Michael Saliba neues Mitglied von acatech

7. Januar 2026

Prof. Dr. Michael Saliba ist neues Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Der Wissenschaftler wurde von den Mitgliedern der Akademie gewählt und hat die Wahl angenommen. Die offizielle Aufnahmezeremonie findet im Oktober dieses Jahr statt. Mit der Wahl würdigt acatech Salibas herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Photovoltaik und der Materialwissenschaften.

Michael Saliba neues Mitglied von acatech
University of Stuttgart

acatech wird von Bund und Ländern gefördert und versteht sich als Stimme der Technikwissenschaften im In- und Ausland. Die Akademie berät Politik und Gesellschaft in technologiebezogenen Zukunftsfragen – etwa zu nachhaltiger Energieversorgung, Digitalisierung und industrieller Transformation. Die Mitgliedschaft ist ehrenamtlich und gilt als besondere Auszeichnung für wissenschaftliche Exzellenz.

Forschung an der nächsten Generation von Solarzellen

Michael Saliba forscht am Institut für Photovoltaik der Universität Stuttgart und ist am Forschungszentrum Jülich im Institute of Energy Materials and Devices – Photovoltaics (IMD-3) tätig. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen neuartige Solarzellen auf Basis sogenannter Perowskit-Materialien. Diese Halbleiter lassen sich kostengünstig herstellen und erreichen sehr hohe Wirkungsgrade. Ein zentrales Ziel seiner Forschung ist es, ihre Langzeitstabilität zu verbessern, damit sie über Jahrzehnte zuverlässig Strom liefern können.

Ein weiterer Schwerpunkt sind Tandem-Solarzellen, bei denen Perowskite mit klassischen Siliziumzellen kombiniert werden. Durch dieses „Stapeln“ verschiedener Materialien lässt sich ein breiteres Spektrum des Sonnenlichts nutzen – Wirkungsgrade, die mit Silizium allein nicht möglich wären, rücken so in greifbare Nähe. Darüber hinaus entwickelt Saliba neue Materialkonzepte, bei denen mehrere chemische Elemente gezielt kombiniert werden, um die Kristallstruktur der Perowskite auf atomarer Ebene zu stabilisieren.

Von der Grundlagenforschung zur Anwendung

Über die Photovoltaik hinaus erforscht der Physiker Anwendungen in der Optoelektronik, etwa für hocheffiziente LEDs, Laser oder neuartige Sensoren. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf der Übertragung von Laborergebnissen in die Praxis – von flexiblen Solarzellen, die sich wie eine „Solar-Farbe“ auf Oberflächen auftragen lassen, bis hin zu Anwendungen in der Raumfahrt.

International sichtbar und vielfach zitiert

Die internationale Sichtbarkeit seiner Forschung spiegelt sich auch in seinen Auszeichnungen wider: Michael Saliba wird seit acht Jahren in Folge in der Liste der „Highly Cited Researchers“ geführt. Diese Auszeichnung erhalten Wissenschaftler:innen, deren Publikationen weltweit besonders häufig zitiert werden und die damit zu den einflussreichsten Forschenden ihres Fachgebiets zählen. Saliba erhielt den Heinz-Meier-Leibnitz Preis der DFG, den EU-40 Materials Award der European Materials Research Society und den High Impact Award der Helmholtz-Gemeinschaft. Zuvor war er im Präsidium der Jungen Akademie und Vorsitzender der Global Young Academy.

Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung

Mit seiner Forschung verfolgt Michael Saliba das Ziel, grundlegende Materialwissenschaft mit industrieller Anwendung zu verbinden und so einen Beitrag zu einer nachhaltigen, bezahlbaren Energieversorgung zu leisten. Die Wahl in die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften unterstreicht die Bedeutung dieser Arbeiten weit über die Fachwelt hinaus.

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    Letzte Änderung: 08.01.2026