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Kurznachrichten September 2009


Reißverschluss-Effekt lässt Passanten strömen

Bei der Flucht aus Stadien und Hallen strömen an den Ausgängen viele Menschen auf engem Raum. Dass sich die Flüchtenden dennoch überraschend schnell durch die Engstelle retten können, liegt am sogenannten Reißverschlusseffekt, wie Jülicher und Wuppertaler Forscher nun herausfanden. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Transportation Science" berichten sie von ihren Versuchen mit 60 Probanden, die durch verschieden große Engstellen geleitet wurden. Der Passantenfluss stieg dabei kontinuierlich mit der Breite der Passage und nicht sprunghaft, wie bislang angenommen. Bisher war man davon ausgegangen, dass der Fluss erst steigt, wenn die Engstelle um die Breite einer weiteren Person vergrößert wird. "Auch kleinere Verbreiterungen verbessern den Fluss", sagt Projektleiter Dr. Armin Seyfried vom Forschungszentrum Jülich. "Die Pfade der Fußgänger verzahnen sich im Gehen wie die Haken eines Reisverschlusses und nutzen die Breite des Ganges optimal." Da sie nun nicht mehr direkt hintereinander gehen, kann die Entfernung zum Vordermann unterhalb der Schrittlänge sinken, und mehr Menschen passieren die Engstelle. Die neuen Ergebnisse könnten helfen, Fluchtwege und -türen besser an die Anforderungen im Notfall anzupassen.

Seyfried et. al, New Insights into Pedestrian Flow Through Bottlenecks, TRANSPORTATION SCIENCE, Vol. 43, No. 3, August 2009, pp. 395-406, DOI: 10.1287/trsc.1090.0263


Jülicher kommentiert aktuelle Nanomagnetismus-Forschung

Die Zeitschrift Physics hat Riccardo Hertel vom Forschungszentrum Jülich um einen Gastkommentar zu einem aktuellen Forschungsergebnis gebeten. Der Experte für Magnetisierungsdynamik im Jülicher Institut für Festkörperforschung würdigt in seinem Artikel die Forschung eines internationalen Teams um Theo Rasing von der Radboud University Nijmegen, das in der renommierten Fachzeitschrift Physical Review Letters berichtet. Es konnte gezeigt werden, dass sich die Magnetisierung von dünnen Schichten mittels spezieller Laserpulsen in der sehr kurzen Zeit von 30 Billionstel Sekunden umdrehen lässt. Auf diesem Prinzip könnten Schaltprozesse in den Computerspeichern der Zukunft basieren und so klassische Speicher ersetzen. Hertel lobt insbesondere die ausgeklügelte Verbindung von Experiment und Theorie in der vorliegenden Arbeit. Diese ermöglicht erst die tiefere Einsicht in diesen Effekt, der Prozesse von der atomaren bis zur makroskopischen Skala umfasst. Hertel selbst hatte im Jahre 2007 eine Arbeit zu einem ähnlich schnellen Schalteffekt publiziert, der statt Laserlicht auf kurzen magnetischen Pulsen beruhte. Beide Effekte belegen, dass magnetische Speicher sehr hohe Schaltgeschwindigkeiten zulassen.

Mehr Informationen:


Bodenforschung durch "Special Section" präsentiert

Die hochangesehene Fachzeitschrift Vadose Zone Journal hat in ihrer aktuellen Ausgabe den Jülicher Bodenforschern eine "Special Sektion" gewidmet. Insgesamt 14 Fachartikel stellen die Arbeit von Prof. Harry Vereecken und seinen Mitarbeitern am Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre vor. Mit der Sonderveröffentlichung im vom amerikanischen Verband "Soil Science Society of America" herausgegebenen Journal wird das internationale Renommee der Jülicher Forschung unterstrichen.

In Jülich werden Transport und Umwandlung von Stoffen in Böden und in oberflächennahem Grundwasser untersucht. Mit diesem Wissen lassen sich Maßnahmen entwickeln, um etwa landwirtschaftliche Flächen und Grundwasser nachhaltig zu nutzen. Es werden Kernspinresonanztomografie, Massenspektroskopie und molekularbiologische Methoden genutzt, um die physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften zu bestimmen. Mittels hydrogeophysikalischer Verfahren wie etwa Bodenradar und Widerstandsmessungen wird der Wassertransport im Boden untersucht. Schließlich werden Supercomputer genutzt, um detaillierte mathematische Modelle des Bodens zu entwickeln. Die Simulationen helfen, die Freisetzung von Kohlendioxid und den Transport von Schadstoffen vorherzusagen.

Geoverbund gegründet

Zu einem Netzwerk der Geowissenschaften haben sich die Universitäten Aachen, Bonn und Köln mit dem Forschungszentrum Jülich im August zusammengeschlossen. Im sogenannten Geoverbund ABC/J wollen die Partner ein gemeinsames Forschungsprofil entwickeln. Es berücksichtigt den Wandel der modernen Geowissenschaft zu einer Systemwissenschaft, die das komplexe Erdsystem einschließlich der Wechselwirkung mit dem Menschen untersucht. Im Fokus stehen dazu vier Themen: Die Evolution der Erde und des Lebens, Umweltdynamik und Atmosphäre im Globalen Wandel, Terrestrische Systeme und Georessourcenmanagment sowie Risiko und Risikoregulierung. Ziel ist es, als Geoverbund Verbundprojekte zu beantragen und erfolgreich an der Exzellenz-Cluster-Initiative 2011 teilzunehmen. Jülich wird mit Wissenschaftlern des Instituts für Chemie und Dynamik der Geosphäre an den drei letztgenannten Themen forschen.

Homepage des Jülicher Instituts für Chemie und Dynamik der Geosphäre


Jülich kooperiert mit polnischen Materialforschern

Mit einem Memorandum of Understanding festigten die Krakauer AGH University of Science and Technology und das Forschungszentrum Jülich ihre langjährige Zusammenarbeit. Anlässlich seiner Polenreise unterschrieb Prof. Harald Bolt, Vorstandsmitglied des Forschungszentrums Jülich, die Vereinbarung zusammen mit Prof. Antoni Tajdus, Rektor der AGH.

Die Kooperation zwischen den Institutionen befasst sich mit neuen Materialien für die Energietechniken der Zukunft etwa Hochtemperaturstählen und Keramiken für effiziente Kraftwerke und Brennstoffzellen. Dafür werden insbesondere die Kompetenzen im Bereich Transmissionselektronenmikroskopie genutzt, um die makroskopischen Materialeigenschaften aus den mikroskopischen Kristallstrukturen zu erklären.

Seit 25 Jahren besuchen Jülicher und Polen regelmäßig das Partnerinstitut, haben gemeinsam mehr als 200 Fachveröffentlichungen geschrieben und organisieren gemeinsame Konferenzen und Seminare. Getragen wurde die Zusammenarbeit von Prof. Aleksandra Czyrska-Filemonowicz aus Krakow und Prof. Lorenz Singheiser sowie Dr. Heinz-Josef Penkalla aus Jülich.


Humboldt-Stipendiat in Jülich

Im Rahmen eines Forschungsstipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung wird Dr. Bin Qiao ein Jahr lang am Jülich Supercomputing Centre arbeiten. Der Forscher vom Institute of Applied Physics and Computational Mathematics in Beijing wird Simulationen entwickeln, die die Wechselwirkung von Laserlicht und Elementarteilchen beschreiben. Mit Laserlicht könnten sich geladene Teilchen effektiv auf hohe Geschwindigkeiten bringen lassen, wie sie für Experimente in der Teilchenphysik benötigt werden. Kompakte, laserbasierte Teilchenbeschleuniger könnten auch in weiterer Zukunft in der Strahlentherapie helfen, Krebspatienten eine schonende Behandlung zu ermöglichen.

Homepage der Arbeitsgruppe
Mehr Information zur Teilchenbeschleunigung mittels Lasern


Aktuelle Termine

Auf Seite www2.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:


Deutsch-Chinesischer Workshop: Environmental Impacts of the Yangtze Three Gorges Project - Quality Aspects of Water

25. bis 26. Oktober 2009, Wuhan, China

Im Rahmen des Yangtze-Projekts beobachten internationale Forschergruppen die Umweltveränderungen in China am Fluss Yangtze als Folge der Errichtung des Drei-Schluchten-Staudamms. Das Forschungszentrum koordiniert die Arbeiten zu Themen wie etwa Gewässerqualität, Vegetation, Hangrutschungen und Frühwarnsystem sowie Auswirkungen des Landnutzungswandels. Ziel des aktuellen Workshops ist es, die bisher in beiden Ländern durchgeführten Forschungsarbeiten gemeinschaftlich zu diskutieren, mögliche Handlungsempfehlungen abzuleiten und die zukünftige Forschung abzustimmen. Der Workshop findet im Rahmen des deutsch-chinesischen Jahres der Wissenschaft und Bildung statt und wird mit Förderung seitens des Bundesforschungsministeriums durch das Changjiang Water Resources Protection Institute und das Forschungszentrum Jülich organisiert.


Workshop on Nuclear Models for use in Hadron Therapy

8. bis 9. Oktober, 2009, Forschungszentrum Jülich

Elementarteilchen wie Hadronen können gezielt im Kampf gegen Tumore eingesetzt werden. Sie geben ihre Energie punktgenau im kranken Gewebe ab und zerstören es, wenn ihre physikalischen Eigenschaften richtig abgeschätzt wurden. Dieser Workshop dient zum Informationsaustausch zwischen theoretischen und Experimentalphysikern sowie Medizinern, um die vorhanden Modelle zu verbessern und bessere Therapien möglich zu machen.



Pressekontakt

Kosta Schinarakis
Tel. 02461 61-4771
E-Mail:


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