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Kurznachrichten Januar 2012

Gefälschte Arzneimittel und Drogen früh erkennen

Die Jülicher Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppe NoStraBis arbeitet an der Entwicklung eines fluoreszenzbasierten Erkennungssystems, mit dem sich Arzneimittel von Fälschungen unterscheiden und Drogen frühzeitig nachweisen lassen. Die Wissenschaftler um Dr. Carolin Huhn beschäftigen sich in dem im November 2011 angelaufenen BMBF-Projekt MIME mit der sogenannten Fluoreszenzdetektion an Festkörpern und der dazugehörigen Referenzanalytik zur multimodalen optischen Schnellidentifizierung. Bei der Fluoreszenzdetektion regt ein Laser die Fluorophore in der Probe an, die daraufhin Energie in Form eines charakteristischen Spektrums aussenden und sich so identifizieren lassen.
Zur Untersuchung von Lösungen hat sich die verwandte Methodik der laserinduzierten Fluoreszenz bereits bewährt. In dem von Dr. Carolin Huhn und Prof. Uwe Karst von der Universität Münster geleiteten Teilvorhaben zur fluoreszenzbasierten Analytik soll sie nun auch auf die Überprüfung von Feststoffen, wie z. B. Tabletten, Pulver und Flüssigkeiten, erweitert werden. Die Forscher untersuchen dazu in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt zunächst Arzneimittel und ihre Fälschungen sowie sichergestelltes Heroin unterschiedlicher Produktionsstufen.
Das Verbundprojekt "Multimodales Mustererkennungssystem zum Schutz der Bevölkerung vor organisierter Arzneimittelkriminalität und zur Bekämpfung des internationalen Drogenhandels" ist Teil des Programms zur Sicherheitsforschung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), speziell zur Sicherung der Warenketten. Mehrere Forschungseinrichtungen und deren Industriepartner entwickeln zusammen ein transportables System, das es erlaubt, die Inhaltsstoffe von verschiedenartigen Proben vor Ort zu analysieren. Damit könnten Waren zukünftig direkt an Umschlagplätzen kontrolliert werden, etwa an Flughäfen.
Dadurch ließe sich verhindern, dass gefälschte Medikamente unbemerkt in die Warenkette gelangen oder Drogen als Warensendungen eingeschleust werden.

Informationen zur Helmholtz-Nachwuchsgruppe NoStraBis:
http://www.fz-juelich.de/zch/DE/Forschung/Nachwuchsgruppe/nachwuchsgruppe_node.html

Informationen zum Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Uni
Münster:
http://www.uni-muenster.de/Chemie.ac/karst/welcome.html

BMBF/Programm Sicherheitsforschung:
http://www.bmbf.de/de/6293.php

BMBF/Sicherung der Warenketten:
http://www.bmbf.de/pub/sicherung_der_warenketten.pdf

GLORIA hat abgehoben

Die neuartige Infrarot-Kamera für die Atmosphärenforschung mit Namen GLORIA kam jüngst erstmals bei Forschungsflügen im schwedischen Kiruna zum Einsatz.
In 20 Kilometer Höhe, von Bord des russischen Forschungsflugzeugs "Geophysica" aus, beobachteten die Wissenschaftler mit der Kamera klimarelevante Gase und atmosphärische Bewegungen mit bisher unerreichter Genauigkeit. Diese Messungen sollen zu wesentlich verbesserten Klimamodellen beitragen.
GLORIA ist die Abkürzung für "Gimballed Limb Observer for Radiance Imaging of the Atmosphere". Dahinter steckt eine Infrarot-Kamera, die die von den atmosphärischen Gasen ausgesandte Wärmestrahlung in ihre Spektralfarben zerlegt. Dadurch können diese Gase und ihre großräumigen Bewegungen sehr genau abgebildet werden. GLORIA wurde am Forschungszentrum Jülich und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gemeinsam entwickelt. Es ist weltweit das erste einer neuen Generation von Messinstrumenten, die in Zukunft auch auf Satelliten eingesetzt werden sollen. Die Infrarot-Kamera registriert in zehn bis 20 Kilometern Höhe zahlreiche klimarelevante Spurengase, die hier durch atmosphärische Austauschprozesse vertikal und horizontal vermischt werden. Das Gerät misst diese Prozesse erstmals mit einer sehr hohen räumlichen Auflösung. So wird es für die Forscher möglich, aktuelle Klimamodelle zu testen und zu verbessern.
Ein weiterer Schwerpunkt der Messungen mit GLORIA sind die sogenannten "Schwerewellen" in der Atmosphäre: starke Luftturbulenzen, die bei bestimmten Wetterlagen unter anderem an der Rückseite von Gebirgszügen entstehen. In der Luftfahrt sind diese Wellen gefürchtet, sie spielen aber auch für das Klima eine wichtige Rolle.
Nach erfolgreichem Ersteinsatz auf der "Geophysica" wird das Spektrometer ab Sommer 2012 an Bord des neuen deutschen Forschungsflugzeugs "HALO" installiert. Von 2020 an soll eine weltraumtaugliche Version von GLORIA wichtige Klimadaten an Bord eines ESA-Satelliten sammeln.

Informationen zu GLORIA:
http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/UK/DE/2011/11-12-01GloriaInExcelsis.html

Link zur Bildergalerie:
www.fz-juelich.de/portal/DE/Presse/Mediathek/atmosphaerenforschung/kiruna2011/_node.html

Informationen zum Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung -
Stratosphäre:
http://www.fz-juelich.de/iek/iek-7/DE/Home/home_node.html

Thermoelektrika: Neues Material steigert Effizienz

Computerprozessoren bestehen aus immer kleineren Komponenten und gleichzeitig steigen ihre Taktraten. Das produziert zunehmend Wärme. Um die Funktion der Prozessoren zu gewährleisten, muss diese zuverlässig abgeführt werden. Thermoelektrische Materialien könnten dies leisten: Sie wandeln Wärme in Strom um - bisher aber nicht effizient genug. Die Forscher Dr.
Theodoulos Costi, Prof. Veljko Zlatic und Dr. Sabine Andergassen zeigten nun, wie sich die thermoelektrischen Eigenschaften von sogenannten Quantenpunkten enorm verbessern lassen.
Quantenpunkte sind kleine Bereiche aus halbleitendem Material, die in einen anderen Halbleiter eingebettet sind. Sie lassen sich leicht in elektronische Bauteile einfügen und sind in ihrer Größe variabel. Das macht sie für Anwendungen in der Informationstechnologie interessant. Wegen ihrer geringen Größe treten in ihnen quantenmechanische Effekte auf, die neuartige Materialeigenschaften verursachen. Einer dieser Effekte bewirkt die bessere Effizienz der Quantenpunkte: der sogenannte "Ladungs-Kondo-Effekt".
Bisher war seine Existenz nur theoretisch vorhergesagt. Die Jülicher Physiker schlagen nun ein Material vor, in dem sich das quantenmechanische Phänomen auch praktisch realisieren lässt, das Halbleitermaterial Bleitellurid, versetzt mit mindestens 0,3 Prozent Thallium.
Nachzulesen sind die Ergebnisse in zwei aktuellen Artikeln in den wissenschaftlichen Fachzeitschriften "Physical Review Letters" und "Physical Review B - Rapid Communications".

Originalveröffentlichungen:
T. A. Costi and V. Zlatic, Phys. Rev. Lett. 108, 036402 (2012),
DOI: 10.1103/PhysRevLett.108.036402 1
http://prl.aps.org/abstract/PRL/v108/i3/e036402
S. Andergassen, T. A. Costi, V. Zlatic, Phys. Rev. B 84, 241107 (2011), DOI:
10.1103/PhysRevB.84.241107
http://link.aps.org/doi/10.1103/PhysRevB.84.241107

Vereinfachte Zusammenfassung (Englisch):
http://www.fz-juelich.de/pgi/pgi-2/EN/Aktuelles/Infos/_node.html

Informationen zum Peter Grünberg Institut - Theoretische Nanoelektronik:
http://hussle.harvard.edu/~atrap/

"Brücke" zwischen Tiflis und Jülich

Die Tbilisi State University (TSU), die Georgian Technical University (GTU) und das Forschungszentrum Jülich wollen 2012 ihre Zusammenarbeit ausbauen.
Das ist das wesentliche Ergebnis des jüngsten Besuchs von Prof. Sebastian M.
Schmidt, Vorstandsmitglied des Forschungszentrums Jülich, an beiden Hochschulen. So treffen sich die Partner bei einem fünften Kooperationsworkshop - kombiniert mit einer Sommerschule - im nächsten August in Tiflis und Batumi. Dazu kommen weitere Forschungsaufenthalte georgischer Wissenschaftler in Jülich; auch "Visiting Lecturers" als wichtiges Element des wissenschaftlichen Austauschs wurden diskutiert. Die Jülicher Initiative einer breiteren Kooperationsplattform - die "Georgian-German Science Bridge" - war ebenfalls Thema des Treffens.
Schmidt unterzeichnete darüber hinaus ein Memorandum of Understanding mit der Shota Rustaveli National Science Foundation (SRNSF). So sollen jährlich jeweils bis zu drei Forschungsstipendien für Master- und PhD-Studenten in Georgien ausgeschrieben werden. Die erste Ausschreibung ist für Februar 2012 geplant.
Jülich arbeitet seit 1998 mit georgischen Forschungseinrichtungen zusammen.
2010 unterzeichneten die TSU, die GTU und das Forschungszentrum ein Memorandum of Understanding; im Jahr darauf starteten zwei gemeinsame Projekte in der Hadronenphysik und den Materialwissenschaften. Schließlich gibt es auch noch Kooperationen in den Forschungsbereichen Festkörperphysik, Klimaforschung und Ingenieurwissenschaften.

Informationen zu "5th Georgian-German School and Workshop in Basic Science":

http://www2.fz-juelich.de/ikp/cgswhp/cgswhp12/index.shtml

Aktuelle Termine:
Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:

NIC Symposium 2012

7. - 8. Februar, Forschungszentrum Jülich, Auditorium Beim 6. Symposium des John von Neumann-Instituts für Computing (NIC) geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Überblick über die Forschungsergebnisse der NIC-Projekte, die in den vergangenen zwei Jahren auf den verfügbaren Supercomputern durchgeführt wurden.

Weitere Informationen:
http://www2.fz-juelich.de/nic/symposium/

Erste "Jülich Lecture" zum Rechner der Zukunft

14. Februar, 14 Uhr, Forschungszentrum Jülich, Auditorium Über die weiteren Schritte hin zu einem Exascale-Rechner spricht Stephen S.
Pawlowski, Senior Fellow and General Manager bei Intel, zur Eröffnung der neue Reihe der "Jülich Lectures". Titel: "Overcoming the Barriers to Exascale through Innovation". Der öffentliche Vortrag ist noch eine zweite Premiere für Jülich: Er wird aufgezeichnet und in Kürze bei iTunes University abrufbar sein.

Weitere Informationen und Anmeldung (bis 1. Februar 2012):
http://www2.fz-juelich.de/conference/index.php?index=451

Heraeus-Seminar zur Kernresonanzspektroskopie

26. - 29. Februar, Physik-Zentrum Bad Honnef Die Kernresonanzspektroskopie erlebt gegenwärtig einen starken Fortschritt auf allen Gebieten. Im Rahmen des 498. Wilhelm und Else Heraeus-Seminars "Progress in Nuclear Resonance Scattering: from Methods to Materials" werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die aktuellen Entwicklungen diskutieren.

Mehr Informationen unter:
http://www.fz-juelich.de/jcns/heraeus-nrs.html

Mediathek

Neu: Die App des Forschungszentrums Jülich

Artikel, Filme, Hörstücke, animierte Grafiken und vertonte Bildstrecken: das Forschungszentrum Jülich geht mit seiner ersten App für Tablets an den Start. Die Jülicher App wird viermal im Jahr ein Forschungsthema intensiver darstellen sowie weitere aktuelle Themen und Meldungen aufgreifen. Für Leserinnen und Leser ohne Tablet wird ein E-Paper am PC den Zugriff auf die App-Inhalte gewährleisten. Die App "Forschen in Jülich" ist im App-Store sowie im Android-Market hinterlegt.

Weitere Informationen unter:
http://www.fz-juelich.de/app

Vertonte Bildstrecke zu David DiVincenzo

Im Mittelpunkt der neuen vertonten Bildstrecke in der Mediathek des Forschungszentrums Jülich steht Prof. David DiVincenzo. Der US-amerikanische Physiker ist ein Pionier im Bereich der Quantenmechanik und der Quanteninformationsverarbeitung und forscht an den physikalischen Grundlagen spinbasierter Quantencomputer. DiVincenzo leitet das Jülicher Institut für Theoretische Nanoelektronik am Peter-Grünberg-Institut und lehrt an der RWTH Aachen. DiVincenzo wurde mit dem höchstdotierten internationalen Preis für Forschung in Deutschland ausgezeichnet, der Alexander von Humboldt-Professur.

Link zur vertonten Bildstrecke:
http://www.fz-juelich.de/portal/DE/Presse/Mediathek/Videos/DiVincenzo/_node.html

Pressekontakt: Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de


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