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FAQ zu Vereinbarkeit von Beruf und Sorgearbeit während der Covid-19 Pandemie

Der Übergang des FZJ vom Basisbetrieb in den gesicherten Normalbetrieb ist für uns alle ein weiterer Schritt in Richtung Normalität. Dabei stellt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiterhin eine große Herausforderung dar, die verunsicheren und viele Fragen aufwerfen kann. Deshalb hat das Büro für Chancengleichheit (BfC) eine FAQ-Liste erstellt, um Sie auch während des gesicherten Normalbetriebs bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen. Gerne stehen Ihnen die gewohnten Ansprechpersonen des Büros für Chancengleichheit mit dem vollen Beratungsangebot auch weiterhin zur Verfügung!

Wann darf ich die Arbeitsbefreiung für Kinder- und Angehörigenbetreuung beantragen? (Update 11.01.2021)

Eine Arbeitsbefreiung ist nun auch möglich, wenn

  • Schul- oder Betriebsferien aus Gründen des Infektionsschutzes angeordnet oder verlängert werden.
  • die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben wird.

Bei der Betreuung von Kindern unter 12 Jahren haben Eltern nun die Möglichkeit sich für 34 Tage unter Fortzahlung des Entgelts freistellen zu lassen und zusätzlich bis zu 16 Tage unentgeltlich, wenn die Betreuungseinrichtungen wie Schule oder Kita aufgrund von Corona geschlossen sind. Schließungen während der Sommerferien oder reguläre Schließtage gelten nicht. Alleinerziehende können sich bis zu 67 Tage entgeltlich freistellen lassen.

Wenn Sie die Betreuung von pflegebedürftigen nahen Angehörigen übernehmen müssen, da die Betreuungseinrichtung aufgrund von Corona geschlossen ist, können Sie bis zu 20 Tage bezahlte Arbeitsbefreiung beim Arbeitgeber beantragen.

Ebenfalls muss eine alternative Betreuung durch beispielsweise andere Familienangehörige ausgeschlossen sein.

Ersetzt werden 67 % des Verdienstausfalls, maximal jedoch 2016 Euro monatlich. Die Regelungen sind befristet bis zum 31.03.2021.

Voraussetzungen:

  • Mobiles Arbeiten kann aus dienstlichen oder persönlichen Gründen nicht genutzt werden.
  • Bevor die Arbeitsbefreiung gewährt werden kann, müssen eventuell vorhandene Überstunden bis auf einen halben Tag reduziert worden sein.
  • Nachweis über die Schließzeiten, bzw. über die Quarantäne liegt dem Antrag bei

Das Formular zur Beantragung der Arbeitsbefreiung, sowie weitere Informationen finden Sie hier:

Antrag Arbeitsbefreiung (Kinder)

Antrag Arbeitsbefreiung (Pflege)

Regelungen zur Entgeltberechnung bei Freistellung/Arbeitsbefreiung von Tarifbeschäftigten (Rundschreiben BMI vom 08.12.2020)

Regelungen anlässlich aktueller Entwicklungen in Bezug auf das Corona-Virus (Rundschreiben BMI vom 21.12.2020)

Zusätzliche "Kind-krank-Tage" ab Januar 2021 möglich!
  • Gesetzlich versicherte Eltern können pro Kind und Elternteil 20 statt 10 Tage Kinderkrankengeld beantragen, insgesamt bei mehreren Kindern maximal 45 Tage.
  • Für Alleinerziehende erhöht sich der Anspruch um 20 auf 40 Tage pro Kind und Elternteil, bei mehreren Kindern auf maximal 90 Tage.

Der Anspruch besteht auch, wenn ein Kind zu Hause betreut werden muss, weil Schulen oder KiTas geschlossen sind, die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben oder der Zugang zum Betreuungsangebot der KiTa eingeschränkt wurde. Eltern können das Kinderkrankengeld auch beantragen, wenn sie im Homeoffice arbeiten könnten.

Diese neue Regelung gilt rückwirkend ab 5. Januar.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums.

Wo finde ich Unterstützungsangebote für die Kinderbetreuung zuhause?

Schließungen von Schulen oder Kitas bedeuten häufig, dass ein Betreuungsengpass entsteht. Kurzfristig eine Notfallbetreuung zu organisieren, ist nicht immer einfach. Für Mitarbeitende des Forschungszentrums Jülich (und aller Nebenstellen) stehen hierfür verschiedene Hilfen und Alternativen zur Verfügung:

  • Der Viva FamilienService bietet natürlich weiterhin über die gewohnten Kommunikationskanäle Unterstützung an. Des Weiteren ist das Angebot um individuelle 1:1-Online-Betreuung erweitert worden. Auf Anfrage der Eltern können sowohl virtuelle Betreuung als auch virtuelle Nachhilfe für größere Geschwisterkinder vermittelt werden. Zusätzlich gibt es hilfreiche Tipps, wie Kinder und Homeoffice gut zu vereinbaren sind.
  • Voiio bietet weiterhin virtuelle und auch offline Betreuungsangebote an. Neben virtuellen Events ist auch die Buchung von vielfältigen Angeboten der „richtigen“ Ferien- sowie Notfallferienbetreuung möglich. Dieses Angebot richtet sich an Kinder ab 4 Jahren.

Beide Dienstleister versprechen Eltern auch persönlich für individuelle Anliegen unterstützend zur Seite zu stehen.

Damit Familien auch finanziell weiter entlastet werden, strebt die Bundesregierung zusätzliche Maßnahmen an:
  • Die Voraussetzungen für den Kinderzuschlag (205 Euro/Monat seit 1. Januar 2021) wurden aufgeweicht, so dass mehr Familien anspruchsberechtigt sind.
  • Das Kindergeld erhöht sich ab Januar 2021 um weitere 15 Euro pro Kind. So erhalten Familien mit einem oder zwei Kindern je 219 Euro pro Kind. Für das dritte Kind 225 Euro und ab dem vierten Kind 250 Euro. Gleichzeitig steigt der Kinderfreibetrag um über 500 Euro auf insgesamt 8.388 Euro.
  • Des Weiteren wird der Unterhaltsvorschuss für Kinder alleinerziehender Elternteile bis zu 174 Euro angehoben.

Informationen der Bundesagentur für Arbeit zum Kindergeldzuschlag

Informationen der Bundesregierung zur Erhöhung des Kindergeldes

Info-Tool Bundesregierung um zu ermitteln, auf welche Familienleistungen oder -hilfen Sie oder Ihre Familie voraussichtlich Anspruch haben.

Corona und Kinder - Was wenn mein Kind Zuhause bleiben muss? (Arbeitsbefreiung bei Quarantäne von Kindern)

Für berufstätige Eltern ist gerade jetzt eine gesicherte und zuverlässige Kinderbetreuung essenziell, jedoch nicht grundsätzlich gegeben: Kitas werden unter Quarantäne gestellt oder das Kind muss aufgrund von Erkältungssymptomen Zuhause bleiben. Doch was genau bedeutet das für die Eltern? Wie sind Homeoffice und Kinderbetreuung zu vereinbaren? Gibt es Alternativen?


Das BfC ist sich dieser Sorgen bewusst und möchte deshalb Eltern in dieser herausfordernden Zeit unterstützen.
Mehr Informationen zu Corona und Kindern

Zusätzlich ist es seit dem 03.12.2020 für Eltern möglich, die Corona bedingte Arbeitsbefreiung auch bei Untersagung des Betretens der Betreuungseinrichtung/ Quarantäne der Kinder zu beantragen.

Es gelten hierbei jedoch die Gleichen Voraussetzungen zur Beantragung wie bei der Freistellung anlässlich Kita- und Schulschließungen während der Pandemie.
Weitere Informationen sind im Rundschreiben des BMI zu finden.

Darf ich als Führungskraft der bezahlten Arbeitsbefreiung zustimmen, auch wenn die Möglichkeit des mobilen Arbeitens besteht?

Auch wenn das mobile Arbeiten theoretisch möglich ist, so kann eine Prüfung der individuellen Umstände ergeben, dass es in der Praxis dennoch unmöglich ist. Hier sind die Dienststellen in der Umsetzung eigenverantwortlich.
Daher: Ja, die Zustimmung ist möglich, da es in der aktuellen Ausnahmesituation nicht selten vorkommt, dass es den Mitarbeitenden nicht möglich ist, Homeoffice, Homeschooling und Kinderbetreuung adäquat zu vereinbaren. Hier kann die Arbeitsbefreiung eine enorme Entlastung darstellen.

Ist auch eine tageweise Beantragung der Freistellung möglich?

Ja, Sie müssen die 20 Tage bezahlte Arbeitsbefreiung nicht zusammenhängend in Anspruch nehmen. Sie können diese auch nur für einzelne Tage beantragen. Ebenfalls möglich ist eine halbtägige Freistellung.

Kann ich Verdienstausfälle geltend machen?

Für Tarifbeschäftigte des Bundes wurde in einem Rundschreiben vom 07.04.2020 angekündigt, dass es demnächst möglich sein soll, Verdienstausfälle aufgrund von beispielsweise temporärer Arbeitszeitreduzierung o.ä. zum Zwecke der Kinderbetreuung aufgrund von Schul- und Kitaschließungen erstattet zu bekommen. Es handelt sich hierbei um die Regelung zum Erstattungsanspruch nach § 56 Abs. 1a IfSG. Sollte es weitere Informationen geben, halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.
Nähere Informationen finden Sie hier:

Regelungen zur Entgeltberechnung bei Freistellung/Arbeitsbefreiung von Tarifbeschäftigten

Habe ich einen Anspruch auf eine Notbetreuung?

Einen Anspruch auf Notbetreuungsplätze haben alle Mitarbeitende, die in systemrelevanten Bereichen tätig sind. Unter folgenden Link finden Sie die aktuelle Auflistung aller berechtigten Berufsgruppen.

Fragen und Antworten zum Betretungsverbot von Kindertagesbetreuungsangeboten und zur Betreuung von Kindern von Schlüsselpersonen

Wer entscheidet im FZJ über die Frage der Systemrelevanz?

Die Bescheinigung über einen systemrelevanten Beruf für die Notbetreuung stellt grundlegend P-B nach Prüfung der individuellen Tätigkeit aus. Neben der Bescheinigung auf dem offiziellen Formblatt kann P-B auch bescheinigen, dass eine Person aus Sicht des Arbeitgebers unabkömmlich ist. Manche Kitas / Schulen akzeptieren das, wenn nicht alle Notbetreuungsplätze in Anspruch genommen werden. Grundsätzlich ist es so, dass die Tätigkeit im Forschungszentrum an sich nicht schon allein die Systemrelevanz begründet.

Kann ich als Mitarbeitende*r des FZJ mein Kind übergangsweise bei den kleinen Füchsen „notbetreuen“ lassen?

Nein, für die Kita „Kleine Füchse“ auf dem FZJ Campus gelten dieselben Regelungen wie für alle anderen Betreuungseinrichtungen in NRW auch. Es werden auch hier nur Kinder betreut, bei denen mindestens ein Elternteil in der kritischen Infrastruktur tätig ist und das Kind auch im Regelbetrieb die Kita besucht.

Ich arbeite aktuell mehr (oder weniger) als im Regelbetrieb. Nimmt diese Änderung der durchschnittlichen Arbeitszeit Einfluss auf mein Elterngeld?

Nein, im Mai 2020 wurde eine neue, auf die COVID-19 Pandemie abgestimmte Elterngeldreform verabschiedet, aus der hervorgeht, dass Einkommensänderungen keinen Einfluss auf die Höhe des Elterngeldes haben. Beispielsweise werden Monate der Kurzarbeit oder Monate mit Einkommensverlusten, ausgelöst durch die Pandemie, generell für den Bemessungszeitraum ausgeklammert. Außerdem müssen beim Partnerschaftsbonus Beiträge weder zurückgezahlt werden, noch werden sie gekürzt, im Falle der Nichteinhaltung der wöchentlichen Durchschnittsarbeitszeit, aufgrund vermehrten oder verminderten Arbeitsaufkommen durch COVID-19.

Sollte es (werdenden) Eltern aktuell nicht möglich sein ihre Elterngeldmonate in Anspruch zu nehmen, aufgrund einer Tätigkeit im systemrelevanten Bereich o.ä., können sie die Elterngeldmonate bis Juni 2021 (auch bis nach dem 14. Lebensmonat) aufschieben.

Alle Regelungen gelten rückwirkend ab März 2020 und sind befristet bis Ende des Jahres 2020.
Weitere Information zur Elterngeldreform 2020 finden Sie hier:

Elterngeld Anpassung

Gibt es an die Pandemie angepasste Regelungen zur Unterstützung für die Pflege Angehöriger?

Ja, es gibt aktuelle Anpassungen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege. Aufgrund der Corona Pandemie ist es pflegenden Mitarbeitenden, befristet bis zum 30.September 2020 möglich, für bis zu 20 Arbeitstage Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung zu erhalten.

Eine weitere Anpassung gibt es bei der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung. Bisher haben Beschäftigte in einer akut auftretenden Pflegesituation die Möglichkeit, bis zu 10 Arbeitstage von der Arbeit fernzubleiben. Die Neuregelung sieht eine Inanspruchnahme von bis zu 20 Tagen vor.

Ebenfalls ist es aufgrund der aktuellen Situation möglich, Pflegezeiten sowie Familienpflegezeiten flexibler und kurzfristiger zu gestalten. Die Ankündigungsfrist der Familienpflegezeit gegenüber dem Arbeitgeber wurde auf 10 Tage verkürzt. Außerdem darf die Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden vorübergehend unterschritten werden.

Weitere Informationen zur Anpassung finden Sie hier:

Akuthilfe für pflegende Angehörige

Kann ich während der Schul- oder Kitaferien die Arbeitsbefreiung nutzen?

Die Regelungen des BMI schließt eine Arbeitsbefreiung aus, wenn die Einrichtung/Schule aufgrund der Schulferien/geplanten Schließzeiten geschlossen ist.

Sollte es eine extra Betreuungsmöglichkeit in der Einrichtung/Schule während der Schulferien geben (z.B. im Rahmen der OGS), so kann Arbeitsbefreiung gewährt werden, wenn die Betreuungsmöglichkeit aufgrund der Situation durch Covid-19 wegfällt. Das heißt, dass Mitarbeitende einen Nachweis von der Einrichtung/Schule vorlegen müssen, aus dem konkret hervorgeht, dass die Betreuungsmöglichkeit in den Schulferien für die Zeit bestanden hätte (mit genauen Datumsangaben) und die Betreuungsmöglichkeit aufgrund Covid-19 entfällt.

Alleinerziehend oder geteiltes Sorgerecht?

Für alleinerziehende Eltern oder Eltertern mit geteiltem Sorgerecht können all diese Situationen doppelt belastend sein. Hilfreiche Informationen hierzu gibt es auf der Seite des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter Landesverband NRW (VAMV NRW). Die vom VAMV NRW eigens eingerichtete Corona-Krisenhotline für Alleinerziehende, ist unter der Nummer 0201 82774-799 zu erreichen.

Eine Zusammenfassung der aktuell geltenden Rundschreiben zu den Regelungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in NRW finden Sie hier.

Infos für Eltern und Kinder zu Corona

Finanzielle Hilfen und Unterstützung für Familien in der Corona-Zeit

Aktuelle Informationen zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten

Zusatzinformationen

Kontakt


Margaretha Wirtz

Sozialarbeiterin

📞 02461 61-2624

📧 mar.wirtz@fz-juelich.de

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