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Kurznachrichten Juni 2010

Jülich stellt Projekt für "Wendelstein 7-X" fertig

Erfolgreicher Abschluss für den Jülicher Anteil am Fusionsexperiment in Greifswald: Wissenschaftler des Forschungszentrums entwickelten und bauten insgesamt 140 supraleitende elektrische Verbindungselemente für den Stellarator "Wendelstein 7-X". Die letzten Elemente werden am 30. Juni feierlich in Greifswald übergeben.
Mit Beteiligung des Forschungszentrums Jülich und unterstützt von der Europäischen Union baut das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald den Stellarator "Wendelstein 7-X". Im Jahr 2014 soll hier ein Fusionsexperiment in Betrieb gehen. Mit den Erfahrungen aus dem eigenen Fusionsexperiment "TEXTOR" und einem Budget von 30 Millionen Euro entwickelte die Jülicher Fusionsforschung in wenigen Jahren ein außergewöhnliches System von elektrischen Versorgungsleitungen für das Greifswalder Experiment. Denn supraleitende Spulen, die extrem komplex geformt sind, brauchen auch supraleitende Stromkabel, die widerstandslos Strom leiten und bei einer Temperatur von -269 °C zudem Hochspannung von bis zu 13.000 Volt und extrem starke mechanische Kräfte dauerhaft aushalten: die sogenannten "Bus Bars".

Um die Aufgabe zu bewältigen, baute das Forschungszentrum Jülich eine rechnergesteuerte Produktionsstraße. An einem 1:1-Modell eines Fünftels von "Wendelstein 7-X" wurden die komplexen Leitersysteme unter denselben Bedingungen getestet, wie sie später im Greifswalder Fusionsexperiment erwartet werden.

Ziel der europäischen Fusionsforschung ist es, auf der Erde nach dem Prinzip der Sonne Energie zu erzeugen. Das Forschungszentrum Jülich ist mit seinen Kernkompetenzen Materialforschung, Plasma-Wand-Wechselwirkung, Diagnostikentwicklung und Fusionstechnologie am Aufbau des internationalen Fusionsexperiments ITER in Südfrankreich und "Wendelstein 7-X" beteiligt.

Panoramabild Wendelstein. Foto: Forschungszentrum Jülich

wendelstein_470x470_JPGPanoramabild der Jülicher Produktionsstraße für die supraleitenden Spulenverbindungen für "Wendelstein 7-X". Foto: Forschungszentrum Jülich.


EU beruft Andreas Wahner in Expertengruppe zu Aschewolken

Nach dem Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull hat die spanische EU-Ratspräsidentschaft eine europäische "Volcanic Ash Cloud Expert Group" initiiert, um Prognosen und Messergebnisse auf nationaler und internationaler Ebene rasch austauschen zu können. Prof. Andreas Wahner vom Forschungszentrum Jülich wurde als einziger deutscher Vertreter in diese Expertengruppe berufen. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem GeoForschungszentrum Potsdam (GFZ) haben die Wissenschaftler der Helmholtzzentren sowie Forschungseinrichtungen aus Frankreich, Italien, England, Spanien, Portugal und Österreich nun in einem ersten Schritt Vorschläge für Maßnahmen gesammelt. Eine konkrete Auswahl daraus soll der EU bis voraussichtlich Ende Juni vorgelegt werden.

Das Forschungszentrum will sich mit Messungen des LIDAR-Systems und einem atmosphärischen regionalen Prognosemodell zur Vorhersage der Ausbreitung von Aschewolken beteiligen, zudem mit dem zukünftigen Einsatz von Messgeräten, die auf Linienflugzeugen mitfliegen und Aschepartikel erfassen können.

Mehr Informationen zur Jülicher Atmosphärenforschung:


BMBF kürt Hermes zum Projekt des Monats

Konzerte, Volksfeste, Fußballstadien – Welche Strategien gibt es, um Menschen in Großveranstaltungen sicher zu leiten und im Krisenfall schnellstens zu evakuieren? Das von Jülicher Forschern koordinierte Projekt Hermes entwickelt computerunterstützte Konzepte für einen Evakuierungsassistenten, der zeitnah Polizei, Feuerwehr und Sicherheitsdienste mit einer Prognose über die Besucherströme versorgt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) würdigt Hermes als Projekt des Monats auf seinem Onlineportal und stellt es ausführlich vor. Den Kern des Evakuierungsassistenten bildet ein leistungsfähiger Computer. Er führt die aktuellen Daten aus der automatischen Personenzählanlage sowie aus dem Gefahrenmanagementsystem, das den Zustand des Gebäudes kontrolliert, zusammen. Diese werden in der Echtzeit-Simulation des Personenstroms berücksichtigt. Innerhalb einer Minute soll eine Prognose über die Bewegung aller anwesenden Personen während der nächsten 15 Minuten berechnet werden. Über ein Kommunikationsmodul werden die Informationen den Entscheidungsträgern vor Ort zur Verfügung gestellt. Im Sommer 2011 absolviert der Hermes-Evakuierungsassistent seinen ersten großen Praxistest im realen Maßstab in der Düsseldorfer Arena.


Mechanische Kontrolle molekularer Spinzustände

Physiker aus Jülich, den USA und Argentinien haben gezeigt, wie sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Moleküle mechanisch kontrollieren lassen. Ihr Modell-System kann zur präzisen Überprüfung physikalischer Theorien dienen, berichten sie in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Science". Die Forscher bestätigten mit seiner Hilfe erstmals eindeutig theoretische Vorhersagen über den "underscreened Kondo-Effekt". Dieser entsteht durch die partielle Abschirmung des magnetischen Moments eines Atoms – Spin genannt – durch die Elektronen von nicht-magnetischem Metall, die das Atom umgeben.

Der Effekt zeichnet sich durch eine ungewöhnliche elektrische Leitfähigkeit bei sehr tiefen Temperaturen aus. Zukünftig könnte er einmal für die Speicherung und Verarbeitung von Daten in der Informationstechnologie nützlich sein. Entscheidend für die Stärke des Effekts sind die räumliche Position der Atome zueinander und die Symmetrie der Anordnung.

Wissenschaftler der US-amerikanischen Cornell-Universität koppelten für ihre Experimente jeweils einen Komplex aus einem zentralen Kobaltatom und organischen Molekülen zwischen die atom-feinen Spitzen zweier Golddrähte. Die Moleküle dehnten sie mechanisch und veränderten damit Anordnung und Symmetrie der Atome; gleichzeitig maßen die Forscher die Leitfähigkeit. Aus den gewonnenen Daten konnten Physiker der Cornell-Universität, der argentinischen Kommission für Atomenergie CNEA und der Jülicher Wissenschaftler Dr. Theo Costi erstmals die charakteristischen Änderungen der Leitfähigkeit mit bestimmten Spinkonstellationen über einen großen Temperaturbereich in Einklang bringen und damit theoretische Vorhersagen über den "underscreened Kondo-Effekt" eindeutig belegen. Costi erwartet nun, dass weitere experimentelle Nachweise des Effekts an magnetischen Molekülen oder Atomen rasch folgen werden.

Science Vol. 328. no. 5984, pp. 1370 – 1373;
DOI: 10.1126/science.1186874


"The Heat is on" – Klimawandel und die Medien

Rund 1300 Medienvertreter aus aller Welt werden vom 21. bis 23. Juni in Bonn beim "Global Media Forum" der Deutschen Welle erwartet. Sie wollen sich in Podiumsdiskussionen und Workshops mit Akteuren aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Entwicklungs-Zusammenarbeit und Wissenschaft über den Klimawandel und die zentrale Rolle der Medien für die öffentliche Wahrnehmung dieses Themas austauschen. Das Forschungszentrum Jülich organisiert dazu einen Workshop, in dem Forscher aus Jülich, Bonn, Halle und Garmisch-Partenkirchen mit Journalisten die regionalen Folgen des Klimawandels diskutieren.

Klimamodelle sagen relativ gut voraus, was auf der globalen Ebene geschieht. Regional jedoch ist die Ungewissheit groß. Wie wird sich das Klima hier im Rheinland verändern? Was kommt auf den Schwarzwald oder das Allgäu zu? Die konkreten Auswirkungen auf Ökosysteme, Landnutzung und Infrastruktur untersuchen Wissenschaftler im Großvorhaben TERENO (TERrestrial ENvironmental Observatories). Das Projekt – getragen von sechs Helmholtz-Zentren und koordiniert vom Forschungszentrum Jülich – ist die bisher umfangreichste Untersuchung zu langfristigen regionalen Folgen des Klimawandels.


Forschung für den "Null-Watt-PC"

STEEPER ist der Name eines europäischen Forschungsprojekts zur Entwicklung energiesparender Transistoren, an dem auch ein Team von Wissenschaftlern des Jülicher Instituts für Bio- und Nanosysteme unter Leitung von Prof. Siegfried Mantl beteiligt ist. Der Startschuss für STEEPER fiel Anfang Juni.

Bei dem Projekt geht es darum, mit einem neuen Schaltungskonzept, einem "Tunnel-Transistor" und dem Einsatz neuer Materialien den Energieverbrauch von Transistoren zu reduzieren. Hintergrund: Elektronische Geräte wie PCs schlagen mittlerweile in einem durchschnittlichen europäischen Haushalt mit zwölf Prozent des Energieverbrauchs zu Buche – und das zu einem guten Teil im Stand-By-Modus. Mit dem Projekt STEEPER, an dem auch Firmen wie Globalfoundries, Infineon und IBM beteiligt sind, wollen die Wissenschaftler dem Ziel eines "Null-Watt-PCs" näher kommen, also eines Computers, Notebooks oder auch Mobiltelefons, das im Ruhestand keinen Strom verbraucht.

Weitere Informationen zum Institut für Bio- und Nanosysteme


Jülich vertieft Zusammenarbeit mit Universitäten in Georgien

Das Forschungszentrum Jülich schloss im Mai Kooperations-Vereinbarungen mit zwei georgischen Universitäten, der Tbilisi State University (TSU) und der Georgian Technical University (GTU). Die TSU verlieh Prof. Hans Ströher vom Institut für Kernphysik, der die Jülicher Delegation leitete, die Ehrendoktorwürde.

Zwischen dem Jülicher Institut für Kernphysik (IKP) und dem Physikalischen Institut der TSU bestehen seit vielen Jahren intensive Kontakte, die in jüngerer Zeit auf andere Bereiche des Forschungszentrums sowie wissenschaftliche Einrichtungen in Georgien ausgedehnt wurden. Jülich pflegt über das IKP seit 1993 Kontakte mit dem High Energy Physics Institute (HEPI) der TSU. Zum Kern der Zusammenarbeit wurde eine am IKP etablierte georgische Arbeitsgruppe mit einem stetigen Austausch von Diplomanden bzw. Doktoranden von der TSU. In diesem Jahr waren neben Mitgliedern des IKP auch Teilnehmer anderer Institute sowie der Zentralabteilung Technologie bei dem Treffen in Tiflis.

Prof. Hans Ströher (links) vom Jülicher Institut für Kernphysik mit Ehrenurkunde.

DPP_0040_470x470_JPGIn Tiflis mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet: Prof. Hans Ströher (links) vom Jülicher Institut für Kernphysik.
Copyright: Forschungszentrum Jülich

Weiterführende Informationen:


Aktuelle Termine

Auf der Seite http://www2.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:

Jülicher Fusionsforschung auf der MS Wissenschaft

11.-12. August, Duisburg, 14.-16. August 2010
Bonn Die MS Wissenschaft, das Ausstellungsschiff von Wissenschaft im Dialog, ist unterwegs und legt im August in Duisburg und Bonn an. In diesem Jahr lädt das umgebaute Binnenfrachtschiff zu einem Besuch auf den "Planeten Energie" ein. Die Jülicher Fusionsforschung ist mit einem eigenen Ausstellungsstück vertreten: Mit an Bord ist das Magnet-Plasma-Exponat des Instituts für Energieforschung-Plasmaphysik: Besucher haben damit die Möglichkeit zu erproben, wie Magnetfelder ein ringförmiges Plasma beeinflussen können.

Mehr Informationen zur MS Wissenschaft (Wissenschaft im Dialog)


Forschungsverbund Erneuerbare Energien wird 20

11.-12. Oktober 2010, Berlin
Der Forschungsverbund Erneuerbare Energien (FVEE) wird 20 Jahre alt. Gelegenheit, zurückzublicken – und in die Zukunft zu schauen. So stellen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Mitgliedsinstituten bei der Jahrestagung 2010 in Berlin der Frage, was zu tun ist, „um die Energieversorgung spätestens bis 2050 mit 100 Prozent Erneuerbaren zu ermöglichen“.

Mehr Informationen zur Jahrestagung (FVEE)


Pressekontakt: Erhard Lachmann, Tel. 02461 61-1841, e.lachmann@fz-juelich.de


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