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Kurznachrichten November 2013

Jülich ist "World Calibration Center" für Stickoxide

Die "World Meteorological Organisation" (WMO) der Vereinten Nationen hat das Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre, zum "World Calibration Center" (WCC) für Stickoxide ernannt. Diese "Welt-Eich-Einrichtungen" gehören zum "Global-Atmosphere Watch" (GAW)-Programm der WMO. Sie sorgen dafür, dass innerhalb des globalen Beobachtungsnetzwerks von klima- und gesundheitsrelevanten Luftschadstoffen die Messungen einem bestimmten Standard entsprechen und damit überall auf der Welt gleich sind.

Die Entscheidung der WMO kam nicht von ungefähr: Die Jülicher Troposphärenforscher sind seit Jahrzehnten maßgeblich an der Entwicklung der Messgeräte für Stickoxide beteiligt. Außerdem betreiben sie bereits seit 1995 das WCC für Ozonsonden, das von Dr. Herman Smit geleitet wird.

Für das neue WCC für Stickoxide in Jülich ist Dr. Franz Rohrer verantwortlich. Zu den zukünftigen Aufgaben des Jülicher Wissenschaftlers gehört es, die gegenwärtig weltweit zwölf Messstationen für Stickoxide beim Betrieb der Geräte und bei der Auswertung der Daten zu unterstützen, regelmäßig Audits durchzuführen und die entsprechenden Prädikate zu vergeben. Rohrer wird außerdem in bestimmten Abständen Kampagnen durchführen, bei dem die beteiligten Messstationen untereinander ihre Messungen vergleichen.

Die WMO ernannte darüber hinaus den Jülicher Troposphärenforscher Dr. Martin G. Schultz zum Vorsitzenden der wissenschaftlichen Beratungsgruppe (Science Advisory Group) für reaktive Spurengase. Das Gremium hat die Aufgabe, das GAW-Messnetz zu planen, die Richtlinien und Qualitätsstandards zu erarbeiten und das Messprogramm wissenschaftlich zu begleiten. „In den nächsten Jahren wollen wir die Integration verschiedener Messplattformen wie Bodenstationen, Flugzeuge, Schiffe oder Satelliten vorantreiben und GAW-Daten vor allem für die Modellierung der Atmosphäre besser nutzbar machen“, so Schultz. Das Gebiet der reaktiven Spurengase umfasst eine Vielzahl von Substanzen, von denen derzeit vor allem Ozon, Kohlenmonoxid, Stickoxide und einige Kohlenwasserstoffe im Rahmen des GAW- Programms gemessen werden.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre

Informationen zu Stickoxiden

World Meteorological Organisation

Informationen zum "Global Atmosphere Watch Programme" (GAW)

Außenstelle in Brasilia

Die Jülicher Pflanzenwissenschaftler haben jetzt eine Außenstelle in Brasilien: Das "Labex Germany in Brasil" (Labex GiB) wurde jüngst in der Hauptstadt Brasilia offiziell eröffnet. Das Labor ist Teil der Kooperation des Forschungszentrums mit der staatlichen brasilianischen Agrarforschungsgesellschaft Embrapa. Bei der Eröffnung dabei waren Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im BMBF, der deutsche Botschafter Wilfried Grolig, Embrapa-Präsident Dr. Mauricio Lopes und Prof. Ulrich Schurr, Direktor des Instituts für Pflanzenwissenschaften. Jülich und Embrapa arbeiten seit 2012 zusammen. Zentrale Themen der gemeinsamen Forschung sind Bioökonomie, Pflanzenphänotypisierung und Bioinformatik.

Bereits seit dem vergangenen Jahr arbeitet ein Wissenschaftler der brasilianischen Agrarforschungsgesellschaft, Dr. Paolo Herrmann, am Jülicher Institut für Pflanzenwissenschaften. In diesem Jahr besuchten Dr. Anke Schickling und Dr. Stephan Blossfeld vom Institut für Pflanzenwissenschaften im Vorfeld der Gründung von Labex GiB zehn der insgesamt 43 Embrapa-Standorte. Ihr Ziel war es, weitere gemeinsame Forschungsprojekte zu ermitteln. Schickling, spezialisiert auf das Fachgebiet der Pflanzenphänotypisierung mit Flugobjekten, wird im Winter 2014/2015 als erste Wissenschaftlerin von LABEX GiB nach Brasilien reisen. Dort wird sie an einem Embrapa-Standort Experimente zum Schwerpunkt Feldphänotypisierung durchführen. Insgesamt sind in den nächsten drei Jahren mehrere Aufenthalte in Brasilien geplant, um LABEX GiB zu etablieren und die Zusammenarbeit mit Brasilien zu stärken.

Informationen zum Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Pflanzenwissenschaften (IBG-2)

Informationen zu Embrapa

Gülle nachhaltig nutzen

Jährlich fallen in Europa 1,27 Milliarden Tonnen Gülle an – das entspricht 500.000 Olympia-Schwimmbecken. Die Verwertung dieser Gülle als Rohstoff zur nachhaltigen Düngerproduktion ist das Ziel des neuen EU-Forschungsprojekts "ManureEcoMine". Jülicher Pflanzenforscher sind an dem Projekt beteiligt. Die EU fördert "ManureEcoMine" in den kommenden drei Jahren mit 3,8 Millionen Euro. Wenn die Gülle verarbeitet und verwertet ist, soll bei "ManureEcoMine" am Ende nur Wasser mit einem geringen Anteil von unbedenklichen Feststoffen übrig bleiben. "Das Projekt erfüllt die Prinzipien der Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Energieeffizienz", sagt Dr. Nicolai Jablonowski, der "ManureEcoMine" in Jülich betreut.

Die direkte Verwendung von Gülle als Dünger auf den Feldern hat Nachteile: Sie enthält Krankheitserreger und Arzneirückstände, die in den Boden gelangen, wichtige Stoffe wie Nitrat werden zu schnell ausgewaschen und belasten das Grundwasser. Dazu kommt nicht zuletzt die Geruchsbelästigung. Auf Pilotanlagen in Spanien und in den Niederlanden und in Zusammenarbeit mit der Industrie wollen die elf Partner von "ManureEcoMine" unter der Ägide der Universität Gent eine alternative Nutzung von Gülle als Energie- und Düngerlieferant entwickeln und erproben.

Dabei geht es zum einen um die Herstellung von Biogas durch Fermentation der Gülle und anderen organischen Zusatzstoffen. In weiteren Schritten sollen danach aus dem Gärrest wichtige Inhaltsstoffe für die Düngerproduktion abgetrennt werden. Dazu zählen Phosphor, dessen natürliche Vorkommen begrenzt sind, Stickstoffverbindungen, die als Alternative für den energieaufwendig gewonnenen Stickstoff eingesetzt werden können, sowie Kalium und andere Mineralstoffe.

Diese von der Gülle abgetrennten Nährstoffe werden dann zusammen mit anderen wichtigen Substraten von einem beteiligten belgischen Unternehmen zu unterschiedlichen Düngerformulierungen weiterverarbeitet. Schließlich sollen Jülicher Pflanzenforscher diese Mischungen unter Gewächshaus- und Freilandbedingungen auf ihre Nährstoffverfügbarkeit bei Nahrungs-, Zier- und Energiepflanzen testen und damit die ideale Zusammensetzung der Dünger für die Pflanzenproduktion untersuchen. Der gesamte Prozess wird zudem aus der Perspektive der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit untersucht. Ein sorgfältig ausgearbeitetes Risikomanagement für mögliche Schadstoffe garantiert die Sicherheit des Projektes.

Informationen zum Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Pflanzenwissenschaften (IBG-2)

Vier Millionen für die Pflanzenforschung

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das internationale Graduiertenkolleg "International Graduate Program for Plant Science" (iGRAD-Plant) weitere 4,5 Jahre mit rund 4 Millionen Euro. In dem Kolleg arbeiten seit 2009 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Michigan State University, East Lansing und des Forschungszentrums Jülich zusammen. Ziel des Kollegs ist es, die molekularen Prozesse zu untersuchen, die es Pflanzen erlauben, schnell auf sich verändernde Umweltbedingungen zu reagieren und sich anzupassen.

Die insgesamt 35 beteiligten Wissenschaftler erforschen dazu Signalwege, Stoffwechsel- und physiologische Reaktionen sowie biochemische Anpassungen. So untersuchten Jülicher Pflanzenforscher in der ersten Phase des Kollegs, wie die Umgebungstemperatur das Wachstum der Pflanze und die Wurzelbildung beeinflusst und wie die Pflanze darauf reagiert. Gegenwärtig erforschen sie, wie sich Pflanzen an wechselnde Lichtbedingungen anpassen.

Informationen zu iGRAD-Plant

Informationen zum Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Pflanzenwissenschaften (IBG-2)

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit SIMIT

Die Forschungsbereiche Supraleitfähigkeit, Bioelektronik und Graphen sowie Quantenmaterialien und -geräte standen im Mittelpunkt des „5. Sino-German Workshop of Cooperation“ im Forschungszentrum Jülich. Wissenschaftler des Shanghai Institute of Microsystems and Information Technology (SIMIT) und ihre Kollegen aus dem Jülicher Peter Grünberg Institut diskutierten die neuesten Forschungsergebnisse auf diesen Gebieten. Prof. Yuehui Yu, SIMIT-Vizedirektor, wurde im Rahmen des Workshops von Vorstandsmitglied Prof. Sebastian Schmidt mit dem „Helmholtz International Fellow Award“ geehrt. Diese Auszeichnung würdigt herausragende ausländische Wissenschaftler bzw. Forschungsmanager, die sich durch ihre Arbeit in Helmholtz-relevanten Forschungsgebieten hervorgetan haben.

Parallel zum Workshop tagte der Lenkungsausschuss des 2010 gegründeten gemeinsamen Labors von Jülich und SIMIT. Dabei wurde der bestehende Rahmenvertrag mit der Chinese Academy of Sciences (CAS)-Shanghai Branch um drei Jahre bis Mai 2016 verlängert.

Der Workshop war auch Anlass, eine Zwischenbilanz zu ziehen: Neben dem gemeinsamen Labor zählen das Einwerben eines Virtuellen Helmholtz-Instituts sowie einer Helmholtz-CAS Joint Research Group zu den Erfolgen der Jülicher Kooperation mit dem SIMIT. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit konnten auch zahlreiche Forschungsaufenthalte von Doktoranden und Wissenschaftlern an den Partnerinstituten und mehrere gemeinsame Forschungsprojekte verwirklicht werden.

Weitere Informationen:

SIMIT Kooperation

Peter Grünberg Institut / Institute of Complex Systems, Bereich Bioelectronics (PGI-8/ICS-8)

Peter Grünberg Institut, Bereich Halbleiter-Nanoelektronik (PGI-9)

Neue Humboldt-Stipendiatin in Jülich

Dr. Lingyan Feng forscht in den kommenden zwei Jahren als Humboldt-Stipendiatin am Peter Grünberg Institut des Forschungszentrums Jülich. Bei Prof. Andreas Offenhäusser im Bereich Bioelectronics arbeitet sie an der Herstellung und Anwendung von elektrochemischen Biosensoren auf der Basis von Aptameren. Diese Biomakromoleküle zeichnen sich dadurch aus, dass sie über ihre dreidimensionale Struktur an spezifische Proteine binden können.

Lingyan Feng stammt aus der Provinz Hebei. Die junge Wissenschaftlerin studierte in Nanjing und promovierte am Changchun Institute of Applied Chemistry der Chinese Academy of Science (CAS).

Peter Grünberg Institut / Institute of Complex Systems, Bereich Bioelectronics (PGI-8/ICS-8)

Homepage der Humboldt-Stiftung

Aktuelle Termine

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:

Kolloquium zur Klimaforschung

6. Dezember, 16 Uhr, Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste, Düsseldorf
Prof. Harry Vereecken, Direktor des Jülicher Instituts für Bio- und Geowissenschaften, hält den Einführungsvortrag beim Abschlusskolloquium zum Forschungsvorhaben „Großräumige Klimaänderungen und ihre Bedeutung für die Umwelt". Neben dem Jülicher Agrosphärenforscher spannen Wissenschaftler der Universitäten Bonn, Bern und Hamburg in ihren Vorträgen einen weiten Bogen von den Problemen bei der Suche und Rettung historischer Beobachtungsdaten, deren Digitalisierung und Analyse über die Grundlagen und Aussagekraft von Klimamodellen bis hin zur Einschätzung des regionalen und globalen Klimawandels.

Mehr Informationen zum Abschlusskolloquium

Pressekontakt

Erhard Zeiss
Tel. 02461 61-1841
E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de


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