Vom Potenzial zum Markthochlauf: Wasserstoff im Energiesystem

Ein treibhausgasneutrales Energiesystem braucht erneuerbare Energien in großem Maßstab und Wasserstoff als verbindendes Element zwischen Strom, Industrie, Verkehr und Wärme. Doch wo steht welches Potenzial zu welchem Zeitpunkt verlässlich zur Verfügung, und wie lassen sich Angebot und Nachfrage weltweit optimal verknüpfen? Die Jülicher Systemanalyse (ICE-2) am Forschungszentrum Jülich untersucht diese Fragen: wissenschaftlich unabhängig, technologieoffen und mit Blick auf das gesamte System.

Grüner Wasserstoff und Folgeprodukte wie Ammoniak oder Methanol sind zentrale Bausteine der Energiewende. Ob der Markthochlauf gelingt, entscheidet jedoch nicht eine einzelne Technologie, sondern das Zusammenspiel von Erzeugung, Transport, Infrastruktur, Kosten und Politik.

Unser ganzheitlicher Ansatz reicht von Ressourcenbedingungen und Potenzialen über Lieferketten bis zur Einbindung in globale Versorgungspfade. Mit unserer Modellsuite ETHOS bilden wir Energiesysteme räumlich und zeitlich hochaufgelöst ab. Dank unseres institutseigenen Rechenclusters erreichen wir dabei eine besonders hohe Detailtiefe.

Zunehmend betrachten wir auch Umwelt- und sozioökonomische Effekte, lokale Wertschöpfung und Rahmenbedingungen internationaler Wasserstoffkooperationen. Ein Schwerpunkt unserer globalen Projekte liegt auf Afrika als potenziellem Energiepartner Europas. Im Projekt DryHy untersuchen wir mit Partnern in Namibia und im westlichen Afrika, wie sich wasserstoffbasiertes Methanol mit neuen Technologien wasserneutral erzeugen lässt und vor Ort Wertschöpfung schafft.

Unsere Ergebnisse fließen in Entscheidungen ein: Für den Global Hydrogen Review 2026 der Internationalen Energieagentur (IEA) lieferten wir Modellierungsergebnisse zu erneuerbarem Wasserstoff, Ammoniak und eSAF, für Nordrhein-Westfalen die Begleitstudie zur Wasserstoff Roadmap NRW.

So schlagen wir die Brücke zwischen technischer Machbarkeit und realistischen Umsetzungspfaden. Denn ein treibhausgasneutrales Energiesystem ist erreichbar, wenn wir es als Ganzes denken.

Zur Exponats-Übersicht

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Jochen Linßen

Acting Director of Juelich Systems Analysis (ICE-2) Department Head "Integrated Infrastructure"

  • Institute of Climate and Energy Systems (ICE)
  • Jülicher Systemanalyse (ICE-2)
Gebäude 03.2 /
Raum 228
+49 2461/61-3076
E-Mail

Letzte Änderung: 14.10.2026