40 Jahre JET

EUROfusion feiert vier Jahrzehnte Fortschritt in der Fusionsenergie

23. Juni 2023

EUROfusion feiert den 40. Jahrestag des Joint European Torus (JET) – ein wichtiger Meilenstein für den weltweit größten und fortschrittlichsten Tokamak-Fusionsreaktor, der immer wieder Rekorde aufgestellt und unser Verständnis der Fusionsforschung vorangetrieben hat. Das Forschungszentrum Jülich ist seit Beginn des JET-Experiments mit wissenschaftlichen und technischen Beiträgen an dem Projekt beteiligt.

JET-Forscher und -Mitarbeiter feiern 40-jähriges Bestehen.
JET-Forscher und -Mitarbeiter feiern 40-jähriges Bestehen.
UKAEA

JET- Mitarbeiter und Forscher in ganz Europa feiern den Jahrestag heute, zwei Tage vor dem eigentlichen Datum des 40. Jubiläums des ersten JET-Plasmas am Sonntag, den 25. Juni. In der JET-Anlage in Großbritannien fand eine feierliche Zeremonie statt, unter anderem mit einer speziellen JET-Torte und einer Ausstellung mit 40 Tafeln, die die 40 Jahre des JET-Betriebs widerspiegeln.

Wartung und Inspektion von JET, 1996
Wartung und Inspektion von JET, 1996
EUROfusion / UKAEA

Seit seiner Gründung im Jahr 1983 ist JET Vorreiter bei der Suche nach sicheren, kohlenstoffarmen und nachhaltigen Fusionsenergielösungen zur Deckung des künftigen Energiebedarfs der Welt. Die Anlage nutzt Magnetfelder, um das Plasma einzuschließen und so die Fusion von Wasserstoffisotopen zu Helium und die Freisetzung von Fusionsenergie zu ermöglichen. Er arbeitet bei einer Temperatur von 150 Millionen Grad Celsius – zehnmal heißer als der Kern der Sonne. Als Vorläufer des internationalen ITER-Projekts ist der JET derzeit der einzige Tokamak-Reaktor der Welt, der mit Deuterium und Tritium betrieben werden kann, dem für künftige Fusionskraftwerke geplanten Brennstoffmix.

Das Forschungszentrum Jülich ist seit Beginn des Projekts an JET beteiligt und hat seine Mitarbeit in den letzten 25 Jahren immer weiter ausgebaut. Der wichtigste technische Beitrag der Jülicher Fusionsexperten ist die Entwicklung des „ITER-ähnlichen Wolfram-Divertors“, der dazu dient, das Plasma von Verunreinigungen zu befreien, und so eine kontinuierliche Fusionsreaktion möglich zu machen. Darüber hinaus haben die Jülicher Forscher zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse beigesteuert, etwa zu den Wechselwirkungen zwischen Plasma und Reaktorwand.

Joint European Torus

JET ist die zentrale Forschungseinrichtung des europäischen Fusionsprogramms und das größte und erfolgreichste Fusionsexperiment der Welt. Die JET-Anlage im englischen Culham und wird von mehr als 31 europäischen Forschungseinrichtungen gemeinsam genutzt.

Im Dezember 2021 erzielten die Forscher des EUROfusion-Konsortiums am JET einen Rekord von 59 Megajoule an anhaltender Fusionsenergie.

Wichtige Meilensteine für JET
Wichtige Meilensteine für JET
UKAEA

Während seiner Laufzeit hat JET entscheidende Erkenntnisse über die komplexen Mechanismen der Fusion geliefert. Diese ermöglichten den Wissenschaftlern die Planung des internationalen Fusionsexperiments ITER und des Demonstrationsfusionskraftwerks DEMO, das derzeit von der europäischen Fusionsgemeinschaft entwickelt wird.

JET tritt nun in seine letzte Phase ein und wird die Vorbereitungen für den Betrieb von ITER mit abschließenden Experimenten in diesem Jahr unterstützen, bevor es zur ersten Fusionsenergieanlage der Welt wird, die stillgelegt und wiederverwendet wird. Die von JET durchgeführten wertvollen Forschungsarbeiten werden die Entwicklung der Fusionsenergie weltweit weiter vorantreiben.

Ansprechpartner

  • Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK)
  • Plasmaphysik (IEK-4)
Gebäude 10.14 /
Raum 3012
+49 2461/61-4659
E-Mail
  • Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK)
  • Plasmaphysik (IEK-4)
Gebäude 09.1 /
Raum 028A
+49 2461/61-6611
E-Mail

Dr. Regine Panknin

Pressereferentin

    Gebäude 15.3 /
    Raum R 3028
    +49 2461/61-9054
    E-Mail

    Letzte Änderung: 23.06.2023