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Methodik

Die interdisziplinäre Gruppe für Methodik am Helmholtz-Institut Münster erforscht Konzepte und analytische Ansätze zur umfassenden Charakterisierung und Weiterentwicklung von Materialien im Bereich der Elektrolyte für Energiespeicher. Einen Untersuchungsschwerpunkt bilden Polymer- und Flüssigelektrolyte sowie durch die Kombination mit Keramikbestandteilen resultierenden hybriden Systeme, aber auch Elektroden. Die Analytik umfasst gängige und neuartige elektrochemische sowie spektroskopische Methoden. In Kooperation mit Partnern aus Industrie und Forschung werden auch computergestützte Techniken angewandt.

Die Forscherinnen und Forscher analysieren den Ladungstransport in elektrochemischen Komponenten, beispielsweise die Diffusion komplexierter Ionen in Flüssig- oder Polymerelektrolyten an Grenzflächen, oder Mechanismen der Ionenleitung innerhalb von (Fest-)Elektrolyten und Elektroden. Dabei kommen neben weiteren elektrochemischen Methoden die Feldgradienten-NMR sowie die Impedanzspektroskopie zur Anwendung. Molekulardynamik-Simulationen können Impulse zur Auswertung experimenteller Daten liefern oder Strategien gezielter Materialoptimierung überprüfen, insbesondere hinsichtlich geeigneter Strukturmotive sowie Präsenz funktioneller Gruppen für den optimalen Ladungstransport in Elektrolytsystemen.

Bestimmung von Kapazitätsverlusten

Methoden der NMR-Spektroskopie können dank der Elementselektivität und prinzipiell quantitativen Messweise zur Charakterisierung und operando-Bestimmung auftretender Lithiummetallabscheidungen in elektrochemischen Zellen herangezogen werden. So ermöglicht ein kürzlich entwickeltes NMR-basiertes Protokoll beispielsweise die Erfassung von Beiträgen irreversibler Kapazitätsverluste von Zellen durch die etwaige Bildung elektrochemisch inaktiver Lithiumdeposite oder Grenzschichten auf (partikulären) Aktivmaterialien. Zudem liefern NMR-Messungen mit Pouch-artigen Dünnfilmzellen Hinweise auf die Homogenität und Reversibilität der Lithiumabscheidung, jeweils in Abhängigkeit von Behandlungen der Elektrodenoberflächen, einschließlich Einbringung möglicher Funktions-/Schutzschichten, Variationen der Elektrolytformulierungen, sowie etwaiger Anpassungen der elektrochemischen Betriebsparameter der Zellen.

Magnetresonanz-Bildgebung

Die operando-Erfassung ortsaufgelöster elektrochemischer Reaktionen wird durch Techniken der Magnetresonanz-Bildgebung (MRI) ermöglicht. Gegenwärtige Schwerpunktarbeiten der Methodik-Gruppe dienen vor allem der Entwicklung geeigneter MRI-Messzellen und der experimentellen Anpassung jeweiliger MRI-Methodik zur Unterdrückung möglicher Störsignale sowie der Optimierung von eindimensionalen Konzentrationsprofilen. Künftige Schritte der Forschung am HI MS beinhalten sowohl die Umsetzung des zweidimensionalen Chemical Shift Imaging (CSI) und der dreidimensionalen Bildgebung metallischer Deposite in elektrochemischen Zellen, als auch die gezielte Anpassung elektrochemischer Methoden zur Untersuchung irreversibler Vorgänge in Elektrolyten.


Publikationen:

Cell Reports Physical Science 2020, 1, 100139, DOI: 10.1016/j.xcrp.2020.100139

Physical Chemistry Chemical Physics 2019, 21, 26084-26094, DOI: 10.1039/C9CP05334D

Journal of Power Sources 2018, 378, 522-526, DOI: 10.1016/j.jpowsour.2017.12.069