Inno-Batt stärkt elektrolytzentrierte Batterieforschung am Helmholtz-Institut Münster

Forschungsplattform schafft Grundlagen für leistungsfähige, nachhaltige und skalierbare Batteriesysteme

01. Juli 2026 – Mit dem Projekt „Inno-Batt – Forschungsplattform für innovative, elektrolytzentrierte Batterieforschung“ baut das Helmholtz-Institut Münster (HI MS) des Forschungszentrums Jülich seine Forschungsinfrastruktur für die Entwicklung zukünftiger Batterietechnologien gezielt aus. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Fördermaßnahme „B@TS – Forschung und Entwicklung an Batterietechnologien für technologisch souveräne, wettbewerbsfähige und nachhaltige Batteriewertschöpfungsketten“ ermöglichte Vorhaben läuft vom 1. November 2025 bis zum 31. Oktober 2028 und wird mit 3,56 Millionen Euro finanziert (Förderkennzeichen: 13XPB032).

Elektrolyte als Schlüssel für die Batterien von morgen

Im Mittelpunkt von Inno-Batt steht ein elektrolytzentrierter Forschungsansatz. Während Elektrolyte in Batteriesystemen häufig als reine Transportmedien betrachtet werden, rückt das Projekt ihre zentrale Rolle für Ionentransport, Grenzflächenreaktionen, Alterungsprozesse, Sicherheit und industrielle Skalierbarkeit in den Fokus.

Ziel ist es, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Elektrolyt, Elektrodenmaterialien und Zellarchitektur besser zu verstehen und daraus neue Konzepte für leistungsfähigere, langlebigere und nachhaltigere Batteriesysteme abzuleiten.

Forschungslücke bei Grenzflächen- und Alterungsprozessen

Trotz erheblicher Fortschritte in der Batterieforschung sind viele elektrolyt- und grenzflächengetriebene Prozesse bislang nur unzureichend verstanden. Dies betrifft insbesondere die Bildung von Grenzflächen, Degradationsmechanismen, Ionentransportprozesse sowie die elektrochemische Stabilität moderner Batteriesysteme unter realitätsnahen Betriebsbedingungen.

Hier setzt Inno-Batt an: Die Forschungsplattform vereint Materialentwicklung, Zellfertigung, elektrochemische Charakterisierung, Spektroskopie, Grenzflächenanalytik und Zellprototyping an einem Standort. Dadurch können neue Elektrolyt- und Zellkonzepte deutlich schneller bewertet, optimiert und in anwendungsnähere Formate überführt werden.

Moderne Infrastruktur für die Batterieforschung

Für die Umsetzung des Projekts wird die bestehende Forschungsinfrastruktur am Helmholtz-Institut Münster gezielt erweitert. Dazu gehören moderne Systeme für die Kernspinresonanzspektroskopie (NMR), hochauflösende Massenspektrometrie, leistungsfähige Batterieteststände sowie neue elektrochemische Messsysteme. Ergänzt wird die Infrastruktur durch präzise Fertigungstechnik für modulare Zellkomponenten und Redox-Flow-Zellaufbauten. Dadurch können Batteriematerialien und Zellkonzepte unter realitätsnahen Bedingungen umfassend untersucht und bewertet werden.

Darüber hinaus entstehen standardisierte Mess-, Fertigungs- und Validierungsprotokolle für operando-NMR-Untersuchungen, Langzeitzyklisierung, Zellprototyping und Redox-Flow-Testzellen. Damit schafft Inno-Batt die methodischen Voraussetzungen, um neue Batteriekonzepte effizienter und reproduzierbarer zu entwickeln.

Breites Technologiespektrum im Fokus

Die Forschungsplattform adressiert insbesondere Lithium-Ionen- und Natrium-Ionen-Batterien entlang der B@TS-Wertschöpfungsketten. Gleichzeitig werden auch zukünftige Technologien wie Lithium-Metall-Batterien, Festkörperbatterien, Polymer- und Hybrid-Elektrolytsysteme, alternative Ionenleiter, zinkbasierte Batteriesysteme sowie Redox-Flow-Batterien untersucht.

Durch die Kombination aus experimenteller Forschung, operando-Analytik, elektrochemischer Testung und Modellierung sollen neue Materialien und Zellkonzepte schneller verstanden und zielgerichtet weiterentwickelt werden.

Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands

„Mit Inno-Batt leistet das Helmholtz-Institut Münster einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der deutschen Batterie- und Energieforschung. Die Plattform unterstützt die Entwicklung nachhaltiger Batteriewertschöpfungsketten, reduziert technologische Abhängigkeiten und verbessert die Voraussetzungen für die industrielle Umsetzung neuer Speichertechnologien“, erklärt Prof. Dr. Martin Winter, wissenschaftlicher Leiter des Helmholtz-Instituts Münster.

Gleichzeitig ist Inno-Batt eng mit bestehenden Forschungs- und Transferstrukturen vernetzt. Schnittstellen bestehen unter anderem zum MEET Batterieforschungszentrum der Universität Münster und zur Fraunhofer Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB), zu nationalen und europäischen Forschungsprojekten sowie zu industriegeführten Entwicklungsprogrammen. Dadurch können wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in anwendungsnahe Entwicklungsprozesse überführt werden.

Forschung mit Wirkung für zukünftige Energiespeicher

Langfristig sollen sowohl mobile als auch stationäre Energiespeicher von den Ergebnissen profitieren. Die in Inno-Batt entwickelten Methoden und Infrastrukturen schaffen die Grundlage, um innovative Batteriematerialien schneller zu bewerten, Betriebsstrategien zu optimieren und neue Zellkonzepte sicher und effizient in Richtung Anwendung zu entwickeln.

Mit dem Aufbau der Forschungsplattform stärkt das Helmholtz-Institut Münster zugleich die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte und trägt dazu bei, Deutschlands Position als Innovationsstandort für Batterietechnologien weiter auszubauen.

Letzte Änderung: 02.07.2026