Junge Talente begeistern bei „Jugend forscht“ in Jülich
Junge Talente begeistern bei „Jugend forscht“ in Jülich
2. März 2026
Kreativität, Neugier und wissenschaftlicher Forschergeist standen im Mittelpunkt des 26. Regionalwettbewerbs „Jugend forscht“ und „Jugend forscht junior“, der am Freitag, dem 27. Februar, im Forschungszentrum Jülich stattfand. 87 Kinder und Jugendliche aus Jülich, der Region Aachen, Düren und Umgebung präsentierten ihre Projekte und beeindruckten die Jury mit originellen Ideen, sorgfältigen Experimenten und großer Begeisterung für Forschung.
FZJ-Maskottchen Dr. JuFox begleitet die Nachwuchsforscher:innen durch den Wettbewerb. Copyright: — Forschungszentrum Jülich / Jenö Gellinek
Insgesamt traten die Nachwuchstalente mit 49 Projekten an – von der Grundschule bis zur Oberstufe, teils als Einzelarbeiten, teils in Teams. Die Projekte deckten ein breites Themenspektrum ab: von Biologie und Chemie über Geo- und Raumwissenschaften bis hin zu Mathematik/Informatik, Physik, Technik und Arbeitswelt.
Erste Preise in „Jugend forscht junior“
Einen ersten Preis in der Sparte „Jugend forscht junior“ im Fachgebiet Biologie erhielten Paul Wolny (12 Jahre) und Anna Wolny (10 Jahre) von der Bischöflichen Liebfrauenschule Eschweiler für ihr Projekt „Biologisch abbaubare Golfbälle“. Die beiden gingen der Frage nach, ob sich Golfbälle herstellen lassen, die sich in der Natur zersetzen und so Gewässer und Grünflächen weniger belasten. Dafür entwickelten sie eigene Materialmischungen aus biologisch abbaubaren Stoffen, testeten deren Eigenschaften und untersuchten die Abbaubarkeit der Prototypen.
Paul Wolny (12 Jahre) mit seinem Projekt „Biologisch abbaubare Golfbälle“.Copyright: — Forschungszentrum Jülich / Jenö Gellinek
Im Fachgebiet Biologie wurde zudem Nohan Elbers (11 Jahre) vom Gymnasium Haus Overbach in Jülich für sein Projekt „Reiniger für korrodierte Metalle aus verschiedenen Fruchtschalen- und -kernen“ mit einem ersten Preis ausgezeichnet. Er untersuchte, ob wässrige Extrakte aus Schalen und Kernen verschiedener Pflanzen Rost entfernen oder umwandeln können. In zahlreichen Versuchsreihen testete er unterschiedliche Kerne, Nussschalen und Gewürze und dokumentierte deren Wirkung auf Kupfer und Eisen.
Nohan Elbers (11 Jahre) mit seinem Projekt „Reiniger für korrodierte Metalle aus verschiedenen Fruchtschalen- und -kernen“.Copyright: — Forschungszentrum Jülich / Jenö Gellinek
Im Fachgebiet Physik überzeugte Jannic Liehner (13 Jahre), ebenfalls von der Bischöflichen Liebfrauenschule Eschweiler, mit seinem Projekt „Pferde-Schweifhaar auf dem Prüfstand“. Er untersuchte die Dicke und Zugfestigkeit von Pferdeschweifhaaren. Mit selbstgebauter Einspannvorrichtung analysierte er systematisch die mechanischen Eigenschaften der Haare und verglich zahlreiche unterschiedliche Proben miteinander. Die Idee kam ihm beim Putzen seines Pferdes, als es mit dem Schweif nach einer Fliege schlug und ihn dabei im Gesicht traf.
Jannic Liehner (13 Jahre) mit seinem Projekt „Pferde-Schweifhaar auf dem Prüfstand“.Copyright: — Forschungszentrum Jülich / Jenö Gellinek
Den ersten Preis im Fachgebiet Arbeitswelt erhielten Lukas Hertkens (12 Jahre), Ben Strobel (13 Jahre) und Theodor Schreven (13 Jahre) vom Inda-Gymnasium Aachen für ihr Projekt „Vier für Algen, Algen für Alle“. Die drei beschäftigen sich bereits seit einiger Zeit mit Algen als nachhaltigem Rohstoff und haben unter anderem einen Bau- und Dämmstoff daraus entwickelt. Für ihr aktuelles Projekt züchteten sie die Algen selbst in einem Gartenteich, optimierten Trocknungs- und Stabilisierungsmethoden und testeten die Widerstandsfähigkeit der Materialien – insbesondere im Hinblick auf den Brandschutz.
Lukas Hertkens (12 Jahre), Ben Strobel (13 Jahre) und Theodor Schreven (13 Jahre) mit ihrem Projekt „Vier für Algen, Algen für Alle“.Copyright: — Forschungszentrum Jülich / Jenö Gellinek
Erster Platz in „Jugend forscht“
In der Sparte „Jugend forscht“ ging der erste Preis im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften an Zining Bai (18 Jahre) vom Städtischen Rurtal-Gymnasium Düren für das Projekt „Die scheinbare Drehung des Mondes – Untersuchung der Neigung des Mondterminators“. Zining Bai wollte eine plausible Erklärung dafür finden, warum die Trennlinie zwischen Licht- und Schattenseite des Mondes – der sogenannte Terminator – je nach Jahreszeit und Beobachtungszeit unterschiedlich geneigt erscheint. Mithilfe geometrischer Modelle, Berechnungen und eigener Beobachtungsdaten entwickelte er eine anschauliche Erklärung für dieses astronomische Phänomen. Das Ergebnis: Nicht nur die Erdrotation spielt eine Rolle, sondern auch die Kombination aus Mondphase und Jahreszeit.
Zining Bai (18 Jahre) mit seinem Projekt „Die scheinbare Drehung des Mondes – Untersuchung der Neigung des Mondterminators“.Copyright: — Forschungszentrum Jülich / Jenö Gellinek
Mit ihren ersten Plätzen qualifizieren sich die Preisträger:innen für die Landeswettbewerbe im Frühjahr 2026.
Sonderpreis Bioökonomie
Der Sonderpreis Bioökonomie ging an Sophia Rieger (15 Jahre) vom Carolus-Magnus-Gymnasium Übach-Palenberg für ihr Projekt „Haare waschen, aber natürlich! Entwicklung zweier ökologischer Shampoos“. Sophia entwickelte zwei Shampoos auf Basis natürlicher Rohstoffe wie Efeu und Kastanien, die Saponine – natürliche Seifenstoffe – enthalten. Sie untersuchte sowohl die Reinigungswirkung unter dem Mikroskop als auch die Umweltverträglichkeit ihrer Produkte und zeigte, dass ihre pflanzenbasierten Shampoos eine nachhaltige Alternative zu konventionellen Produkten darstellen können.
Sophia Rieger (15 Jahre) mit ihrem Projekt „Haare waschen, aber natürlich! Entwicklung zweier ökologischer Shampoos“.Copyright: — Forschungszentrum Jülich / Jenö Gellinek
Der Sonderpreis wird von der Strukturwandelinitiative BioökonomieREVIER ausgelobt, die vom Forschungszentrum Jülich koordiniert wird und das Rheinische Revier als Modellregion für nachhaltige Bioökonomie stärkt.
JuLab-Preis für besonderes Engagement
Mit dem JuLab-Preis, gestiftet vom Schülerlabor JuLab des Forschungszentrums Jülich, wurde das Projekt „Gefahr vor der Schule: Wie kann die Kreuzung vor unserem Schultor sicherer werden?“ ausgezeichnet. Katharina Erben (9 Jahre) und Caroline Schiffer (8 Jahre) von der Gemeinschaftsgrundschule Jülich-West untersuchten systematisch die Verkehrssituation vor ihrer Schule. Sie zählten Fahrzeuge, dokumentierten gefährliche Situationen und entwickelten konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit. Mit dem Preis verbunden ist ein gemeinsamer Experimentiertag im JuLab für die gesamte Klasse.
Katharina Erben (9 Jahre) und Caroline Schiffer (8 Jahre) mit ihrem Projekt „Gefahr vor der Schule: Wie kann die Kreuzung vor unserem Schultor sicherer werden?“
Im Video stellen einige Nachwuchsforscher:innen ihre Projekte vor:
Video: Eine Auswahl an Projekten des diesjährigen Regionalwettbewerbs von Jugend forscht.
Die weiteren Plätze „Jugend forscht Junior“ (JR) und „Jugend forscht“ (JF)
Arbeitswelt
2. Platz
JR: Samuel Sauermann (11 Jahre) vom Anne-Frank-Gymnasium Aachen (Mikroplastik in der Schule)
JR: Katharina Erben (9 Jahre) und Caroline Schiffer (8 Jahre) von der Gemeinschaftsgrundschule Jülich-West (Gefahr vor der Schule: Wie kann die Kreuzung vor unserem Schultor sicherer werden?)
3. Platz
JR: Justus Dickmeis (10 Jahre) und Mats Kiesow (10 Jahre) von der Bischöflichen Liebfrauenschule Eschweiler (Das Messer macht den Unterschied: Wie weniger Marmelade in die Spülmaschine kommt)
Biologie
2. Platz
JF: Sophie Pfeifer (15 Jahre) vom Couven Gymnasium, Aachen (Von plastikfressenden Pilzen zu einer sich selbstleerenden Mülltonne)
JR: Til Weißborn (13 Jahre) und Max Weißborn (11 Jahre) von der Bischöflichen Liebfrauenschule Eschweiler (Filter an, Luft rein!)
JR: Eva Lentz (11 Jahre), Max Claessen (11 Jahre) und Leonie Mertens (11 Jahre) von der Städtischen Grundschule Oberstadt, Eupen (Begrünung einer Außenfassade)
JR: Maria Christina Luzie Weinand (11 Jahre) vom Städtischen Gymnasium Herzogenrath (Amphibienrettung aus Kellerschächten mittels Ausstiegshilfen am SGH)
3. Platz
JR: Roberto Biermann (10 Jahre) und Felix Johannes Jax (10 Jahre) vom Bischöflichen Pius-Gymnasium Aachen (Kleinkompostierer für zu Hause)
JR: Xuerui Huang (13 Jahre) vom Bischöfliches Pius-Gymnasium Aachen (Obst unter der Lupe: DNA sichtbar machen)
JR: Charlie Eilmann (10 Jahre), Jan Achenbach (10 Jahre) und Rayan Jansen (9 Jahre) von der KGS Bischofstraße, Stolberg (Schimmel-Alarm! Welche Brotverpackungen machen Brot länger haltbar?)
JR: Laura Cremer (12 Jahre) von der Bischöflichen Liebfrauenschule Eschweiler (Verderblichkeit von Lebensmitteln und Verlängerung der Haltbarkeit am Beispiel einer Gurke)
JR: Kilian Erichs (9 Jahre) und Benno Friedhoff (10 Jahre) vom Grundschulverbund Höhengebiet Bad Münstereifel (Vergleich Mischwald und Monokultur-Wald)
Chemie
2. Platz
JR: Sophia Rieger (15 Jahre) vom Carolus-Magnus-Gymnasium Übach-Palenberg (Haare waschen, aber natürlich! Entwicklung zweier ökologischer Shampoos)
3. Platz
JR: Anna-Lena Schneider (10 Jahre) und Robert Bulla (9 Jahre) vom Grundschulverbund Höhengebiet Bad Münstereifel (Feste Duschseife mit Vanilleduft)
JR: Anna Engels (12 Jahre) und Lusamba Tubadi Geraldine Nkelani (13 Jahre) vom Silverberg-Gymnasium Bedburg (Viskosität von Olivenölcremes)
JF: Charlene Tsao (17 Jahre) vom Städtischen Einhard-Gymnasium Aachen (Mit Fluoreszenz elektrische Energie erzeugen?)
Geo- und Raumwissenschaften
2. Platz
JR: Koray Elyakan (13 Jahre) vom Ritzefeld-Gymnasium Stolberg (Die unsichtbare Spur der Schwerkraft!)
3. Platz
JR: Jakob Djurkovic (10 Jahre) und Ansgar Mittermayer (9 Jahre) von der Domsingschule Aachen (Wie klingt der Aachener Dom? – Akustikforschung im ersten Weltkulturerbe)
Mathematik/Informatik
3. Platz
JR: Rose Ansari (10 Jahre) von der Domsingschule Aachen (Traveling-Salesman-Problem (TSP))
JF: Jan Hompesch (16 Jahre), David Birkelbach (15 Jahre) und Maximilian Balsam (16 Jahre) vom Inda-Gymnasium Aachen (FEST)
Physik
2. Platz
JR: Jonas Houben (11 Jahre) und Bendic Meurer (11 Jahre) vom Gymnasium Haus Overbach, Jülich (Alles klar! Weiherwasserreinigung in Overbach)
JR: Tilda Dossing (9 Jahre) und Carlotta Heiliger (9 Jahre) von der Domsingschule Aachen (Die Magie der Thermotinte)
JR: Gauransh Bansal (9 Jahre) von der Domsingschule Aachen (Magnetische Levitation (Maglev): Wie kann ein Zug schweben, ohne die Schienen zu berühren?)
3. Platz
JF: Carlo Duisberg (16 Jahre) und Kai Werner (16 Jahre) vom Inda-Gymnasium Aachen (GaiaHeat)
Technik
2. Platz
JR: Carla Kral (10 Jahre) und Emil Drews (9 Jahre) von der Schule am Fischmarkt, Aachen (Schnelleres Brückenbauen)
JF: Merve Yilmaz (16 Jahre) vom Kreisgymnasium Heinsberg (Herz unter Druck: Messung von Herzsignalen mithilfe eines selbstgebauten EKG-Messgeräts)
JF: Julian Hertkens (16 Jahre), Jonas Johannsen (16 Jahre) und Mauro Dautzenberg (16 Jahre) vom Inda-Gymnasium Aachen (Light or Fight)
JF: Ananya Talreja (18 Jahre) vom Albert Einstein Gymnasium (AETHER Air Enhancement Through Holistic Environmental Redesign)
3. Platz
JR: Aristide Beicos (11 Jahre) und Philip Dogsa (12 Jahre) vom Kreisgymnasium Heinsberg (Solar-Hoodie)
JR: Liam Reiswich (11 Jahre) und Timo Weier (10 Jahre) vom Grundschulverbund Höhengebiet Bad Münstereifel (Pappventilator)
JF: Christian Schiffler (15 Jahre) und Alexander Ansorge (15 Jahre) vom Inda-Gymnasium Aachen (Modulares Bewässerungssystem)