Neue Projekte über Plastik in der Umwelt - Quellen, Senken, Lösungsansätze

Plastics in the environment
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In den vergangenen Jahren wurde die Belastung von Küstenregionen mit Plastikmüll in der Wissenschaft aber auch in der Öffentlichkeit zunehmend als Problem wahrgenommen. Mittlerweile kann als gesichert gelten, dass Makro- sowie Mikroplastik (Partikel < 5mm) weltweit in allen aquatischen Systemen von der Tiefsee bis hin zu entlegenen Seen nachgewiesen werden kann. Obgleich der Haupteintrag in das marine System über Flüsse erfolgt, liegen bislang nur wenige verlässliche Daten über Identität, Größenverteilung oder Menge von Plastikmüll in Flusseinzugsgebieten vor, da die Plastikfragmente meist nur visuell charakterisiert worden sind. Um Lösungsansätze zur Reduzierung der über Flusssysteme in Küstenregionen eingetragenen Plastikemissionen zu entwickeln, fehlt es zudem an Modellen zur Identifizierung der regional relevanten Quellen und Eintragspfade. Die Forschungsgruppe Modellierung und Management von Flusseinzugsgebieten des IBG-3 ist an zwei Projekten im Rahmen des BMBF-FONA-Programms „Plastik in der Umwelt - Quellen, Senken, Lösungsansätze“ beteiligt.

Im Projekt MikroCatch_Balt werden die Mikroplastikeinträge in die Ostsee für das Flusseinzugsgebiet der Warnow modelliert, d.h. für ein überwiegend ländlich geprägtes, kleines und hydrologisch homogenes Einzugsgebiet mit einer großen Siedlung im Mündungsbereich (Rostock). Dieses Projekt wird vom Institut für Ostseeforschung (IOW) in Warnemünde koordiniert, weitere Projektpartner neben dem Forschungszentrum Jülich sind das Thünen-Institut in Braunschweig (TI), das Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF) und das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung Rostock (FhIGD).

Im Projekt PLAWES werden die Mikroplastikeinträge in die Nordsee für das Flusseinzugsgebiet der Weser modelliert, d.h. für ein großes und hydrologisch heterogenes Einzugsgebiet mit mehreren großen Ballungsräumen im Binnenland und unterschiedlichen Landschaftsstrukturen und Landnutzungsformen. Dieses Projekt wird von der Uni Bayreuth und dem Alfred Wegener Institut (AWI Helgoland) koordiniert, weitere Projektpartner neben dem Forschungszentrum Jülich sind u.a. die Universitäten Frankfurt und Oldenburg sowie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Ziel in beiden Projekten ist die räumlich hoch aufgelöste Modellierung der diffusen und punktförmigen Mikroplastik-Einträge, die über die Warnow in die Ostsee bzw. über die Weser in die Nordsee gelangen und die Ausweisung räumlicher Belastungsschwerpunkte (Hot-spots) innerhalb beider Flusseinzugsgebiete. Im Rahmen der Projekte werden hierzu die Modellansätzen mGROWA und MEPhos zielgerichtet im Hinblick auf die Eintragsmodellierung von Mikroplastik weiterentwickelt.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Frank Wendland
Tel.: +49 2461 61 3165
E-Mail: f.wendland@fz-juelich.de

Letzte Änderung: 20.05.2022