Wetterprozesse im Winter besser vorhersagen

14. Januar 2026

Um Winterstürme und andere Extremwetterereignisse in Europa besser vorhersagen zu können, startet im Januar 2026 eine internationale Messkampagne. Wissenschaftler:innen aus Europa und Nordamerika untersuchen dabei mit umfangreichen Flugzeug- und Bodenmessungen die atmosphärischen Prozesse über dem Nordatlantik, die Starkwinde, intensive Niederschläge und Kälteausbrüche begünstigen. Die Kampagne wird vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordiniert, mit Beteiligung des Forschungszentrums Jülich.

Wetterprozesse im Winter besser vorhersagen
Das Forschungsflugzeug HALO in Parkposition am Flughafen Shannon. Mit seinem Nasenmast misst es während des Fluges den Druck in der Atmosphäre.
Tuule Müürsepp, ETH Zürich

Ausgehend vom Nordatlantik entwickeln sich im Winter regelmäßig Stürme, die in Westeuropa extreme Windgeschwindigkeiten, hohe Niederschlagsmengen und teils gravierende Schäden verursachen. Da viele der zugrunde liegenden Prozesse über dem Atlantik stattfinden – einem bislang nur unzureichend beobachteten Gebiet – sind Ort, Zeitpunkt und Intensität dieser Ereignisse schwer vorherzusagen. Genau hier setzt die internationale Messkampagne NAWDIC an: Mit gezielten Flugzeug- und Bodenmessungen in Schlüsselregionen der Atmosphäre sollen systematische Schwächen in Wetter- und Klimamodellen identifiziert und verbessert werden.

Ein zentrales Instrument der Kampagne ist das deutsche Forschungsflugzeug HALO, das Wettersysteme über dem Atlantik bis in rund 13 Kilometer Höhe vermessen kann. Jülicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institute of Climate and Energy Systems – Stratosphäre (ICE-4) messen an Bord von HALO mit einem hochpräzisen Hygrometer den Wasserdampfgehalt in der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre – einer sensiblen Übergangsregion, die für die Entwicklung von Wettersystemen und das Klima eine wichtige Rolle spielt. Veränderungen des Wasserdampfgehalts in diesen Höhen können das Klima auf längeren Zeitskalen beeinflussen, werden in Wetter- und Klimamodellen bislang jedoch nur unzureichend berücksichtigt.

Ergänzend kommt ein neu entwickeltes Einlasssystem zum Einsatz, mit dem es erstmals möglich ist, den Wassergehalt von Wolken während der HALO-Flüge quantitativ zu bestimmen. Die gewonnenen Messdaten sollen dazu beitragen, Transportprozesse in der Atmosphäre besser zu verstehen und langfristig die Qualität von Wettervorhersagen und Klimamodellen zu verbessern.

Weitere Informationen zum Projekt und zur internationalen Messkampagne finden Sie in der Pressemitteilung des KIT.

Kontakt

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wissenschaftlicher Mitarbeiter

  • Institute of Climate and Energy Systems (ICE)
  • Stratosphäre (ICE-4)
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    Letzte Änderung: 14.01.2026