ESA-Mission FLEX: Wenn Pflanzen aus dem All sichtbar werden
Mit der ESA-Mission FLEX (FLuorescence EXplorer) beginnt ein neues Kapitel in der Erdbeobachtung. Erstmals wird ein Satellit gezielt die sonneninduzierte Chlorophyllfluoreszenz (Sun-Induced Fluorescence, SIF) messen – ein extrem schwaches Lichtsignal, das Pflanzen während der Photosynthese aussenden. Obwohl dieses Leuchten für das menschliche Auge unsichtbar ist, liefert es wertvolle Informationen darüber, wie aktiv Pflanzen Photosynthese betreiben und wie sie auf Trockenheit, Hitze oder andere Umweltstressoren reagieren.
Die Mission wird es ermöglichen, den Zustand der Vegetation weltweit präziser zu erfassen. Die gewonnenen Daten können dazu beitragen, Pflanzenstress frühzeitig zu erkennen, Klimamodelle zu verbessern und eine nachhaltigere Landwirtschaft zu unterstützen.
Forschung aus Jülich als Grundlage der Mission

Am Institut für Bio- und Geowissenschaften – Pflanzenwissenschaften (IBG-2) des Forschungszentrums Jülich wurden die wissenschaftlichen Methoden hinter dieser Messung über viele Jahre entwickelt. Mithilfe von Bodensensoren, Feldmessungen sowie Messkampagnen mit Drohnen und Flugzeugen haben die Forschenden Verfahren etabliert, die nun die Grundlage für die Beobachtungen aus dem All bilden.
Für viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Jülich ist der bevorstehende Satelliteneinsatz deshalb ein besonderer Meilenstein. Einige arbeiten bereits seit vielen Jahren – teilweise sogar seit Jahrzehnten – an den wissenschaftlichen Grundlagen der Mission. Lange war ungewiss, ob aus der ursprünglichen Forschungsidee tatsächlich eine ESA-Satellitenmission entstehen würde. Nun steht dieser Schritt unmittelbar bevor.
Wissenschaft sichtbar machen

Die Vorbereitungen auf den Start begleiten wir auch kommunikativ. Im Rahmen der Berichterstattung entstand unter anderem ein Interview mit Dr. Juliane Bendig, in dem sie erklärt, wie FLEX funktioniert und welche Rolle das Forschungszentrum Jülich innerhalb der Mission spielt.
Begleitend wurde ein eigener FLEX-Blog eingerichtet. Dort berichten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ihre Forschung, die Vorbereitungen auf die Mission und ihre Erfahrungen rund um den Satellitenstart – möglicherweise sogar direkt aus dem Kontrollzentrum.
FLEX zeigt eindrucksvoll, wie aus langfristiger Grundlagenforschung eine internationale Weltraummission entsteht – und wie moderne Erdbeobachtung dazu beitragen kann, die Gesundheit unserer Pflanzen und die Auswirkungen des Klimawandels besser zu verstehen.
Kontakt
- Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG)
- Pflanzenwissenschaften (IBG-2)
Raum 234
- Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG)
- Pflanzenwissenschaften (IBG-2)
Raum 223
- Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG)
- Pflanzenwissenschaften (IBG-2)
Raum 303
Prof. Dr. Uwe Rascher
Institutsleiter IBG-2
- Institut für Bio- und Geowissenschaften (IBG)
- Pflanzenwissenschaften (IBG-2)
Raum 402
