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Peking-Tagebuch

Donnerstag, 14. August 2008

Heute ist mein letzter Tag in Peking; eine intensive Besprechung mit den chinesischen Doktoranden und das Überprüfen unserer Messgeräte stehen an. Alle Mess- und Auswertesysteme laufen einwandfrei und werden noch bis Mitte des nächsten Monats arbeiten.

Die Luftqualität ist sehr gut, trotz teilweise südlichem Wind. Peking hat hervorragende Werte, eher noch besser als gestern, Grenzwerte werden nicht überschritten. Mittags gibt es heftige Regenschauer. Die detaillierte Analyse der eineinhalbmonatigen Zeitreihe der Zusammensetzung der Feinstaubmesswerte (unter etwa 30 Mikrogramm/Kubikmeter) ergab, dass der Sulfatanteil, der unter anderem aus dem Schwefelgehalt der verbrannten Kohle stammt, im Feinstaub unter 30 Prozent gesunken ist. Ein Erfolg also der Reduktionsmaßnahmen: Stickstoffdioxid unter 20 ppb, Ozon unter 40 ppb.

Die Aussichten für die nächsten Tage lassen auf weiterhin gute Luftqualitätswerte hoffen, die Temperaturen (heute um 25 Grad) werden leicht ansteigen. Und zum ersten Marathonlauf wird laut Vorhersage sogar die Sonne scheinen. Prognosen sind aber trotz aller Computermodelle in dieser meteorologisch komplexen Lage mit nur niedrigen Windgeschwindigkeiten mit Vorsicht zu genießen.

Mit der typischen chinesischen Gastfreundlichkeit wurde am Abend die erfolgreiche bisherige Zusammenarbeit in einem edlen Restaurant gefeiert - in der Tradition des Gouverneurs von Hebei während der Ding-Dynastie. Dazu gehören vier Sorten Fleisch (Esel, Schwein, Reh, Huhn), eine etwa 20 Jahre alte Hühnersuppe und Teigfladen. In China ist der Drache ein Herrschersymbol. Drachenfleisch gibt es jedoch nur im Himmel; auf der Erde ist Eselsfleisch die entsprechende Speise.

Die chinesische Administration ist sich des Wertes unserer Messungen und Analysen zusammen mit den Messungen der Peking Universität zur Luftqualitätssicherung während der olympischen Spiele durchaus bewusst. Auch deshalb werden wir weiter zusammenarbeiten. Zu den Plänen für die Zukunft gehören weitere gemeinsame Doktoranden und Projekte in anderen Regionen Chinas. Im Herbst werden wir im Pearl River Delta in Südchina messen. Als Zeichen der Anerkennung sollte ich mich schließlich auf die Bühne des Restaurants stellen.

Im Laufe meines letzten Tages wurde mir der ausdrückliche Dank an den Bereichsvorstand für Energie und Umwelt, Prof. Harald Bolt, und den Vorstandvorsitzenden, Prof. Achim Bachem, für die tatkräftige Unterstützung der so erfolgreichen Zusammenarbeit des Forschungszentrums Jülich mit der Peking Universität ausgesprochen. Dank erging auch an das Bundesministerium für Bildung und Forschung für die inhaltliche Förderung der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit als wichtigen Beitrag zur Umsetzung der deutschen Klimainitiative. Emissionsreduzierung und Luftqualitätsverbesserung gehen Hand in Hand mit vorsorgendem Klimaschutz und der gesteigerten Effizienz der Energieproduktion - und das unter Einsatz der in China hochgeschätzten deutschen Klimaschutz-Technologie.

IMG_0118_klein_jpgEdel essen in Peking: Zum Menü gehört eine 20 Jahre alte Hühnersuppe.


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