Verkehrstechniken und Zukünftige Mobilität

Über

Weltweit und in erheblichem Ausmaße verursachen der Personen- und Güterverkehr globale und lokale Umweltschäden und schränken die Lebensqualität, insbesondere in urbanen Räumen, ein. Gleichzeitig sind Trends zu beobachten, die die Art und Weise des zukünftigen Personen- und Gütertransports erheblich beeinflussen können. Dazu zählen unter anderem Elektromobilität, Sharing economy sowie autonomes und vernetztes Fahren.

Forschungsthemen

Die Forschungsgruppe Verkehrstechniken und Zukünftige Mobilität greift die in diesem Zusammenhang wesentlichen Fragestellungen auf und erforscht die Auswirkungen aktueller Trends im Spiegel der genannten Herausforderungen. Unsere modellgestützten Analysen mit FINE.Transport greifen dazu den Status‑quo im Verkehrssektor zum Beispiel anhand von verkehrsstatistischen Daten und energiebilanziellen Zusammenhängen auf und untersuchen szenarienhaft ein breites Spektrum an möglichen Entwicklungen bis zum Jahr 2050. Die Parametrierung der dafür entwickelten Modelle wird durch eine eingehende Analyse und Modellierung des Entscheidungsverhaltens mobiler Personen unterstützt. Dafür kommt unser Mobility Demand Simulator MO|DE zum Einsatz.

Kontakt

Dr. Thomas Grube

IEK-3

Gebäude 03.2 / Raum 3003

+49 2461/61-5398

E-Mail

Teammitglieder

Stefan KrausGebäude 03.2 / Raum 3006+49 2461/61-9842
Julian ReulDoktorandGebäude 03.2 / Raum 2005+49 2461/61-3079
Edgar JungblutGebäude 03.2 / Raum 3009+49 2461/61-9154
Tobias OttoGebäude 03.2 / Raum 3003+49 2461/61-5398
Dipendra BhusalGebäude 03.2 / Raum 3009+49 2461/61-5398

Forschungsfelder

Wesentliche Merkmale unseres techno-ökonomischen Optimierungsmodells FINE.Transport sind eine hohe räumliche und zeitliche Auflösung der Betrachtungen sowie eine hohe Abdeckung der relevanten Verkehrsmodi und Antriebsoptionen einschließlich der zugehörigen Bereitstellungsinfrastrukturen für Kraftstoffe und Strom. Auf diese Weise können räumliche Unterschiede des Verkehrsgeschehens, einschließlich des Mobilitätsverhaltens berücksichtigt sowie Verlagerungseffekte im modalen Split und zwischen den Kraftstoffoptionen untersucht werden. Mithilfe der Anbindung an das übergeordnete Energiesystemmodell FINE.NESTOR lassen sich zudem Kopplungseffekte bei der Energieträgerbereitstellung und Nutzung abbilden und bewerten.

Als Basis der Bestimmung von Verkehrsnachfragen ist die Modellierung des Entscheidungsverhaltens mobiler Personen unter den Randbedingungen gesellschaftlicher Entwicklungen von zentraler Bedeutung. Kontinuierliche Veränderungsprozesse, wie beispielsweise der demographische Wandel stehen dabei neben möglichen disruptiven Ereignissen, die zum Beispiel aufgrund technischer Entwicklungen oder dynamischer Änderungen von Umfeldfaktoren angestoßen werden können. In unserem Modellierungstool MO|DE werden mithilfe der Discrete Choice Modellierung aktivitätsbasierte Entscheidungsmodelle zur Abbildung kurz- und langfristigen Mobilitätsverhaltens eingesetzt. Im Ergebnis werden Verkehrsnachfragen beziehungsweise der modale Split der Verkehrsträger bereitgestellt. Das Entscheidungsverhalten steht dabei in Beziehung zu techno-ökonomischen Eigenschaften der Transportsysteme, so zum Beispiel im Bereich der Kosten der Verkehrsmittel und der Verfügbarkeit von Betankungs- und Lademöglichkeiten.

Mithilfe der Kopplung der zuvor genannten Modelle MO|DE, FINE.Transport und FINE.NESTOR lassen sich Wechselwirkungen zwischen dem Mobilitätsverhalten und techno-ökonomischer Performance der Verkehrssysteme sowie zwischen dem Verkehrssektor und anderen Bereichen des Energiesystems abbilden. Auf diese Weise ist die Bearbeitung besonders umfassender verkehrsbezogener Fragestellungen möglich, die von technischen beziehungsweise techno-ökonomische Analysen über die Bewertung politischer Maßnahmen bis hin zur Identifizierung kostenoptimaler Transformationspfade zur Umsetzung treibhausgasfreier Verkehrssysteme.

Letzte Änderung: 28.07.2022