Beratung politischer Entscheidungsträger auf Bundesebene:

RELAS-Projekt zum Monitoring der Wirkung der Düngeverordnung in Deutschland

Deutschland hat nach wie vor Probleme, die für Oberflächengewässer, das Grundwasser sowie die Küstengewässer geltenden Qualitätsnormen für Nährstoffe zu erreichen, so dass der gute Zustand der Wasserressourcen in Deutschland noch nicht erreicht wurde. So hat der Europäische Gerichtshof die Bundesrepublik Deutschland 2018 wegen mangelnder Umsetzung der Nitratrichtlinie verurteilt (Rechtssache C-543/16). Bessert sich die Situation nicht, drohen Deutschland Strafzahlungen in Milliardenhöhe.


Um das zu vermeiden, hat die Bundesregierung 2020 die Düngeverordnung überarbeiten lassen. Außerdem wird in Deutschland ein flächendeckendes Beobachtungs-, Kontroll- und Analysesystem aufgebaut, das in kurzen Abständen Aussagen zur Effektivität der getroffenen Maßnahmen ermöglicht. Dieses Wirkungsmonitoring erfasst zukünftig unter anderem die Stickstoff-Emissionen der Landwirtschaft und die Nitratkonzentrationen im Grundwasser. Deutschlandweite Modellierungen zu den Nährstoffeinträgen werden im Rahmen des Wirkungsmonitorings basierend auf dem Modellverbund AGRUM-DE durchgeführt, einem seit 2005 bestehenden Verbund der Modelle RAUMIS des Thünen-Instituts, den im IBG-3 entwickelten Modellen mGROWA-DENUZ-WEKU-MEPhos und dem MONERIS-Modell des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Mit den Modellen des IBG-3 werden:

  • die Gebietsabflüsse und die Eintragspfade für Stickstoff und Phosphor ermittelt(mGROWA),

  • der Nitratumsatz und -transport im Boden bzw. im Grundwasser sowie die diffusen Stickstoff-Einträge in die Oberflächengewässer simuliert (DENUZ und WEKU)

  • die diffusen Phosphor-Einträge in die Oberflächengewässer modelliert (MEPhos).

Beratung politischer Entscheidungsträger auf Bundesebene:

Im RELAS-Projekt werden mit dem Modellverbund die aktuellen räumlichen Belastungsschwerpunkte in Deutschland identifiziert und simuliert, wie viel Stickstoff und Phosphor in einem definierten Gebiet ins Grundwasser und die Oberflächengewässer gelangen. Hiervon ausgehend wird abgeschätzt, wie sich Maßnahmen – etwa weniger Düngen in der Landwirtschaft – Jahre oder gar Jahrzehnte später auswirken, um, wenn erforderlich, schon im Vorhinein eine Nachjustierung dieser Maßnahmen zu ermöglichen.

Die räumlich differenzierte Modellierung der Stickstoff- und Phosphorflüsse in Deutschland ist ein wichtiger Beitrag zum Wirkungsmonitoring zur Düngeverordnung zum Gewässerschutz und darüber hinaus für die Unterstützung der politischen Entscheidungsträger auf EU-, Bundes-, und Landesebene im Hinblick auf die Erreichung der Grundwasserschutzziele nach EU-Nitratrichtlinie bzw. EU-Wasserrahmenrichtlinie sowie der Schutzziele für Oberflächengewässer nach EU-Wasserrahmenrichtlinie und der Meeresschutzziele nach Meeresstrategierahmenrichtlinie.

Eckdaten:

  • Projekt RELAS: Abbildung regionaler landwirtschaftlicher Stickstoffflüsse als Basis für die Entwicklung und Optimierung agrarpolitischer Maßnahmen

  • Förderinstitution: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

  • Projektträger: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

  • Laufzeit des Projektes: 01.09.2022 –31.08.2025

  • Projektpartner: Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen (LV) und das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

  • Zielgruppe:

    • Europäische Kommission,

    • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

    • Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV),

    • die 16 deutschen Bundesländer,

    • land- und wasserwirtschaftliche Fachbehörden

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Frank Wendland und Dr. Björn Tetzlaff

Institut für Bio- und Geowissenschaften, IBG-3

Tel.: 0049 171 3003 594,

E-Mail: f.wendland@fz-juelich.de, b.tetzlaff@fz-juelich.de

Letzte Änderung: 11.07.2024