Räumliche Kognition
Prof. Dr. G.R.Fink
Die Arbeitsgruppe räumliche Kognition untersucht verschiedene Aspekte räumlicher Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn. Dabei stehen sowohl grundlagenorientierte Fragestellungen als auch die anwendungsorientierte klinische Forschung im Mittelpunkt unseres Interesses.
Ein Ziel unsere Arbeitsgruppe ist es weitere Einsichten in die Mechanismen visueller und räumlicher Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn zu erlangen und diese Erkenntnisse anwendungsorientiert auf klinische relevante Fragestellungen zu übertragen. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem sogenannten Neglect Syndrom, das meist nach einer rechtshemisphärischen Schädigung des Gehirns auftritt.
„Die für Neglect charakteristische Vernachlässigung kontraläsionaler Reize in verschiedenen sensorischen Modalitäten wird heute insbesondere auf Störungen der räumlichen Aufmerksamkeit, des räumlichen Arbeitsgedächtnisses, der Raumrepräsentation in verschiedenen räumlichen Bezugssystemen sowie der Initiierung kontralateraler Bewegungen zurückgeführt.
In den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche Interventionsstrategien entwickelt, um Neglect-Symptome bei Schlaganfall-Patienten zu reduzieren, wobei bislang für kaum eine Maßnahme eindeutige Belege einer alltagsrelevanten Funktionsverbesserung bei Neglect-Patienten vorliegen. Die Erforschung von Prädiktoren der Funktionserholung und des Rehabilitationserfolgs stellt somit eine wesentliche Herausforderung zukünftiger Forschungsarbeiten dar“. (Vossel, Kukolja, & Fink, 2010).
Literatur
Vossel, S., Kukolja, J., & Fink, G. R. (2010). Neurobiologische Grundlagen des Neglects: Implikationen für neue Therapieansätze= Neurobiology of Neglect: Implications for New Therapeutic Strategies. Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie, 78(12), 733–745.
















