Jülicher Expertise im neuen DFG-Sonderforschungsbereich zu neuronalen Netzwerken im menschlichen Gehirn

18. Mai 2026

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert einen neuen Sonderforschungsbereich an der Universitätsmedizin Mainz mit mehr als zwölf Millionen Euro. Beteiligt ist auch das Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-1) des Forschungszentrums Jülich. Im Fokus von „Dynamiken von immunologischer, glialer und neuronaler Netzwerkinteraktion“ (SFB/TRR 460) steht die Frage, wie die Netzwerke von Immunzellen, Gliazellen und Nervenzellen miteinander interagieren und wie sie sich bei Erkrankungen verändern.

Mehrere farbige Darstellungen eines menschlichen Gehirns in verschiedenen Ansichten, verbunden durch Pfeile und umgeben von Grafiken.
Schema der multimodalen Datenintegration in EBRAINS
Forschungszentrum Jülich

Die beteiligten Wissenschaftler:innen untersuchen insbesondere neurologische und (neuro)psychiatrische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Depressionen und Demenz. Die Erkenntnisse sollen dabei helfen, Krankheitsverläufe besser vorherzusagen und neue, auf die Beeinflussung der Zellnetzwerke basierende Therapieansätze zu entwickeln.

Das INM-1 trägt zur Entwicklung von ConnectMap bei: einer Karte der Netzwerke, die darauf abzielt, molekulare, strukturelle und funktionelle Daten in einem gemeinsamen räumlichen Rahmen zu integrieren. Aufbauend auf dem Julich Brain Atlas, dem hochaufgelösten 3D-Modell BigBrain, der digitalen Forschungsplattform EBRAINS und der siibra-Tool-Suite soll ConnectMap Datensätze zusammenführen, die im gesamten Konsortium erzeugt werden, darunter Transkriptomik, MRT, DTI, fMRT, MEG und EEG.

Ziel ist es, durch die Integration verschiedener Daten eine Art multimodale „Landkarte“ des Gehirns zu erstellen, die zeigt, wie neuronale, gliale und immunologische Netzwerke über verschiedene Skalen hinweg interagieren — von zellulären und molekularen Eigenschaften bis hin zu großskaliger Konnektivität und -funktion im gesunden Gehirn und bei Erkankungen.

Federführend bei SFB/TRR 460 sind Forschende der Universitätsmedizin Mainz, ihr Sprecher ist Prof. Dr. Stefan Bittner, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie. Weitere Partner des Forschungsverbunds sind die Universität Münster, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie die Universität zu Köln.

Link zur Pressemitteilung der DFG

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    Letzte Änderung: 18.05.2026