen.
Neue Rechner und klingende Physik
„Future Computing made in Jülich“ gibt Einblicke in die Entwicklung von Quantencomputern und neuromorphen Systemen. Jülicher Forschende verbinden dafür verschiedene Disziplinen – von neuartigen Materialien und Nanostrukturen bis zu experimentellen und theoretischen Methoden. Mögliche Anwendungen liegen etwa bei Künstlicher Intelligenz, Optimierungsaufgaben und komplexen Simulationen.
Der Vortrag „Physik und Musik – Vom Gartenschlauch zur Posaune“ erklärt, warum in einem Gartenschlauch nur bestimmte Tonhöhen entstehen und was das mit einer Posaune zu tun hat. Das anschauliche Beispiel zeigt zugleich, wie die Physik komplexe Vorgänge mithilfe einfacher Modelle verständlich macht.
Die Nacht der Wissenschaft wird von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf organisiert. Beteiligt sind außerdem die Hochschule Düsseldorf, das Deutsche Diabetes-Zentrum, das Max-Planck-Institut für nachhaltige Materialien und das Forschungszentrum Jülich.
Termin: Freitag, 11. September 2026, 17 bis 24 Uhr Orte: Schadowplatz und Haus der Universität, Düsseldorfer Innenstadt Eintritt: frei