7EX Technologies: Gewinnung von Lithium aus wässrigen Quellen
Die Nachfrage nach Lithium wächst rasant – getrieben vor allem durch Elektromobilität. Forschende am Forschungszentrum Jülich haben mit dem Spin-off 7EX Technologies ein Verfahren für die hochselektive elektrochemische Lithiumgewinnung aus wässrigen Quellen entwickelt.
Spitzenforschung trifft Praxis
Dieses Thema ist Teil der Präsentation des Forschungszentrums Jülich auf der HANNOVER MESSE 2026. Allgemeine Informationen zum Messeauftritt, zu den präsentierten Projekten und zum Stand des Forschungszentrums Jülich finden Sie auf der zentralen Landingpage zur Messe.
Lithium gilt als Schlüsselrohstoff für Batterien. Doch die globale Produktion kann mit der steigenden Nachfrage kaum Schritt halten. Bereits 2022 führte die Verknappung zu einem starken Preisanstieg, und für 2030 wird ein weltweites Angebotsdefizit von 300 kt Lithium erwartet. Gleichzeitig fordert die EU, dass ab 2030 rund 80 Prozent des Lithiums aus Batterien zurückgewonnen werden.
Copyright: — Forschungszentrum Jülich
Vor diesem Hintergrund hat das Spin-off 7EX Technologies neue Technologien zur Lithiumgewinnung entwickelt. Das Verfahren basiert auf einem elektrochemischen Prozess, bei dem Lithium mithilfe einer angelegten Spannung in eine Elektrode eingelagert wird. Dabei wird ausschließlich Lithium aus der Quelle extrahiert, anstatt alle anderen Bestandteile abzutrennen.
Die Technologie arbeitet membranlos und energieeffizient und ermöglicht die Lithiumgewinnung sogar aus Quellen mit sehr niedrigen Konzentrationen von etwa 100 ppm. Damit lassen sich beispielsweise geothermische Sole oder industrielle Prozesswässer als neue Rohstoffquellen erschließen. Ziel ist, Europas geringkonzentrierte Lithiumquellen rentabel zu machen.
Die zugrunde liegende Technologie entstand aus Dissertationen am Forschungszentrum Jülich. Patente für das Verfahren sind bereits angemeldet. Perspektivisch soll eine modulare Anlage mit mehreren Stapelreaktoren entstehen.