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Kurznachrichten Juni 2011

Preise für Jülicher Ausgründung

Die Firma Phenospex hat innerhalb eines Monats gleich zwei Preise erhalten: Das Ausgründungsprojekt des Forschungszentrums Jülich gewann im Juni den ersten Preis des Starter Awards in der Euregio Maas-Rhein, nachdem es im Mai bereits den zweiten Platz beim Existenzgründungswettbewerb "AC2" der GründerRegion Aachen belegt hatte.

Das junge Unternehmen hat ein System zur Analyse des Pflanzenwachstums entwickelt. Der "PlantEye"-Scanner kann große Pflanzenbestände vollautomatisch in 3D vermessen und dadurch Werte wie Blattfläche und Pflanzenhöhe ermitteln. Die Ergebnisse lassen sich direkt mit Pflanzen- und Umweltparametern abgleichen – zum Beispiel zur effizienteren Dosierung von synthetischen Wirkstoffen im Produktionsgartenbau oder als Hilfsmittel zur Entwicklung von neuartigen Pflanzenschutzmitteln und Saatgut.

Der Start des Unternehmens wurde durch den Helmholtz Enterprise Fonds gefördert. Einer der Gründer, Dr. Grégoire Hummel, arbeitete vorher als wissenschaftlicher Mitarbeiter am ehemaligen Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre des Forschungszentrums Jülich, aus dem das Institut für Bio- und Geowissenschaften hervorgegangen ist.

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Jülicher Pflanzenforschung

Phenospex

Gründerregion - Gründungswettbewerb

Wie das Gehirn abstrakte Wertbegriffe verarbeitet

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich konnten erstmals zeigen, dass das grundsätzliche Wertemuster einer Person darüber entscheidet, wo und wie im Gehirn wertebasierte Entscheidungen getroffen werden. In einem Projekt im Rahmen der Jülich Aachen Research Alliance JARA untersuchten die Forscher aus dem Institut von Prof. Dr. Karl Zilles zusammen mit Kollegen der Universität zu Köln, ob sich im Gehirn ein neurobiologisches Korrelat für die Verarbeitung abstrakter Wertbegriffe finden lässt. "Bei bisherigen bildgebenden Untersuchungen zum Thema 'Werte und Moral' mussten Probanden sich immer in konkreten Dilemma-Situationen entscheiden, beispielsweise, ob sie eine Entscheidung treffen können, bei der eine Person vom Zug überfahren wird, um zehn andere Personen zu retten", erläutert Projektleiterin Dr. Svenja Caspers vom Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin. "Solche konkreten Dilemmata greifen aber nur einen kleinen Teil des Wertespektrums einer Person ab. In unserem Forschungsprojekt dagegen hatten die Probanden abstrakte Wertbegriffe wie 'Teamwork', 'Familie' oder 'Sicherheit' zu verarbeiten." Interessanterweise zeigte sich, dass sich die Teilnehmer in zwei Gruppen mit unterschiedlichen Wertvorstellungen einteilen ließen. Die Gruppe der "Individualisten" bevorzugte häufig Wertbegriffe, die dem Wunsch nach eigener Selbstentfaltung entgegen kamen, wohingegen bei den sogenannten "Kollektivisten" in vielen Fällen die Werte der Gruppe im Vordergrund standen.

Auffällig war, dass auf der neurobiologischen Ebene bei beiden Gruppen während der Entscheidungsprozesse unterschiedliche Hirnareale aktiviert wurden. Während bei den "Individualisten" das limbische System – das vor allem für die Verarbeitung von Emotionen bekannt ist – und hier insbesondere die Amygdala aktiv war, wurde bei den "Kollektivisten" ein ganz anderes Netzwerk von Hirnrindenarealen gefunden: Scheitel- und Stirnlappen. Diese sind offenbar für rationale Entscheidungsprozesse zuständig.

"Im Rahmen unseres Projekts zeigte sich ein überraschend klarer Unterschied, ob ein Proband wertebasierte Entscheidungen eher rational-kognitiv im Sinne der Gruppenzugehörigkeit oder emotional im Sinne individualistischer Werte trifft", erklärt Svenja Caspers. "Wir konnten somit zeigen, dass die Verarbeitung von wertebasierten Entscheidungen im Gehirn durch grundsätzliche Wertemuster geprägt ist, die jedem Menschen eigen sind und aus seiner individuellen Sozialisation kommen." Diese Ergebnisse helfen zu verstehen, welche generellen Verarbeitungsprinzipien involviert sind, wenn Menschen wertebasierte Entscheidungen unabhängig von einer konkreten Situation treffen. Da sich die Wertvorstellungen einer Person ändern können, ist davon auszugehen, dass diese beiden Verarbeitungsprinzipien für alle Menschen in ähnlicher Weise zugänglich sind und je nach Biographie unterschiedlich aktiviert werden.

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Der Aufsatz im Internet:
plosone: Moral Concepts Set Decision Strategies to Abstract Values
DOI:10.1371/journal.pone.0018451

Institut für Neurowissenschaften und Medizin

JARA BRAIN

Offizieller Start der Kooperation mit Neutronenquelle
FRM II

In Garching gründete sich im Juni ein Koordinierungsrat zur wissenschaftlichen Nutzung der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II). Aufgabe des Gremiums ist es, Leitlinien für den gemeinsamen Nutzerbetrieb am FRM II festzulegen und die ordnungsgemäße Verwendung der Finanzmittel aus dem Kooperationsvertrag sicherzustellen. Die TU München und die drei beteiligten Helmholtz-Zentren Jülich, Berlin und Geesthacht hatten 2010 eine Kooperation vereinbart, die von Seiten des BMBF mit 300 Millionen Euro für die nächsten zehn Jahre ausgestattet wird. Prof. Sebastian M. Schmidt, Vorstandmitglied des Forschungszentrums Jülich, wurde in der konstituierenden Sitzung des Rats zum Vorsitzenden gewählt. "Mit der Gründung des Koordinierungsrats wurde die Zusammenarbeit der beteiligten Helmholtz-Zentren mit dem FRM II auf ein sicheres Fundament gestellt. Die gemeinsame wissenschaftliche Nutzung des FRM II setzt Synergien frei und wird unseren internationalen Spitzenplatz in der Forschung mit Neutronen weiter ausbauen", so Schmidt. Prof. Dieter Richter (Forschungszentrum Jülich) und Prof. Winfried Petry (TU München) leiten gemeinsam die wissenschaftliche Nutzung des FRM II. Das Amt des Sprechers des wissenschaftlichen Direktoriums wurde für zwei Jahre an Winfried Petry übertragen. Der Koordinationsrat hat insgesamt acht Mitglieder. Die eine Hälfte vertritt die TU München und das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, die andere Hälfte die drei Helmholtz-Zentren sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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Jülicher Neutronenforschung

Technische Universität München / Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II)

Jülicher Beitrag zum Forschungsprojekt EUCAARI

Der abkühlende Effekt von Aerosolen - Schwebeteilchen - in der Atmosphäre wird bis zum Jahr 2030 stark schwinden. Interessanter-weise ist dies auch die Folge von Luftreinhaltemaßnahmen, die die Vorläufer der Aerosole entfernen. Das ist ein wesentliches Ergebnis des jüngst abgeschlossenen Forschungsprojekts EUCAARI, an dem auch Jülicher Atmosphärenforscher beteiligt waren. Das Ausbalancieren von Luftreinhaltemaßnahmen und Klimaschutz ist daher eine der Herausforderungen für die europäische Wissenschaft und Politik in den nächsten Jahrzehnten.

EUCAARI (European Integrated project on Aerosol Cloud Climate and Air Quality Interaction) war bislang das größte europäische Projekt zur Erforschung von Aerosolen und wurde von Wissenschaftlern der Universität Helsinki koordiniert. 48 Forschungsinstitute aus 24 Ländern waren an dem 15-Millionen-Projekt beteiligt.

Jülicher Wissenschaftler des Instituts für Energie- und Klimaforschung wiesen in einem Beitrag zu dem Projekt nach, dass bei steigenden globalen Temperaturen Wälder ihr Potenzial verlieren können, klimakühlend zu wirken. Sie entdeckten, dass durch veränderte Ausdünstungen der Bäume die Bildung von Schwebeteilchen erschwert wird. Weil diese Teilchen aber als Kondensationskeime für Wolken­tröpfchen dienen, sind eine geringere Bewölkung und damit vermehrte Sonneneinstrahlung auf den Erdboden die Folge.

Die Aerosolbildung unter natürlichen atmosphärischen Bedingungen untersuchten die Jülicher Forscherinnen und Forscher parallel in der Atmosphären­simulations­kammer SAPHIR. Ihr besonderes Augenmerk galt den Alterungsprozessen von Aerosolen in der Atmosphäre: wie sich ihre Zusammensetzung in bestimmten Zeiträumen verändert und wie sich dies auf die Bildung von Wolkentröpfchen auswirkt. Die gewonnenen Daten fließen nun in Modellrechnungen ein.

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EUCAARI

Jülicher Troposphärenforschung

Universität Helsinki - UH: Pan-European research effort improves the understanding of the impacts of aerosols and trace gases on climate and air quality

Peter Grünberg erneut in den "Top 100" von "Computerwoche"

Der Jülicher Physiker und Nobelpreisträger Prof. Peter Grünberg ist von der Zeitschrift „Computerwoche“ erneut in den Kreis der 100 wichtigsten IT-Persönlichkeiten gewählt worden. Grünberg erhielt 2007 gemeinsam mit dem französischen Forscher Albert Fert von der Universität Paris-Süd den Nobelpreis für Physik. Die beiden Festkörperforscher wurden damit für ihre Entdeckung des Riesenmagnetowiderstandseffekts (Giant Magnetoresistance Effect, GMR) geehrt. Der GMR-Effekt ermöglichte den Durchbruch zu Gigabyte-Festplatten und begründete die Zukunftstechnologie Spintronik. Die Zeitschrift wird das Ranking am 16. August in Form einer Beilage veröffentlichen.

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Peter Grünberg und der GMR-Effekt

Peter Grünberg Institut (PGI)

Deutsch-russischer Workshop zur Nanoelektronik

Zu einem Workshop mit dem Titel "Future Trends in Nanoelectronics" trafen sich Mitte Juni russische und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Forschungszentrum Jülich. Der Workshop stand im Zeichen des deutsch-russischen Wissenschaftsjahres. Sein Ziel war es, die bestehende Zusammenarbeit zu stärken und den Aufbau eines deutsch-russischen Forschungsnetzwerks im Bereich Nanoelektronik zu fördern. Besonderes Augenmerk lag auf den Beiträgen von Nachwuchswissenschaftlern und Studenten. Auf dem Gelände des Forschungszentrums entsteht in den nächsten Jahren die Helmholtz Nanoelectronic Facility (HNF): ein modernes Reinraumzentrum mit rund 1000 Quadratmetern Fläche, in das eine Summe von rund 25 Millionen Euro investiert wird. In der HFN sollen unter anderem Materialien, Prozesse und Strukturen im Nanometerbereich für die nächste Generation der Halbleiter in den Chips von übermorgen entwickelt werden.

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Jülicher Forschung im Bereich Halbleiter-Nanoelektronik

Gast aus Polen bei Jülicher Werkstoff-Forschern

Prof. Maciej Banach, Unterstaatssekretär im Ministerium für Wissenschaft und Hochschulbildung der Republik Polen, besuchte Anfang Juni das Forschungszentrum Jülich. Das besondere Interesse des polnischen Gastes galt der Jülicher Forschung zu Werkstoffstrukturen und -eigenschaften, die Vorstandsmitglied Prof. Harald Bolt und Institutsleiter Prof. Lorenz Singheiser erläuterten. Auf dem Programm stand auch ein informeller Austausch mit Studenten, darunter auch von Partneruniversitäten aus Polen.

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Jülicher Institutsbereich Werkstoffstruktur und -eigenschaften

Termine

Auf der Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:

Forscherwoche Energie im JuLab

29. August – 2. September, JuLab
In der Forscherwoche gehen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 13 der Frage nach, wie eine umweltschonende Energieversorgung im 21. Jahrhundert gewährleistet werden kann. Jeden Tag erhalten sie einen Einblick in einen anderen Jülicher Forschungsbereich zum Thema „Energie“. Im Labor werden unterschiedliche Brennstoffzellentypen untersucht, geplant sind auch Vorträge zu Photovoltaik, Nuklearer Sicherheitsforschung und den Herausforderungen der Kernfusion. Außerdem befassen sich die Teilnehmer mit der Verbesserung herkömmlicher Braunkohlekraftwerke.

Mehr Informationen zur Forscherwoche

Europäische Sommerschule für Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie

22. August – 2. September, Viterbo, Italien Bei der ersten gemeinsamen europäischen Sommerschule für Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie geht es um Themen aus dem gesamten Gebiet der Hoch- und Niedertemperatur-Brennstoffzellen und auch um die Wasserstofftechnologie. Sie richtet sich an Neueinsteiger ebenso wie Studenten mit Vorkenntnissen und Berufsanfänger in diesem Bereich.

Programm und weitere Informationen (eng):
 Programme, registration details, contact information (PDF, 199 kB)


Pressekontakt Kurznachrichten

Pressekontakt: Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de


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