Potenzial von KI voll ausschöpfen

Fokus KI: Internationale Helmholtz AI Conference in Düsseldorf

Krebs besser erkennen, Naturkatastrophen voraussehen und das Wetter zuverlässig vorhersagen – das sind nur einige Beispiele für das Potenzial Künstlicher Intelligenz. KI kann die Zukunft verbessern. Die Helmholtz AI Conference: AI for Science möchte diese Entwicklung unterstützen. Sie ermöglicht Wissensaustausch zwischen den Helmholtz-Einrichtungen, aber auch Partnern aus der Industrie und weiteren Forschungseinrichtungen und bietet die Gelegenheit, aktuelle Forschung und neue KI-Lösungen kennenzulernen. Hauptveranstalter der Konferenz, die vom 12. – 14. Juni in Düsseldorf stattfindet, sind Helmholtz Munich und das Forschungszentrum Jülich.

Potenzial von KI voll ausschöpfen
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„Die Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz sind rasend schnell. KI ist ein starker Motor für Veränderung, nicht nur in der Wissenschaft, sondern für alle Bereiche in der Gesellschaft. In Jülich arbeiten wir bereits seit über zehn Jahren an und mit Künstlicher Intelligenz. Wir haben die Rechenpower für die Entwicklung und das Training großer KI-Modelle, kluge Köpfe, die sowohl KI entwickeln als auch anwenden, und die Daten aus unseren verschiedenen Forschungsdomänen. Diese besondere Verbindung nutzen wir für den Aufbau einer starken europäischen KI-Community“, sagt Prof. Astrid Lambrecht, Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich, die bei der Eröffnungsveranstaltung am 12. Juni die Teilnehmenden begrüßen wird.

Ina Brandes, Wissenschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, nimmt ebenfalls an der Konferenz teil: „Künstliche Intelligenz ist bereits heute fester Bestandteil in unserem Alltag. Ich bin sicher, sie wird uns in vielen Bereichen helfen, das Leben der Menschen sicherer und angenehmer zu machen: mit neuen, individuell auf jede Patientin und jeden Patienten zugeschnittenen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Mit smarten Lösungen für bessere und saubere Mobilität. Mit intelligenten Energiespeichern und mit neuen effizienten Lehr- und Lernmethoden für unsere Studentinnen und Studenten. Gleichzeitig geht die rasante Entwicklung der KI mit ethischen Herausforderungen einher. Auch deshalb investieren wir als Land Nordrhein-Westfalen in die KI-Forschung, um ein Gegengewicht zu den amerikanischen Großkonzernen zu schaffen, für die ethische Erwägungen nicht im Vordergrund stehen.“

Künstliche Intelligenz in Jülich

Am Forschungszentrum Jülich schaffen Wissenschaftler:innen die Grundlagen, um Künstliche Intelligenz zu nutzen, indem sie KI-Modelle entwickeln und verbessern. Sie nutzen KI bereits in unterschiedlichen Fachbereichen, wie den Lebenswissenschaften, der Medizin oder den Neurowissenschaften. So hilft KI beispielsweise beim Erkennen von Hirntumoren. Forschende aus Jülich, Heidelberg und Köln haben den Deep-Learning-Algorithmus JuST_BrainPET* entwickelt, der Hirntumore auf Scans automatisch identifiziert und ihr Volumen bestimmt. Die KI ist schneller als Fachärzt:innen und ihre Ergebnisse stimmen sehr gut mit den Werten überein, die Expert:innen aus Scans ermitteln können. Auch in der Wetter- und Klimaforschung kommen mittlerweile KI-Modelle zum Einsatz. Am Jülicher Institute for Advanced Simulation werden für die Wettervorhersage KI-Modelle genutzt, die nicht wie klassische Prognosemodelle auf physikalischen Gleichungssystemen beruhen. Stattdessen werden sie mit historischen Wetterdaten trainiert und lernen so aus der Vergangenheit.

Das Forschungszentrum Jülich will gemeinsam mit Partnereinrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft eine neue Generation von KI-Basismodellen für die Wissenschaft erschaffen. Die Vorhaben leisten Pionierarbeit bei der Entwicklung sogenannter Foundation Models, um die Anwendung von KI in der Wissenschaft auf eine neue Ebene zu heben. Die Arbeiten sind Teil der neu ins Leben gerufenen Helmholtz Foundation Model Initiative (HFMI), die mit insgesamt rund 23 Millionen Euro durch die Helmholtz-Gemeinschaft gefördert wird.

Das Jülich Supercomputing Centre beherbergt Deutschlands leistungsstärksten KI-Rechner JUWELS: Auf JUWELS laufen mittlerweile rund 60 Projekte, die Methoden der KI und des maschinellen Lernens einsetzen, beispielsweise das Sprachmodell OpenGPT-X oder das Bildmodell der deutschen LAION-Initiative. Auch KI-Modelle für die Analyse von ultra-hochaufgelösten Mikroskopie-Bildern des menschlichen Gehirns für die europäische Wissenschaftsinfrastruktur EBRAINS gehören zu den Projekten, die mit JUWELS gerechnet werden. Zusätzlich wird diesen Winter JUPITER, Europas erster Exascale-Rechner, ans Netz gehen – mit einer Trillion Rechenoperationen pro Sekunde eine der stärksten KI-Maschinen der Welt.

Neben klassischer Hardware entwickeln die Jülicher Forschenden auch neue Technologien für KI, etwa das neuromorphic Computing. Neuromorphe Computer haben das menschliche Gehirn als Vorbild. Sie arbeiten mit Bauteilen, die Informationen über einen bestimmten Widerstandswert speichern und gleichzeitig verarbeiten können. Außerdem lassen sich diese Bauteile an herkömmliche Mikroelektronik anschließen, sehr gut miniaturisieren und sind energieeffizient.

Konferenz und Prologue Day am Forschungszentrum Jülich

In der Helmholtz AI Conference: AI for Science stehen neben Vorträgen, Podiumsdiskussion und Poster Session auch interaktive Formate wie eine Unconference und ein World Cafe auf dem Programm.

Am Donnerstag, den 13. Juni, findet eine Local Session statt, in der Wissenschaftler:innen aus NRW ihre Forschung präsentieren. Wissenschaftsministerin Ina Brandes wird an der Sitzung mit einem Grußwort teilnehmen.

Bereits einen Tag vor Beginn der Hauptkonferenz lädt das Forschungszentrum Jülich zu einem Prologue Day auf seinen Campus ein: Neben Laborführungen und einer Campustour werden Tutorials, Workshops und Hackathons angeboten. Das bietet die Möglichkeit, in bestimmte Themen der angewandten KI einzutauchen und praktische Lernerfahrungen zu sammeln.

Über Helmholtz AI

KI bestimmt unser Leben immer stärker. Helmholtz AI möchte Künstliche Intelligenz demokratisieren und weiterentwickeln, um das KI-Potenzial zur Lösung der großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu nutzen. Die interdisziplinäre Plattform fördert die Zusammenarbeit der 18 Helmholtz-Zentren untereinander und mit anderen Forschungseinrichtungen weltweit.

Weitere Infos:

https://go.fzj.de/haicon24_prologue_day
https://haicon24.de/
Meldung: "Neue KI-Grundlagenmodelle für die Wissenschaft"

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    Letzte Änderung: 11.06.2024