Ericsson und Forschungszentrum Jülich entwickeln fortgeschrittene KI für künftige 6G-Netze

25. März 2026

  • Ericsson, ein weltweit führendes Unternehmen für Telekommunikationsinfrastrukturen, und das Forschungszentrum Jülich wollen gemeinsam an Technologien für die Weiterentwicklung von 5G und die Einführung von 6G-Netzen arbeiten, die das gesamte Ericsson-Produktportfolio betreffen.
  • Für die Entwicklung und Erprobung neuer KI-Verfahren zur Bewältigung der komplexen Anforderungen von 6G soll Europas erster Exascale-Supercomputer JUPITER zum Einsatz kommen.
  • Im Fokus stehen unter anderem hocheffiziente, vom Gehirn inspirierte Computing-Ansätze („Neuromorphes Computing“) zur Verarbeitung anspruchsvoller Netzwerkaufgaben sowie zur Stärkung der digitalen europäischen Infrastruktur.

Ericsson und das Forschungszentrum Jülich wollen die Leistungsfähigkeit und Effizienz zukünftiger Mobilfunknetze entscheidend voranbringen. Im Fokus stehen zukünftige Lösungen, die so wenig Energie wie möglich verbrauchen und gleichzeitig eine gesteigerte Intelligenz und Performance aufweisen.

Mehrere Personen stehen in einer Gruppe vor einer dunklen Wand und einem Gebäudekomplex im Hintergrund. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-03-25)
Gruppenfoto vor dem Modular Data Centre, in dem der Supercomputer JUPITER untergebracht ist.
Forschungszentrum Jülich / Kurt Steinhausen

Die Kooperation bringt Ericssons Erfahrung im Aufbau und Betrieb von Telekommunikationsnetzen mit der Expertise des Forschungszentrum Jülich im Bereich des Hochleistungsrechnens und neuer Computerarchitekturen zusammen. Dazu zählt auch der Aufbau des Exascale-Supercomputers JUPITER, des derzeit leistungsstärksten Rechners Europas, durch das Jülich Supercomputing Centre (JSC).

Ericsson stellt Infrastruktur, Software und Dienstleistungen bereit, die mobile Konnektivität weltweit ermöglichen. Das Unternehmen baut und betreibt einen wesentlichen Teil der „unsichtbaren Infrastruktur“, auf der Mobilfunk und Internet basieren.

Ein offener Serverschrank mit mehreren eingebauten Geräten und zahlreichen Kabeln. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-03-25)
Blick in einen Rechenschrank des Supercomputers JUPITER
Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf hocheffizienten Computing-Ansätzen, die vom Gehirn inspiriert sind („Neuromorphes Computing“) und neue Möglichkeiten für die Verarbeitung anspruchsvoller Netzwerkaufgaben eröffnen – um grundlegende Technologien für die Infrastruktur der nächsten Generation voranzutreiben.

Im Rahmen der Kooperation wollen die Partner Lösungen mit künstlicher Intelligenz und High Performance Computing (HPC) untersuchen, die die Weiterentwicklung von 5G unterstützen und die Grundlage für künftige 6G-Netzwerke bilden sollen. Die ersten kommerziellen 6G-Dienste werden voraussichtlich um das Jahr 2030 eingeführt.

Statements

„Diese Zusammenarbeit hat das Potenzial, einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen digitalen Zukunft zu leisten“, sagt Prof. Laurens Kuipers, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich. „Wir verbinden unsere Exzellenz im Höchstleistungsrechnen und unsere Forschung zu neuen, vom Gehirn inspirierten Rechenansätzen mit der Expertise von Ericsson im Telekommunikationssektor: für energieeffizientere Netzlösungen und die Stärkung einer souveränen europäischen Infrastruktur.“

Nicole Dinion, Ericsson Head of Architecture & Technology, erklärt: „Die Zukunft der Mobilfunknetze ist eng verknüpft mit künstlicher Intelligenz und dem Bedarf nach einer beispiellosen Energieeffizienz. Durch die Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich, das seit Jahren weltweit führend in den Bereichen Supercomputing und angewandte Physik ist, verbinden wir die dortige Forschungs- und Rechenleistung mit unserem Fachwissen in allen Bereichen der Telekommunikationstechnologie. Gemeinsam werden wir Architekturen erforschen, die die nächste Generation der Telekommunikation prägen werden.“

Forschung

Im Rahmen der neuen Partnerschaft sollen KI-Modelle und -Methoden untersucht werden, um das Kernnetz, das Netzwerkmanagement und das Funkzugangsnetz (RAN) von Ericsson zu verbessern.

Die Zusammenarbeit umfasst mehrere Forschungsfelder:

KI-Methoden für das gesamte Ericsson-Produktportfolio: Systematischer Vergleich verschiedener Ansätze zur Bewertung der Ausführungsgeschwindigkeit, Skalierbarkeit für große Datenmengen, Informationsspeicherung und der Speichereffizienz. Sofern Sicherheits- und Geschäftsbedingungen es erlauben, können die Rechenressourcen von JUPITER auch für das Training größerer Modelle genutzt werden.

Energieeffizientes Computing für KI-Anwendungen in Funk- und Edge-Systemen: Entwicklung und Erprobung effizienter Lösungen für Aufgaben wie Kanalabschätzung und Massive MIMO – eine Schlüsseltechnologie moderner Mobilfunknetze, bei der viele Geräte über viele Antennen gleichzeitig kommunizieren. Dazu gehört auch die Untersuchung neuartiger Systemarchitekturen wie Neuromorphes Computing (z. B. auf Basis von Memristoren), um Optimierungsprozesse zu beschleunigen und den Energieverbrauch gegenüber klassischen Verfahren zu senken.

HPC- und Cloud-Architekturen für KI: Weiterentwicklung und Anwendung von Konzepten der Modularen Supercomputing-Architektur (MSA) aus der Jülicher Forschung – insbesondere aus dem Jülich Supercomputing Centre (JSC) - zum Exascale-Computing sowie Analyse betrieblicher Strategien wie Wärmerückgewinnung zur Steigerung der Energieeffizienz in HPC- und Cloud-Umgebungen.

Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit Erkenntnisse zur Umsetzbarkeit von Cloud-Strategien liefern – auf Basis von Konzepten aus dem EuroHPC-Ökosystem, das gemeinsam mit führenden europäischen Zentren wie dem JSC eine Supercomputing-Infrastruktur von Weltklasse aufbaut.

Mehrere Personen stehen in einem Raum vor einem großen Bildschirm und halten Dokumente in den Händen. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-03-25)
Unterzeichnung des Memorandum of Understanding (v.l.n.r.): Prof. Paul Strachan, Prof. Thomas Lippert, Prof. Laurens Kuipers, Jan-Peter Meyer-Kahlen, Nicole Dinion, Bernd Mellinghaus
Forschungszentrum Jülich / Kurt Steinhausen

Kontakt

Prof. Dr. Dr. Thomas Lippert

Director of Jülich Supercomputing Centre Speaker of Helmholtz Information Program 1 PI in Topics 1 and 2 & Joint Lab SMHB

  • Jülich Supercomputing Centre (JSC)
Gebäude 16.3 /
Raum R 360
+49 2461/61-6402
E-Mail

Prof. Dr. Kristel Michielsen

Director of Jülich Supercomputing Centre Head of the division HPC for Quantum Systems Head of the Jülich UNified Infrastructure for Quantum computing (JUNIQ) Speaker of Helmholtz Information Program 1 – Topic 1 PI in Topics 1 and 2

  • Jülich Supercomputing Centre (JSC)
Gebäude 16.3 /
Raum R 340
+49 2461/61-2524
E-Mail

Prof. Dr. Markus Diesmann

Director of IAS-6/ INM-10 Group Leader - Computational Neurophysics

  • Institute for Advanced Simulation (IAS)
  • Institute for Advanced Simulation (IAS-6), Computational and Systems Neuroscience
Gebäude 15.22 /
Raum 4014
+49 2461/61-9301
E-Mail

Prof. Dr.-Ing. Stefan van Waasen

Director of the Peter Grünberg Institute - Integrated Computing Architectures (ICA | PGI-4) & Full Professor Communication Systems, University of Duisburg-Essen

  • Peter Grünberg Institut (PGI)
  • Integrated Computing Architectures (PGI-4)
Gebäude 02.5 /
Raum 129
+49 2461/61-9400
E-Mail

Prof. Dr. Regina Dittmann

Director Electronic Materials (PGI-7)

  • Peter Grünberg Institut (PGI)
  • Elektronische Materialien (PGI-7)
Gebäude 04.6 /
Raum 49b
+49 2461/61-4760
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  • Peter Grünberg Institut (PGI)
  • Neuromorphic Compute Nodes (PGI-14)
Gebäude TZA-Aachen /
Raum C3.13
+49 241/92-780421
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Pressereferent / Press Officer

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    Letzte Änderung: 25.03.2026