Spitzenforschung im Bereich maschinelles Lernen und KI: Das Forschungszentrum Jülich tritt der neuen ELLIS-Einheit NRW bei

21. Mai 2026

Das Forschungszentrum Jülich (FZJ) ist Teil der neu gegründeten Einheit NRW von ELLIS, dem European Laboratory for Learning and Intelligent Systems. ELLIS gilt als eines der führenden europäischen Netzwerke für Forschung im Bereich maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz. Die neue Unit bringt führende KI-Forscher:innen und groß angelegte Recheninfrastrukturen in ganz Nordrhein-Westfalen zusammen. Ziel ist es, Open-Source-Grundlagemodelle und Datensätze zu entwickeln sowie vertrauenswürdige KI-Anwendungen zur wissenschaftlichen und industriellen Nutzung voranzutreiben.

Weiße Umrisse eines Kontinents auf dunklem Hintergrund mit farbigen Buchstaben und einem Schriftzug darunter. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-05-20)

Ein zentraler Schwerpunkt der Einheit ist die Entwicklung und Erforschung von Open-Source-Grundlagemodellen als zentrale Bausteine des maschinellen Lernens. Dabei wird untersucht, wie solche Modelle mithilfe von Supercomputern und offenen Datensätzen auf Spitzenniveau trainiert, zuverlässiger gemacht und für verschiedene Einsatzbereiche sicher angepasst werden können. Zudem rückt die Einheit die Forschung zu vertrauenswürdiger KI in den Fokus, insbesondere für den Einsatz in unsicheren Situationen, bei seltenen Ereignissen oder in sensiblen Anwendungskontexten.

Ein zweiter Forschungsschwerpunkt der ELLIS-NRW-Initiative ist die Übertragung von Methoden des maschinellen Lernens auf Bereiche wie das Gesundheitswesen, nachhaltige Landwirtschaft und verkörperte KI-Systeme wie autonome Roboter. Die Forschenden der Einheit decken Felder wie Robotik, Computer Vision, Natural Language Processing, KI im Gesundheitswesen und neuro-symbolische Systeme ab.

Innerhalb des FZJ tragen das Jülich Supercomputing Centre (JSC), das Institut für Advanced Simulation (IAS) und das Peter-Grünberg-Institut (PGI) zu dieser Initiative bei. Das FZJ leistet neben Bonn und Aachen einen wesentlichen Beitrag zur Gestaltung des wissenschaftlichen Profils der Unit NRW, insbesondere im Bereich offener Grundlagenmodelle und der dafür benötigten Datensätze.

Neben dem groß angelegten Training von Foundation-Modellen unterstützen die Jülicher Infrastrukturen, darunter JAIF (JUPITER AI Factory), die Entwicklung, den Einsatz und das Management groß angelegter Datensätze für zukünftige offene KI-Systeme. Diese Arbeit basiert auf einer leistungsstarken Hochleistungsinfrastruktur, einschließlich des Supercomputers JUPITER am FZJ, sowie auf spezialisiertem Fachwissen im Betrieb großskaliger KI-Workloads.

„Das Forschungszentrum Jülich bietet eine einzigartige Kombination aus KI-Expertise, Hochleistungsrechnen und wissenschaftlicher Zusammenarbeit. Durch die ELLIS Unit NRW werden wir dazu beitragen, die Forschung an offenen Grundlagenmodellen in Europa voranzutreiben und KI-Forschung in praktische Anwendungen zu überführen“

Prof. Dr. Kobus Kuipers, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich

Die Initiative wird von der engen Zusammenarbeit mit LAION profitieren, einer internationalen Forschungsorganisation, spezialisiert auf offene Grundlagenmodelle, groß angelegte KI-Trainingsworkflows und offene Datensätze. LAION hat bereits mit Ressourcen des Jülich Supercomputing Center (JSC) zu offenen Grundmodellen geforscht und damit die strategische Bedeutung der Jülicher Hochleistungsinfrastruktur für die offene KI-Forschung in Europa belegt.

Eine Person mit lockigen Haaren und Bart lächelt vor einem farbigen Hintergrund. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-05-20)


„Durch die neue ELLIS-Einheit NRW wird LAION die Zusammenarbeit mit ELLIS-Forschenden im Bereich offener Grundlagenmodellen weiter stärken. Dabei baut LAION auf gemeinsamer Arbeit auf, etwa in laufenden großen europäischen Projekten wie OpenEuroLLM, ELLIOT, Minerva und LLMs4EU“, erklärt Dr. Jenia Jitsev, einer der Co-Direktoren der Einheit sowie wissenschaftlicher Leiter und Mitbegründer von LAION.

Die Unit NRW wird von der Universität Bonn unter der Leitung des ELLIS-Fellows Prof. Dr. Jürgen Gall koordiniert, zusammen mit einem Gremium aus Co-Direktoren der beteiligten Institutionen, darunter Dr. Jenia Jitsev (JSC/FZJ & LAION). Weitere Mitglieder des Forschungszentrums Jülich sind Prof. Dr. Emre Neftci (PGI), Prof. Dr. Kristel Michielsen (JSC), Prof. Dr. Martin Schultz (JSC) und Prof. Dr. Moritz Helias (IAS).

Die Unit umfasst rund 40 leitende Forschende sowie mehr als 300 Doktorand:innen und Postdocs in ganz Nordrhein-Westfalen. Sie fördern gemeinsame Forschung, die Doktorand:innenausbildung, ELLIS-Sommerschulen sowie die Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und öffentlichem Sektor.

Die Gründung der ELLIS-Einheit NRW stärkt die Rolle des Forschungszentrums Jülich und des Jülich Supercomputing Centre als wichtige Akteure im offenen, leistungsfähigen und vertrauenswürdigen KI-Ökosystem Europas.

Kontakt

Dr. Jenia Jitsev

Head of ATML Scalable Machine Learning & Multi-Purspose AI PI in Helmholtz Information Program 1, Topic 1 & Joint Lab SMHB

  • Jülich Supercomputing Centre (JSC)
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Raum 321
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    Letzte Änderung: 21.05.2026