17 Ziele für die Zukunft: Wie unsere Forschung zu nachhaltigen Lösungen beiträgt

von Regina Eich-Brod und Sarah Wenzel

Ein großer Würfel mit den farbigen Symbolen der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele steht auf einer Wiese vor einem Gewässer. Auf den sichtbaren Seiten sind unter anderem die Ziele „Keine Armut“, „Hochwertige Bildung“ und „Maßnahmen zum Klimaschutz“ zu sehen.
Sarah und Regina arbeiten im Nachhaltigkeitsmanagement des Forschungszentrums. In diesem Beitrag geben sie Einblicke in die Nachhaltigkeitsforschung am Forschungszentrum und zeigen anhand konkreter Beispiele, wie diese zu den globalen Nachhaltigkeitszielen beiträgt.

Über die Folgen des Klimawandels hören und lesen wir regelmäßig in Zeitungen, im Fernsehen oder in Podcasts. In diesem Sommer aber haben wir sie selbst erlebt – in unserem Umfeld, teilweise direkt vor unserer Haustür und auch im Urlaub.

Ausgetrocknete Gärten und verdorrte Landschaften gehörten für uns zum typischen Bild dieses Sommers. In Hürtgenwald, nur wenige Kilometer von Jülich entfernt, haben Waldbrände deutlich gemacht, wie schnell sich die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit zuspitzen können. Rauch lag in der Luft, Fenster mussten geschlossen bleiben und an einen Aufenthalt im Freien war zeitweise nicht zu denken.

Auch an anderen Orten in Europa waren die Folgen spürbar: Waldbrände in Frankreich, Spanien und Portugal, extrem niedrige Wasserstände in Rhein, Loire, Po und Donau und Rekordhitze in ganz Westeuropa mit wiederkehrenden Temperaturen von 40 Grad und mehr.

Was sonst vielleicht abstrakt erscheint, wird plötzlich für uns alle spürbar und sichtbar. Und es wird deutlich: Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, betreffen uns bereits heute.

Der Austausch über diese Erfahrungen in unserem Team hat uns nochmal vor Augen geführt, wie wichtig Forschung für eine nachhaltige Zukunft ist. Denn nur wenn wir verstehen, was sich verändert und warum, können wir Lösungen entwickeln und Veränderungen aktiv gestalten. Forschung schafft dafür die Grundlage – mit Wissen, neuen Ideen und innovativen Ansätzen.

Forschung als Schlüssel für nachhaltige Lösungen

Am Forschungszentrum Jülich arbeiten Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichsten Disziplinen daran, neue Lösungsansätze zu entwickeln und Wege für eine nachhaltige Zukunft aufzuzeigen. Unsere Forschung deckt dabei ein breites Spektrum ab – von der Transformation des Energiesystems und dem Klimawandel über die nachhaltige Nutzung von Wasser und Land bis zu energieeffizienten Infrastrukturen.

Eine gemeinsame Orientierung bieten die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen. Sie zeigen, vor welchen globalen Herausforderungen wir stehen – und geben einen gemeinsamen Rahmen für nachhaltige Entwicklung.

Wie vielfältig Nachhaltigkeitsforschung am Forschungszentrum Jülich zu diesen Zielen beitragen kann, zeigen drei Beispiele.

Kostbarem Wasser auf der Spur

Sauberes Wasser ist lebensnotwendig. Doch um unsere Wasserressourcen zu schützen, müssen wir verstehen, was in unseren Landschaften passiert.

Forschende des Instituts für Bio- und Geowissenschaften – Agrosphäre untersuchen die Wege des Wassers in der Landschaft. Sie erforschen zum Beispiel, woher unser Grundwasser kommt und wie Nährstoffe in Grundwasser, Flüsse und Seen gelangen. Computermodelle helfen ihnen dabei, Belastungen und deren Ursachen besser nachzuvollziehen.

Die Ergebnisse liefern wichtige Grundlagen für den Schutz unserer Wasserressourcen. Sie helfen dabei, Schutzmaßnahmen gezielter zu planen und Wasserressourcen langfristig zu erhalten – ein Beitrag zu SDG 6 – Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen.

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Rechenpower – aber möglichst effizient

Blick in einen Gang zwischen den hohen, dicht aneinandergereihten Rechnerschränken des Supercomputers JUPITER am Forschungszentrum Jülich.
Blick zwischen die Rackreihen des Supercomputers JUPITER am Forschungszentrum Jülich.

Supercomputer verbrauchen viel Energie. Gleichzeitig können sie helfen, Lösungen für einige der größten Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln.

Mit dem Supercomputer JUPITER und der Quantencomputing-Infrastruktur JUNIQ stellt das Forschungszentrum Jülich leistungsfähige Recheninfrastrukturen für die Forschung bereit. Sie ermöglichen unter anderem hochauflösende Klima- und Erdsystemsimulationen. Auch die Forschung zu nachhaltigen Energiesystemen, Energiespeichern und Wasserstofftechnologien profitiert von dieser Rechenleistung.

Doch nicht nur die Anwendungen zählen. Auch beim Betrieb von JUPITER spielt Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle: Der Supercomputer wird mit Ökostrom betrieben und besonders energieeffizient gekühlt. Die dabei entstehende Wärme soll künftig zur Beheizung von Gebäuden genutzt werden.

So wird Nachhaltigkeit nicht nur erforscht, sondern auch im Forschungsbetrieb mitgedacht– ein Beitrag zu SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur.

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CO₂ wieder aus der Luft holen?

Treibhausgasemissionen müssen drastisch sinken. Doch was geschieht mit dem CO₂, das sich bereits in der Atmosphäre befindet? Und wie können wir mit Emissionen umgehen, die sich künftig nicht vollständig vermeiden lassen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Projekt DACStorE. Forschende des Institute of Climate and Energy Systems untersuchen gemeinsam mit Partnern, wie CO₂ direkt aus der Umgebungsluft abgeschieden und dauerhaft gespeichert werden kann.

Dabei geht es nicht allein um die technische Machbarkeit. Die Forschenden untersuchen auch den Energie- und Ressourcenbedarf, die Kosten sowie ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen. Ziel ist es herauszufinden, unter welchen Bedingungen diese Technologie sinnvoll zum Klimaschutz beitragen kann – ein Beitrag zu SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz.

Mehr über unsere Forschung zu SDG 13

Nachhaltigkeitsforschung – wichtiger denn je

Seit Jahrzehnten weisen Wissenschaftler:innen auf den Klimawandel und andere besorgniserregende Veränderungen in Umwelt und Gesellschaft hin. Dieser Sommer hat gezeigt, wie spürbar die Folgen des Klimawandels bereits sind. Umso wichtiger ist es, Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu entwickeln und in der Gesellschaft zu etablieren. Die Beispiele zeigen, wie Forschung dazu beitragen kann – und wie die 17 SDGs dabei Orientierung geben.

Für uns im Nachhaltigkeitsmanagement steht fest: Nachhaltigkeitsforschung ist heute wichtiger denn je. Sie hilft uns, die Herausforderungen unserer Zeit zu verstehen, Lösungen zu entwickeln und eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.

Weitere konkrete Beispiele finden Sie auf unserer Nachhaltigkeitsseite.

Ein Beitrag von

  • Unternehmensentwicklung (UE)
Gebäude 15.3 /
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Letzte Änderung: 25.09.2026