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Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM)
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"Gentechnik und Natürlichkeit"

12. November 2013

Unter dem Begriff »Gentechnik« versteht man die gezielte Modifikation des Genoms von Organismen. Seit den 1970er Jahren entwickeln Biologen und Chemiker Verfahren, um direkte Eingriffe in die genetische Struktur von Lebewesen zu ermöglichen. Die Gentechnik stellt nicht nur einen innovativen Forschungszweig der gegenwärtigen Biologie und Chemie dar, sondern stellt zugleich in Aussicht, einigen zivilisatorischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts – wie etwa Lebensmittelknappheiten und Krankheiten – angemessen zu begegnen. 

Da die Gentechnik einen gezielten Eingriff des Menschen in die Natur darstellt, wirft sie allerdings eine Reihe von Fragen auf, deren Beantwortung auf Grundlage einer ethischen Reflektion des Themas geschehen muss. Insbesondere das Verhältnis zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit tritt hier auf den Plan. Gentechnische Modifikationen sehen sich häufig dem Vorwurf ausgesetzt, „wider die Natur“ zu sein. Ob dieser Vorwurf gerechtfertigt ist, kann allerdings nicht angemessen entschieden werden, wenn der Begriff der Natürlichkeit nicht geklärt ist. Züchtungen von Tieren und Pflanzen, die der Mensch schon seit Jahrtausenden vornimmt, stellen ebenfalls einen gezielten Eingriff in das Genom von Lebewesen dar und werfen dadurch die Frage auf, ob überhaupt ein kategorischer Unterschied zwischen diesen traditionellen und den modernen Verfahren der genetischen Manipulation besteht. Unsicherheiten in Bezug auf die zukünftigen Auswirkungen der Gentechnik geben allerdings Anlass, die Risiken zu thematisieren, die mit den modernen Verfahren genetischer Modifikation verbunden sind. Diese Gefahren umfassen unter anderem die unbekannten Folgen unkontrollierter Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen, welche Konsequenzen diese Verbreitung für unterschiedliche Ökosysteme haben könnte und ob beim Verzehr genetisch manipulierter Lebensmittel gesundheitliche Risiken für den Menschen bestehen.

Die Veranstaltung »Gentechnik und Natürlichkeit« setzte sich mit den sozialen, ethischen und politischen Herausforderungen dieser Biotechnologie auseinander. Vor dem Hintergrund naturwissenschaftlicher und philosophischer Beiträge diskutierten die Gäste auf dem Podium sowie das Publikum.

 Programm zur Diskussion "Gentechnik und Natürlichkeit" (PDF, 321 kB)

Begrüßung durch Prof. Dr. Dieter Sturma (Sprecher der Arbeitsgemeinschaft "Wissenschaft und Ethik")

Impulsreferate von
Prof. Dr. Armin Grunwald (Karlsruher Institut für Technologie, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse) und
Prof. Dr. Bernd Müller-Röber (Universität Potsdam, Institut für Biochemie und Biologie)

Diskussion
Moderatorin: Ingeborg Breuer, Deutschlandfunk
Auf dem Podium
Prof. Dr. Ulrich Schurr (Leiter des Instituts für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Pflanzenwissenschaften)
Prof. Dr. Wolfgang Wiechert (Leiter des Instituts für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Systembiotechnologie)
Dr. Arnd J. Kuhn (Mitarbeiter des Instituts für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Pflanzenwissenschaften und
Sprecher der NRW-Landesarbeitsgemeinschaft „Wald, Landwirtschaft & Ländlicher Raum“ von „Bündnis90/Die Grünen“)
und die Referenten

Zusatzinformationen

Impressionen

Dieter Sturma

Dieter Sturma

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