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Kurznachrichten Juni 2009


Spannendes Verhältnis: Wissenschaft und Medien

Mit rund 478.000 Euro fördert die Volkswagenstiftung ein Koopera­tionsprojekt, an dem Prof. Dr. Hans Peter Peters vom Forschungs­zentrum Jülich und Wissenschaftler der Universität Münster und der Freien Universität Berlin beteiligt sind. Unter dem Titel "Die viel­fältigen Beziehungen zwischen Wissenschaft und Nachrichten­medien: eine vergleichende Analyse von Forschungsbereichen aus den Naturwissenschaften, den Sozialwissenschaften und den Geisteswissenschaften" untersuchen die Forscher das Verhältnis von Wissenschaft und Journalismus. Sie gehen davon aus, dass die postulierte "Medialisierung der Wissenschaft" kein genereller Trend ist, sondern dass sich in Abhängigkeit von bestimmten Rand­bedin­gungen in verschiedenen Forschungsfeldern unterschiedliche Formen der Beziehung von Wissenschaft und Medien entwickeln. Um dies zu zeigen, untersuchen die Wissenschaftler 15 Forschungs­gebiete aus den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Das Projekt soll sowohl für Wissenschaftler als auch für Journalisten nützlich sein, will es doch mit Pauschalaussagen über "das" Verhältnis von Wissenschaft und Journalismus aufräumen.


Simulationen retten Menschenleben

Mit rund 5,4 Millionen Euro fördert das Bundesforschungsministerium das Projekt „Hermes“. Es soll mittels Computermodellen helfen, Menschen im Katastrophenfall zu den besten Fluchtwegen zu leiten sowie Sicherheitspersonal und Rettungskräfte optimal einzusetzen. Bei einem Brand in Fußballstadien, Bahnhöfen oder öffentlichen Gebäuden würde über Sensoren erfasst werden, welche Rettungs­wege noch zur Verfügung stehen und wie die Menschen im Gebäude verteilt sind. Supercomputer sollen dann sehr schnell eine Stauprognose erstellen, die es den Hilfskräften ermöglicht, bei kritischen Situationen frühzeitig einzugreifen. Das Jülich Supercomputing Centre koordiniert das Vorhaben Hermes, an dem auch industrielle Partner beteiligt sind, in den nächsten drei Jahren.

Erste Vorstudien und Messungen wurden im Mai in der LTU-Arena in Düsseldorf durchgeführt. Rund 300 Studenten mussten testweise einen Block des Stadions fluchtartig verlassen. Die Videodaten aus Stereo-, Wärme- und normaler Kamera werden dazu dienen, auf den neusten Supercomputern bessere Modelle der Fußgängerbewegung in komplexen Umgebungen zu erstellen. Im Jahr 2011 soll der erste Prototyp eines rechnergestützten Evakuierungsassistenten getestet werden.

Homepage des Projektes

LTUArena_jpgDie farblich gekennzeichneten Fußgänger verlassen bei einem Test auf dem kürzesten Weg das Stadion.
Copyright: LTU Arena


Studiengang "Simulation Sciences" akkreditiert

Die German Research School for Simulation Sciences hat nun offiziell die Akkreditierung für ihren Masterstudiengang "Simulation Sciences" erhalten. Die Akkreditierungsagentur ASIIN stuft den nicht-konsekutiven Studiengang als "stärker forschungsorientiert" ein. Absolventen des zweijährigen Kurses erhalten den Titel "Master of Science". Das Curriculum enthält Pflichtveranstaltungen zu den Themen Numerische Methoden, Paralleles Programmieren, Wissenschaftliche Simulationen, Datenanalyse und Visualisierung. Im Wahlpflichtbereich können die Studierenden aus einem umfangreichen Katalog wählen, der zahlreiche ingenieur- und naturwissenschaftliche Vorlesungen enthält. Unterrichtssprache ist Englisch. Zugangsvoraussetzung ist ein überdurchschnittlicher Bachelor-Abschluss in einer Ingenieur- oder Naturwissenschaft mit Bezug zur Simulation.
Die German Research School for Simulation Sciences bietet ein Master- und ein Promotionsprogramm in den Simulations­wissen­schaften an. Sie vermittelt jungen Wissenschaftlern Spezialkennt­nisse über Computersimulation in den Natur- und Ingenieurwissen­schaften in enger Anbindung an die Forschung. Studenten werden hier zu Experten für Supercomputing und wissenschaftliche Simulationen ausgebildet. Deutschlandweit einmalig ist die hier praktizierte enge Kooperation zwischen einem Forschungszentrum und einer Universität (der RWTH Aachen) in Lehre und Forschung.

Weitere Informationen zum Master-Programm der German Research School for Simulation Sciences


Neutronenforschung: 1,1 Millionen Euro EU-Fördergelder

Die Neutronenforscher des Forschungszentrums Jülich haben rund 1,1 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem 7. EU-Rahmen­pro­gramm für die Nutzung und Weiterentwicklung der Neutronen­streuung für die europäische Wissenschaft eingeworben. Damit kann das Jülich Centre for Neutron Science (JCNS) europäischen Neutro­nenforschern aus Forschung und Industrie weitere 102 Messtage an den Jülicher Forschungsinstrumenten an der Forschungs-Neutronen­quelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) in Garching anbieten. An dieser stärksten Neutronenquelle Deutschlands betreibt das JCNS eine seiner Außenstellen. Die Messzeit an den teils einzigartigen Jülicher Forschungsinstrumenten wird durch einen international besetzten, unabhängigen Gutachterausschuss vergeben. 450 000 Euro werden in die Entwicklung neuer Methoden der Neutronenstreuung fließen. Das JCNS koordiniert dabei ein Entwick­lungsnetzwerk, in dem sieben europäische Forschergruppen daran arbeiten, die Einsatzmöglichkeiten polarisierter Neutronen für die Untersuchung magnetischer Eigenschaften in der Festkörperphysik oder zur Untersuchung der Dynamik einzelner Moleküle in der Polymerphysik und Biologie weiter zu entwickeln. Die Förderung beginnt rückwirkend am 1. Februar 2009 und läuft über vier Jahre.


Fachtagung über Werkstoffe in Fusionskraftwerken

Mehr als 200 Wissenschaftler aus 27 Ländern diskutierten im Mai im Forschungszentrum Jülich über die Kernfusion. Im Zentrum standen die Werkstoffthemen an der Schnittstelle zwischen dem heißen Fusionsplasma und der umgebenden Wand eines Fusionsreaktors. Dabei geht es um ITER, das weltweit größte Fusionsexperiment, das gegenwärtig in Südfrankreich gebaut wird und in etwa zehn Jahren in Betrieb gehen soll. Zwar wird das mehrere hundert Millionen Grad heiße Fusionsplasma im Innern des Reaktors durch starke Magnet­felder von den Wänden ferngehalten. Die Wandmaterialien können aber dennoch durch die sogenannte „Plasma-Wand-Wechsel­wirkung“ beschädigt werden; außerdem kann es auch zu nicht erwünschten Rückwirkungen auf das Plasma kommen. Eine der wichtigsten technologischen Herausforderungen ist also die Bereit­stellung von hochwarmfesten, strahlungsresistenten und plasma­kompatiblen Werkstoffen. Als die aussichtsreichsten Materialien haben sich in langjährigen Arbeiten am Forschungszentrum Jülich faserverstärkte Graphite und Wolfram bei Tests bestens bewährt.


Projekt für effizientere Radiopharmaka

Das Forschungszentrum Jülich ist Teil des Projekts MoBiChip. Mit dem Verbundprojekt, das vom Bundesforschungsministerium mit 1,3 Millionen Euro gefördert wird, soll die Entwicklung und Herstellung von Radiopharmaka effizienter gestaltet werden. Radiopharmaka sind radioaktiv markierte Verbindungen. Sie kommen bei modernen bildgebenden Diagnoseverfahren wie der Positronenemissions­tomografie (PET) zum Einsatz: Die Verteilung der Radiopharmaka wird im Körper des Menschen gemessen; damit ist eine Unter­suchung physiologischer Prozesse ohne operativen Eingriff möglich. Ziel des Verbundprojekts ist es, neue, chipbasierte Synthese­ein­heiten zu entwickeln und damit die Herstellung von Radio­pharmaka für Untersuchungen mit der PET zu erleichtern. Neben dem Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszen­trums gehören die Firmen ABX advanced biochemical compounds und GeSIM (Gesellschaft für Silizium-Mikrosysteme) zu dem Ver­bundprojekt.

Homepage des Instituts


Tschernobyl: Strahlenbelastung geht zurück

Welchen Risiken durch Radioaktivität sind Menschen am Rande der Sperrgebiete rund um Tschernobyl ausgesetzt, insbesondere da, wo sie auf Nahrungsmittel aus Eigenanbau und aus dem Wald ange­wiesen sind? Diese Frage haben Herbert Dederichs, Jürgen Pillath, Burkhard Heuel-Fabianek, Peter Hill und Reinhard Lennartz vom Forschungszentrum Jülich in einer Langzeitstudie im weißrussischen Kreis Korma untersucht. Zwischen 1998 und 2007 haben sie in mehreren Orten die Strahlenbelastung der Menschen mit einer mobilen Ganzkörpermessstation erfasst. Parallel haben sie die Menschen informiert und beraten, wie sich die Aufnahme von Radioaktivität vermeiden lässt. In Verbindung mit dem natürlichen Rückgang der radioaktiven Belastung liegt dadurch die innere Dosis heute im Mittel deutlich unter dem Grenzwert von einem Millisievert pro Jahr, der gesundheitlich als unbedenklich eingestuft wird. Bis 2011 wird diese Dosis unter 0,2 Millisievert pro Jahr fallen. Die radioaktive Belastung in den oberen Waldbodenschichten ist nach wie vor hoch, während die Gemüsegärten und Kartoffeläcker inzwischen fast im Normalbereich liegen. Die zuerst durch das Bundesumweltministerium und ab 2004 durch die Walter-Gastreich-Stiftung geförderte „Korma-Studie“ kommt zu dem Schluss, dass heute keine besondere Gefahr mehr für die Bevölkerung im untersuchten Gebiet besteht, sofern die internen Belastungen weiterhin regelmäßig kontrolliert werden und Wildfleisch und Pilzgerichte weitgehend aus dem Speiseplan gestrichen bleiben.

Weitere Informationen


Aktuelle Termine:

Auf Seite http://www2.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:


Kleine Nacht der Wissenschaft

5. Juni, 18:00 Uhr, Kulturbahnhof, Jülich

Der "Science Express" des Bundesforschungsministeriums ist zurzeit in Deutschland unterwegs und hält vom 4. bis 6. Juni 2009 auch in Jülich. Für das Forschungszentrum Jülich ist der Halt des "Science Express" willkommener Anlass für eine "Kleine Nacht der Wissen­schaft". Am Freitag, 5. Juni, zeigen wir in Zusammenarbeit mit dem Jülicher Kulturbahnhof von 18 Uhr an den Film "Unsere Erde". In dieser spektakulären Naturdokumentation wird die atemberaubende Schönheit unseres Planeten, aber auch ihre Bedrohung durch den Menschen deutlich. Anschließend können die Zuschauer mit Wissenschaftlern des Forschungszentrums und der Fachhochschule Aachen diskutieren. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zur Veranstaltung bei Erhard Lachmann:
E-Mail:
Tel. 02461 61-1841

Mehr Informationen zum Wissenschaftszug


10. Jülicher Werkstoffsymposium:
Gasseparationsmembranen für fossile Kraftwerke

15. - 16. Juni, Forschungszentrum Jülich, Auditorium

Keramische Membranen können effektiv Gase trennen und so zu Kraftwerken beitragen, die erheblich weniger Mengen des Klimagases Kohlendioxid ausstoßen. Auf dem Symposium diskutieren die weltweit führenden Experten die aktuellen Entwicklungen auf den Gebieten Material, Herstellung, Charakterisierung und Einbau in den Kraftwerksprozess.

Mehr Informationen



Pressekontakt:

Kosta Schinarakis
Tel. 02461 61-4771
E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de

Erhard Lachmann
Tel. 02461 61-1841
E-Mail: e.lachmann@fz-juelich.de


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