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Kurznachrichten Oktober 2007


Messe: Einblicke in kleinste Lebewesen

Vom 9. bis zum 11. Oktober werden die Biotechnologen des Forschungszentrums Jülich auf der "Biotechnica" in Hannover ihre Arbeit präsentieren. Mit modernsten Analysemethoden durchleuchten die Wissenschaftler verschiedenste Mikroorganismen und untersuchen so den Weg vom Gen bis zum fertigen Produkt. Dabei beschäftigen sie sich mit Fragen wie: Welche Stoffwechselintermediate liegen in der Zelle vor? Wie schnell werden diese weiter umgesetzt? Und unter welchen Bedingungen produzieren Bakterien beispielsweise Vitamine, Aminosäuren oder Bausteine von Medikamenten in großen Mengen? Ein Ziel ist es, das Stoffwechsel-Netzwerk der Zellen zu verstehen, um dadurch die Zellen und den Produktionsprozess zu optimieren. Die mathematische Modellierung von Stoffwechselvorgängen in Zellen ist dabei ein wichtiges Instrument der Jülicher Forscher. Aber nicht nur das vollständige "System Mikroorganismus" steht im Fokus der Wissenschaftler: Sie untersuchen auch isolierte Enzyme. Dazu entwickeln sie neue Analysenverfahren, die beispielsweise die Aufarbeitung von Proteinen durch den Einsatz von Robotern beschleunigen. Mehr über Leben, Produktion und Einsatz von Mikroorganismen in der Biotechnologie können Interessenten auf der Biotechnica in Halle 9 an Stand B16 erfahren. Hier bietet sich den kleinen und großen Besuchern auch ein einmaliger Blick in das Innere von übergroßen Bakterienzellen.


messe_klein_jpgAgarplatten mit Bakterienkulturen
Quelle: Forschungszentrum Jülich


Masse: Hochpräzise Sortiermaschine für Moleküle

Komplexe molekulare Gemische können Wissenschaftler des Forschungszentrums künftig schneller und einfacher analysieren. Sie nehmen dazu am Freitag, den 12. Oktober, eine hochpräzise "Sortiermaschine" in Betrieb, ein so genanntes FT-ICR Massenspektrometer. Das gut eine Million Euro teure Gerät ordnet Moleküle in komplexen Substanzgemischen gemäß ihrem Gewicht und erfasst dabei Unterschiede von weniger als einem Millionstel der Gesamtmasse des Moleküls ‑ eine Präzision, die bislang nur wenige Geräte weltweit erreichen. Es trennt dadurch auch chemisch und/oder physikalisch sehr ähnliche Substanzen von einander und gibt gleichzeitig Hinweise auf die jeweilige Struktur der Moleküle. Die Jülicher Forscher werden mit dem neuen Gerät unter anderem Boden- und Pflanzenproben detailliert untersuchen, um so etwa das Verhalten von Fremdstoffen im Boden zu verfolgen oder Signalstoffe der Pflanzen bei Stress zu charakterisieren und zu beobachten.
Im Rahmen der Einweihungsfeier findet ab 10:30 Uhr im Forschungszentrum ein Seminar mit Fachvorträgen zur Massenspektrometrie statt, an das sich mittags die Besichtigung des Geräts und ein Empfang anschließen.

Kompetenzzentrum für organische Massenspektrometrie BioSpec im Forschungszentrum


Wissen: Sommerschule in Shanghai

Die zweite internationale Sommerschule aus der Reihe "Nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen" fand in diesem Jahr vom 19. bis 29. August in Shanghai statt. Zu der gemeinsamen Veranstaltung des Forschungszentrums Jülich, der Tongji Universität Shanghai und des United Nations Environment Programme (UNEP) kamen 29 junge Wissenschaftler aus Brasilien, China, Deutschland, von der Elfenbeinküste und aus Kenia. In Vorlesungen, Diskussionsforen und Feldexkursionen vertieften die Forscher ihr Wissen zum Thema "Management von Wasserressourcen". Dazu besichtigten sie Trinkwasseraufbereitungs- und Abwasserbehandlungsanlagen der Megacity Shanghai sowie das Bauprojekt Dongtan ‑ eine konsequent ökologisch ausgerichtete Stadt für 500 000 Einwohner auf der Insel Chongming in der Yangtze-Mündung.
Sowohl fachlich als auch unter dem Gesichtspunkt des gegenseitigen Kennenlernens und des besser Verstehens waren die Sommerschulen in Shanghai (2007) und Jülich (2006) überaus erfolgreich. Es ist nun vorgesehen, die nächste Veranstaltung in Nairobi (Kenia) abzuhalten. Erste Gespräche mit der UNEP wurden hierzu bereits geführt.

Weitere Informationen / Umweltforschung am Yangtze


shanghai1_klein.jpgGruppenfoto am Eröffnungstag der Sommerschule in Shanghai
Quelle: Forschungszentrum Jülich

shanghai2_klein.jpgDiskussion anlässlich einer Exkursion
Quelle: Forschungszentrum Jülich


Wirbel: Kurze Strompulse schalten winzige Magnetstrukturen

Mit schnellen Strompulsen lassen sich winzige, magnetische Strukturen in hoher Geschwindigkeit umpolen. Das zeigen Jülicher Forscher vom Institut für Festkörperforschung mit Computersimulationen in der Fachzeitschrift "Applied Physical Letters". Ihre Ergebnisse sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zu noch kleineren Datenspeichern, denn die magnetischen Strukturen könnten als Teil integrierter Schaltkreise gezielt angesteuert und damit einzeln geschaltet werden.

An winzigen magnetischen Wirbelstrukturen simulierten die Wissenschaftler den raschen Schaltvorgang. Die stabilen Wirbel bilden sich unter bestimmten Voraussetzungen in magnetischen Materialien von ganz alleine. Sie haben einen "Kern" mit einem Durchmesser von nur etwa zehn Nanometern oder weniger als 100 Atomen, in dem die Magnetisierung jeweils eine von zwei Richtungen einnehmen kann - interessant für miniaturisierte Datenspeicher der Zukunft. Bereits im März entdeckten die Jülicher Forscher eine Methode, um die Wirbel in Rekordgeschwindigkeit umzupolen - durch einen äußeren Magnetfeldpuls. Das nun vorgestellte Schalten mit Hilfe eines Strompulses macht eine gezielte Ansteuerung technisch wesentlich einfacher.

Veröffentlichung
Current-induced magnetic vortex core switching in a Permalloy nanodisk, Y. Liu, S. Gliga, R. Hertel, C.M. Schneider, Appl. Phys. Lett. 91, 112501 (2007)


magnet_470x470.jpgDie Bildfolge zeigt Momentaufnahmen des Umkehrprozesses. Links die Magnetisierung im Gleichgewicht.
Quelle: Forschungszentrum Jülich


Aktuelle Termine:

Hier finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:


Harte Fakten zu weicher Materie

1. - 4. Oktober, Aachen, International Soft Matter Conference 2007

Eine internationale Fachkonferenz zum Thema "Weiche Materie" läuft seit diesem Montag in Aachen. Mehr als 600 Forscher aus Wissenschaft und Industrie haben sich zur ersten "International Soft Matter Conference 2007" angemeldet, die bis zum 4. Oktober dauert.
Jeder kennt sie, jeder nutzt sie - aber was haben sie gemein: Anstrichfarben, Kraftstoffzusätze und Gummimischungen für Reifen? Diese Substanzen lassen sich durch äußere Kräfte, wie Druck, leicht verformen - Naturwissenschaftler bezeichnen sie deshalb als "weich". Weitere Beispiele sind Seifen, Kosmetika oder die Füllung von Babywindeln. Alleine diese Produktfülle lässt auch Laien verstehen, warum das Interesse an "weicher Materie" groß ist. Um diesem Interesse Rechnung zu tragen, veranstaltet das Forschungszentrum Jülich seit 2001 die "Soft Matter Days" und erstmals in diesem Jahr eine Konferenz in größerem Rahmen. Ein besonderer Fokus wird auf biologischen Systemen sowie der Natur nachempfundenen - sogenannten biomimetischen - Systemen liegen. Einer der Plenarsprecher ist Didier Roux, Forschungsdirektor der Firma Saint-Gobain, der über Glas-Technologien sprechen wird.

Programm

http://www2.fz-juelich.de/iff/iff_news/src/contentory_script.php?index=2231


ISMC-2007_0186-1_klein.jpgMehr als 600 Teilnehmer haben sich zur Jülicher "International Soft Matter Conference" in Aachen angemeldet.
Quelle: Forschungszentrum Jülich


ISMC-2007_Gruppenfoto-2_klein_jpgMehr als 600 Teilnehmer haben sich zur Jülicher "International Soft Matter Conference" in Aachen angemeldet.
Quelle: Forschungszentrum Jülich


Durcheinander mit System-Synergetik

22. - 24. Oktober, Bad Honnef, 399. WE-Heraeus Seminar: Synergetics: self-organization principles in animate and inanimate systems

Kein Chaos ist perfekt: Selbst in hochkomplexen Systemen bilden sich stabile, hoch geordnete Strukturen. Dass Gehirnströme, Quantenchaos und menschliches Reiseverhalten dabei den gleichen mathematischen Gesetzmäßigkeiten folgen, werden rund 50 internationale Wissenschafter auf dem 399. WE-Heräus-Seminar diskutieren. Ihr Hilfsmittel ist die so genannte Synergetik, die den Schlüssel liefert, um allgemeingültige Prinzipien dieser Selbstorganisation zu analysieren und mathematisch zu beschreiben. Der Gründer dieses Wissenschaftszweiges, Prof. Hermann Haken aus Stuttgart, wird prominenter Gastredner bei der Veranstaltung sein.



Pressekontakt

Kosta Schinarakis
Wissenschaftsjournalist, Unternehmenskommunikation
Forschungszentrum Jülich
Telefon: Tel. 02461 61-4771
E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de


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