Zwei PV-Doktorandinnen gewinnen beim HITEC Communicator Award
Das jährliche HITEC-Symposium in Jülich bringt ausgewählte Doktoranden aus den Bereichen Energie- und Klimaforschung zusammen. Im Jahr 2026 bewarben sich 13 DoktorandInnen um den HITEC Communicator Award und stellten ihre Forschungsarbeiten einem Publikum vor, das sich aus DoktorandInnen und WissenschaftlerInnen von HITEC zusammensetzte, einer Graduiertenschule für DoktorandInnen am Forschungszentrum Jülich und dessen Partneruniversitäten. In ihren Vorträgen stehen die Forschenden vor der Herausforderung, ihre wissenschaftliche Arbeit einem fachlich versierten, aber nicht spezialisierten Publikum zu vermitteln. Ziel ist es, komplexe wissenschaftliche Fragestellungen über die Grenzen einzelner Disziplinen hinaus verständlich und ansprechend darzustellen.
Die Erstplatzierte Hania Azzam vom IET-3, die gemeinsam mit Forschern des IMD-3 betreut wurde, stellte ihre Arbeit mit dem Titel „Better Imperfect: Wie Defekte das verborgene Potenzial von molekularem Wasserstoff für Silizium-Photovoltaik freisetzen“ vor. In ihrer Forschung untersucht sie, wie Defekte genutzt werden können, um das Potenzial von molekularem Wasserstoff für die Passivierung in Silizium-Photovoltaik-Technologien zu erschließen.
Eunchi Kim vom IMD-3 erhielt den zweiten Preis. Mit ihrem Beitrag „Reading Between the Curves: Untangling Hidden Physics from Solar Cell Data“ beeindruckte Kim die interdisziplinäre Jury durch eine leicht verständliche und überzeugende Erläuterung komplexer physikalischer Zusammenhänge in organischen Solarzellen. Kim konzentrierte sich darauf, wie sich aus Solarzellendaten wertvolle physikalische Erkenntnisse gewinnen lassen. Mithilfe eines neuronalen Netzwerks zur Analyse der Messdaten deckt die Forschung zugrunde liegende physikalische Parameter auf, die bei herkömmlichen Analysen verborgen bleiben. Die Präsentation zeigte, wie mehrere Messungen, die in eine fortgeschrittene Datenanalyse einfließen, die Werte physikalischer Parameter genau bestimmen und dazu beitragen können, das komplexe Verhalten von Solarzellen anhand einfacher Messungen zu verstehen.

Clémence Depp vom ICE-3 erhielt den dritten Preis für ihre Arbeit “Stress is in the air: how climate change alters biogenic emissions and atmospheric chemistry”. Sie befasste sich mit den Auswirkungen verschiedener Stressfaktoren auf Pflanzen hinsichtlich der Bildung und Emission biogener, flüchtiger Stoffe.
Der HITEC Communicator Award würdigt die Bedeutung der wissenschaftlichen Kommunikation und zeichnet DoktorandInnen aus, denen es gelingt, anspruchsvolle Forschungsthemeneinem interdisziplinären Publikum klar und ansprechend zu vermitteln.
Die Spitzenplatzierung der beiden Themen aus dem Bereich der Photovoltaik ist zudem eine deutliche Anerkennung des Beitrags vom IMD-3 zur innovativen Photovoltaikforschung sowie unserer erfolgreichen Ausbildung und Betreuung der nächsten Generation von WissenschaftlerInnen.
Mehr Details zum Beitrag von E. Kim finden Sie hier:
Kim, E. et al., Solar RRL 9(20), e202500648 (2025) [10.1002/solr.202500648]
Inferring Material Parameters from Current–Voltage Curves in Organic Solar Cells via Neural Network‐Based Surrogate Models
