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Open-Access-Rahmenvertrag mit Frontiers

FAQs zum Nationalen Open-Access-Rahmenvertrag für Deutschland zwischen dem Forschungszentrum Jülich und Frontiers

Teaser Open Access Frontiers


  1. Worum geht es in diesem Rahmenvertrag?
  2. Warum ist dieser Rahmenvertrag wichtig?
  3. Was sind die Vorteile?
  4. Welche Einrichtungen können teilnehmen?
  5. Wie kann meine Einrichtung teilnehmen?
  6. Wir haben bereits eine individuelle institutionelle Mitgliedschaft bei Frontiers. Was wird damit geschehen?
  7. Welche Forschenden können davon profitieren?
  8. Wie werden Publikationen meiner Institution zugeordnet und Anspruchsberechtigung im Rahmen des Rahmenvertrags überprüft?
  9. Was sind die Kosten?
  10. Wie verhält sich die Publikationsgebühr – die APC ("Article Processing Charge") – dieses Rahmenvertrags im Vergleich zur PAR-Fee ("Publish-and-Read"), die für die Projekt-Deal-Vereinbarungen mit Subskriptionsverlagen verwendet wird?
  11. Meine Hochschule erhält aus dem DFG-Förderprogramm "Open Access Publizieren" Unterstützung für ihren Open-Access-Publikationsfond zur Deckung der Publikationskosten. Wie ist das mit dem Rahmenvertrag vereinbar?
  12. Meine Hochschule verfügt über einen Open-Access-Publikationsfond mit einer Obergrenze (unabhängig vom DFG-Programm) für APCs. Wie ist dies mit dem Rahmenvertrag vereinbar?
  13. Was sind die nächsten Schritte?


1) Worum geht es in diesem Rahmenvertrag?

Das Memorandum of Understanding (MoU), das am 17. Februar 2020 in Jülich zwischen dem Forschungszentrum Jülich und Frontiers unterzeichnet wurde, ist ein wichtiger erster Schritt, um noch in diesem Jahr einen nationalen Open-Access-Rahmenvertrag für Deutschland fertig zu stellen, mit dem Ziel, wissenschaftliche Forschung sofort frei zugänglich zu machen.

Unter dem Rahmenvertrag können Corresponding Authors, die teilnehmenden Einrichtungen angehören, in den Zeitschriften von Frontiers publizieren, ohne dass sie eine einzelne Rechnung zugestellt bekommen. Der vereinfachte und zentralisierte Rechnungsstellungsprozess wird direkt zwischen Frontiers und den Bibliotheken der Einrichtungen abgewickelt. Entsprechend der jeweiligen Gepflogenheiten wird die Bibliothek einer teilnehmenden Einrichtung die Kosten dann der Kostenstelle des Corresponding Authors in Rechnung stellen oder nicht.

Der Rahmenvertrag umfasst auch das von Frontiers bereitgestellte Reporting sowohl für die institutionelle Ebene als auch für die nationale Ebene.

Weitere Informationen finden Sie in der deutschen und englischen Pressemitteilung zum MoU sowie im MoU selbst.
Zenodo – Memorandum of Understanding concerning a National Open Access Publishing Framework for Germany (between Forschungszentrum Jülich GmbH and Frontiers Media SA) (17.02.2020)
Forschungszentrum Jülich – Pressemitteilung – Bekenntnis zu Open Science – Neuer Rahmenvertrag zwischen Forschungszentrum und Wissenschaftsverlag Frontiers (18.02.2020)


2) Warum ist dieser Rahmenvertrag wichtig?

Frontiers und das Forschungszentrum Jülich haben das gemeinsame Ziel, Wissenschaft frei zugänglich zu machen, und dieser erste Schritt hin zu einem endgültigen nationalen Rahmenvertrag zeigt das starke Engagement für den Übergang hin zu Open Science. Der Rahmenvertrag reduziert den administrativen Aufwand für Forschende bei der Veröffentlichung in Open-Access-Zeitschriften von Frontiers, senkt die Gesamtkosten deutscher Forschungsorganisationen für die Publikation wissenschaftlicher Artikel und macht die damit verbundenen Ausgaben transparenter.

Diese Ziele stehen auch im Einklang mit den strategischen Zielen der groß angelegten Open-Access-Transformation, wie sie von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen und der internationalen Initiative von Forschungsförderern, cOAlition S (coalition-s.org), definiert wurden, die vorschreibt, dass ab 2021 wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung resultieren, in Open-Access-Zeitschriften veröffentlicht werden müssen, die den Vorgaben entsprechen („compliant journals“).
cOAlition S


3) Was sind die Vorteile?

Die teilnehmenden deutschen Einrichtungen werden von Frontiers‘ Programm zur institutionellen Zusammenarbeit profitieren. Dieses Programm bietet dedizierte Arbeitsabläufe und Unterstützung für Mitarbeitende wissenschaftlicher Bibliotheken, die sich mit verlagsbezogenen Fragen und Publikationsgebühren (APCs) befassen, sowie eine zentrale Rechnungsstellung über die Bibliotheken oder andere Abteilungen der teilnehmenden Einrichtungen. Es gibt zudem auch Einblicke in die Nutzung und die Ausgaben für Open Access durch detaillierte Reports über die von den Forschenden der teilnehmenden Einrichtungen veröffentlichten Artikel. So kann Zeit gespart und Transparenz, Zuverlässigkeit der Kostenplanung und das Berichtswesen verbessert werden.

Der Rahmenvertrag bietet auch einen nationalen Rabatt für Deutschland, der allen teilnehmenden Forschungseinrichtungen zugutekommt.

Forschende werden weiterhin einen permanenten (offenen) Lesezugriff auf den gesamten Inhalt der Frontiers Zeitschriften und Zugang zu den Open Science Tools von Frontiers haben, einschließlich kollaborativem Peer-Review, Impact-Metriken für Artikel und Forschende sowie Tools für den wissenschaftlichen sozialen Austausch wie das Forschendennetzwerk Loop.


4) Welche Einrichtungen können teilnehmen?

Der Rahmenvertrag steht allen Einrichtungen offen, die für die Teilnahme an Projekt DEAL (projekt-deal.de)-Vereinbarungen berechtigt sind, also insgesamt mehr als 700 deutsche Einrichtungen, darunter Universitäten, Fachhochschulen und andere Forschungseinrichtungen.
Projekt DEAL – Bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage


5) Wie kann meine Einrichtung teilnehmen?

Im Moment sammeln wir Feedback von Forschungseinrichtungen (Frist für Rückmeldungen ist der 30.06.2020, siehe unten unter "Was sind die nächsten Schritte?").

Im Sommer wird ein Modellvertrag zwischen dem Forschungszentrum Jülich und Frontiers ausgearbeitet, und jede Einrichtung, die sich ab dem Beginn der Vereinbarung (01.01.2021) beteiligen möchte, kann sich bis zum 30.10.2020 dafür melden.

Wenn die Rahmenvereinbarung in Kraft getreten ist, können weitere Einrichtungen jederzeit beitreten mit der jährlichen Möglichkeit des Rücktritts (Opt-out).


6) Wir haben bereits eine individuelle institutionelle Mitgliedschaft bei Frontiers.
Was wird damit geschehen?

Der Rahmenvertrag stellt sicher, dass allen teilnehmenden deutschen Einrichtungen gleiche Bedingungen und Vorteile (wie z.B. der nationale Rabatt) geboten werden, und zielt darauf ab, alle derzeitigen individuellen Vereinbarungen zwischen Frontiers und den Einrichtungen zu ersetzen, die sich für eine Teilnahme an dieser nationalen Initiative entscheiden. Wenn Ihre Einrichtung bereits eine Mitgliedschaft mit Frontiers hat, wird sich Frontiers mit Ihnen in Verbindung setzen, um den Übergang zu besprechen, sobald der Rahmenvertrag in Kraft getreten ist.


7) Welche Forschenden können davon profitieren?

Teilnahmeberechtigt sind Corresponding Authors, die einer deutschen Einrichtung angegliedert sind, die diesem Rahmenvertrag beigetreten ist. Berechtigte Artikel sind Artikel, die von einem berechtigten Autor bei Frontiers eingereicht werden, für die die teilnehmende Organisation eine zentrale Rechnungsstellung über die Bibliothek vereinbart hat und die von Frontiers zur Veröffentlichung akzeptiert werden.


8) Wie werden Publikationen meiner Institution zugeordnet und Anspruchsberechtigung im Rahmen des Rahmenvertrags überprüft?

Die Artikel werden von Frontiers als potenziell berechtigt eingestuft (auf der Grundlage der vom Corresponding Author bei der Einreichung des Artikels eingegebenen Informationen zum Geldgeber, der Affiliation, der E-Mail-Adresse usw.) und die Einrichtung wird über diese in Frage kommenden Artikel informiert. Ein spezieller Workflow zur Überprüfung der Anspruchsberechtigung und der APCs ermöglicht es den Bibliotheken der teilnehmenden Einrichtungen, APCs zu überprüfen und zu verwalten.


9) Was sind die Kosten?

Die APCs der in Frage kommenden Artikel werden von Frontiers den jeweiligen Bibliotheken der teilnehmenden Einrichtungen in Rechnung gestellt, wobei die Einrichtung über den Verifizierungsprozess die Kontrolle behält.

Da die im nationalen Rahmenvertrag vorgesehenen Arbeitsabläufe den Publikationsprozess für berechtigte Artikel vereinfachen (standardmäßig handelt es sich dabei um Artikel von Corresponding Authors der teilnehmenden Einrichtungen), wird daher für Artikel, die innerhalb des Rahmenvertrags bearbeitet werden, ein nationaler Rabatt von 10% auf die APCs gewährt. Dieser Rabatt wird automatisch gewährt, nachdem die teilnehmende Einrichtung die Berechtigung für den Artikel bestätigt hat.

Die APCs von Frontiers variieren je nach Zeitschriftenkategorie und Artikeltyp. Mit der Weiterentwicklung der Zeitschriften können diese in andere Kategorien mit unterschiedlichen APCs übergehen. Als Teil des Rahmenvertrags wird Frontiers die Gebühren pro Kategorie während der Laufzeit des Vertrags nicht erhöhen.
Frontiers – About Frontiers – Publishing fees


10) Wie verhält sich die Publikationsgebühr – die APC ("Article Processing Charge") – dieses Rahmenvertrags im Vergleich zur PAR-Fee ("Publish-and-Read"), die für die Projekt-DEAL-Vereinbarungen mit Subskriptionsverlagen verwendet wird?

Eine PAR-Fee deckt die vom Verlag für einen einzelnen Artikel erbrachten Publikationsleistungen und den dauerhaften Lesezugang zu allen Artikeln in den unter die PAR-Vereinbarung fallenden Zeitschriften ab; dieser Lesezugang ist auf die teilnehmenden Einrichtungen beschränkt. Darüber hinaus deckt die PAR-Fee im Falle der DEAL-Vereinbarungen auch die Ausgaben der Max Planck Services GmbH und die Zahlungen für die Zugangsrechte zu Backfiles (Wiley) sowie eine Subventionierung für einige Gold OA-Zeitschriften (Springer Nature) ab.

Eine APC deckt hingegen die Publikationsleistungen für einen einzelnen Artikel ab und bietet einen universellen und permanenten Zugang, der weltweit uneingeschränkten Lesezugang für jeden ermöglicht.


11) Meine Hochschule erhält aus dem DFG-Förderprogramm "Open Access Publizieren" Unterstützung für ihren Open-Access-Publikationsfond zur Deckung der Publikationskosten. Wie ist das mit dem Rahmenvertrag vereinbar?

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt die deutschen Hochschulen durch eine befristete Förderung der Publikationskosten in Open-Access-Zeitschriften im Rahmen des Programms "Open Access Publizieren", um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Budgetprozesse beim Übergang zum Open-Access-Publikationsmodell neu zu organisieren.
Deutsche Forschungsgemeinschaft – Förderprogramm „Open Access Publizieren“

Die DFG hat entscheidend dazu beigetragen, die Universitäten mit den notwendigen Mitteln für die Finanzierung von Open-Access-Publikationen auszustatten. Zwar sind einige Universitäten bei der Finanzierung ihrer Open-Access-Mittel zur Deckung der APCs nach wie vor auf dieses DFG-Programm angewiesen, jedoch deckt dieses nicht immer die volle APC einiger Gold-Open-Access-Zeitschriften ab, darunter mehrere Zeitschriften von Frontiers. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass:

  • die DFG-Förderung eine Obergrenze von 2.000 € pro Artikel hat und keine Teilfinanzierung zulässt, und
  • die Mehrwertsteuer eingerechnet werden muss, so dass sich die verfügbaren Mittel eines vom DFG-Programm teilfinanzierten Open-Access-Fonds auf maximal 1.680 Euro (exkl. Mehrwertsteuer) pro Artikel beläuft.

Daraus ergibt sich eine maximale Gebühr, die über das DFG-Programm für einen Artikel in einer Open-Access-Zeitschrift gezahlt werden kann, die deutlich niedriger ist als bei herkömmlichen Publikationsmodellen wie dem Hybridmodell.

Es wäre wünschenswert, dass die DFG weiterhin Open-Access-Publikationen unterstützt, speziell die Förderung von "Pure-Publish"-Angeboten wie diesen Rahmenvertrag ermöglicht und eine Teilfinanzierung von APCs in Betracht zieht. Letzteres wird derzeit von anderen Konsortien in anderen Ländern erprobt und würde es den Hochschulen erleichtern, nur die Differenz zu zahlen, wenn sich ihre Forschenden für Zeitschriften mit einer höheren APC entscheiden.

Frontiers verwendet ein APC-Preisspektrum, das so konzipiert ist, dass es nachhaltig und integrativ ist (und beispielsweise die Verfügbarkeit von Open-Access-Fördermitteln in verschiedenen Forschungseinrichtungen berücksichtigt) – mit unterschiedlichen APC-Stufen für den Artikeltyp „Original Research Article“, die von 950 US-Dollar (ca. 850 Euro) bis 2.950 US-Dollar (ca. 2.600 Euro) reichen, wobei letztere nicht für eine Förderung durch die DFG in Frage kommen.

Für diejenigen deutschen institutionellen Mitglieder von Frontiers, die aktuell noch auf das DFG-Programm zur APC-Förderung angewiesen sind, haben das Forschungszentrum Jülich und Frontiers vereinbart, eine Übergangslösung zu suchen.


12) Meine Hochschule verfügt über einen Open-Access-Publikationsfond mit einer Obergrenze (unabhängig vom DFG-Programm) für APCs.
Wie ist dies mit dem Rahmenvertrag vereinbar?

Leider wird Frontiers nicht in der Lage sein, solche Obergrenzen zu berücksichtigen und befürwortet eine Überprüfung der APC-Politik Ihrer Einrichtung. Die Regelungen Ihrer Universität könnten dem Publikationsfond bspw. ermöglichen, die APC bis zu seiner Obergrenze zu decken, während Sie für den Rest eine andere Finanzierung benötigen.

Wir plädieren für einen transparenten Markt ohne Geheimhaltungsklauseln, auf dem alle Gebühren (für Gold OA / subskriptionsbasiert (Closed Access) / Hybrid / ... etc.) aus den gleichen Budgets bezahlt und öffentlich gemacht werden (insbesondere auch die Kosten für Subskriptions- und Hybridzeitschriften). Gold-Open-Access-Verlage bieten in der Regel die Transparenz in einer Gebührenrichtlinie, die es Forschenden und ihren Einrichtungen ermöglicht, fundierte Entscheidungen zu treffen.


13) Was sind die nächsten Schritte?

Aufgrund der Corona-Krise wurde der ursprüngliche Zeitplan gestreckt. Wir planen nunmehr wie folgt:

  • Deadline für Ihr Feedback / Ihre Fragen: 30.06.2020
  • 30.09.2020: Wir streben die Fertigstellung des Rahmenvertrages an
  • Startdatum: 01.01.2021 (angestrebt)
  • 07.12.2020 – Einführendes Webinar für Bibliotheksmitarbeitende aller Institutionen, die ab dem Startdatum teilnehmen (und sich bis zum 30.10. anmelden)
  • Ab 01.01.2021: Institutionen können in Zukunft jederzeit beitreten


Bitte senden Sie Ihre Fragen oder Kommentare in deutscher oder englischer Sprache bis zum 30.06.2020 an:
konsortium@fz-juelich.de


Open-Access-Rahmenvereinbarung mit FrontiersDas Forschungszentrum Jülich und der Open-Access-Verlag Frontiers unterzeichneten am 17. Februar 2020 ein Memorandum of Understanding für eine Open-Access-Rahmenvereinbarung für Deutschland. Forschungszentrum Jülich: Dr. Claudia Frick, Dr. Bernhard Mittermaier, Karsten Beneke; Frontiers: Ronald Buitenhuis, Frank Hellwig
Copyright: Forschungszentrum Jülich

Kontaktinformationen

Bitte senden Sie Fragen oder Kommentare in Deutsch oder Englisch an:
konsortium@fz-juelich.de

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu Frontiers finden Sie auf der Website von Frontiers oder im Fortschrittsbericht 2019 von Frontiers:
Frontiers
Frontiers – 2019 progress report

Weitere Informationen über das Forschungszentrum Jülich finden Sie auf der Website des Forschungszentrums Jülich:
Forschungszentrum Jülich


Forschungszentrum Jülich

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Forschungszentrum Jülich GmbH
Dr. Bernhard Mittermaier, Leiter Zentralbibliothek
Leo-Brandt-Straße
52428 Jülich
Nordrhein-Westfalen
Deutschland


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