Neuromorphes Computing: Rechnen nach dem Vorbild des Gehirns
Steigende KI-Rechenleistung und hoher Strombedarf machen neue Computerarchitekturen erforderlich. Forschende des Forschungszentrums Jülich arbeiten an neuromorphem Computing – einer neuro-inspirierten KI-Technologie, die Eigenschaften des biologischen Gehirns nutzt, um KI-Anwendungen energieeffizienter und schneller zu machen.
Spitzenforschung trifft Praxis
Dieses Thema ist Teil der Präsentation des Forschungszentrums Jülich auf der HANNOVER MESSE 2026. Allgemeine Informationen zum Messeauftritt, zu den präsentierten Projekten und zum Stand des Forschungszentrums Jülich finden Sie auf der zentralen Landingpage zur Messe.
Steigende KI-Rechenleistung und der enorme Strombedarf künstlicher Intelligenz stellen bestehende Computersysteme vor große Herausforderungen. Gleichzeitig reichen bisherige Effizienzsteigerungen nicht aus. Das biologische Gehirn zeigt, dass informationsverarbeitende Systeme deutlich effizienter arbeiten können.
Forschende am Peter Grünberg Institute des Forschungszentrums Jülich entwickeln deshalb neuro-inspirierte KI-Technologien auf Basis des neuromorphen Computings. Dieser Ansatz nutzt Eigenschaften des biologischen Gehirns für den Entwurf von von Hardware und Software in Rechensystemen.
Copyright: — Forschungszentrum Jülich/Neurotec
Die Technologie basiert auf memristiven Speicherelementen und weiteren innovativen elektronischen Bauteilen, die Neuronen und Synapsen nachbilden. Ziel ist es, KI-Algorithmen in einem Ko-Entwurf von Hardware und Software zu realisieren.
Neuromorphes Computing soll KI-Aufgaben mit einer zehn- bis hundertfach höheren Effizienz ermöglichen. Dabei geht es um die Industrialisierung von neuromorphem Chip-Design und co-integrierter Bauteilfertigung sowie um die Beschleunigung von Machine-Learning- und KI-Algorithmen. Mögliche Anwendungen liegen etwa in Transportwesen, IoT-Sensorik, Gesundheitswesen und Robotik.