Eine Hand hält eine leuchtende Kugel mit Symbolen für Natur, Technologie und Nachhaltigkeit. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-03-04)

Maßnahmen für mehr Klimaschutz und Energieeffizienz

Wir entwickeln Maßnahmen, um Klimaschutz sowie einen nachhaltigen und effizienten Umgang mit Ressourcen in die Anwendung zu bringen. So entwickeln wir Lösungen zur klimafreundlichen Nutzung von Energie.

Wärmevollversorgungszentrale

Ein Industriegebäude mit mehreren hohen Schornsteinen vor einem blauen Himmel und grünem Gras im Vordergrund. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-03-17)

Seit dem 1. April 2023 ist die WVVZ offiziell in Betrieb. Das Herzstück der über 50 Meter langen Anlage am Süd-Ring sind drei Blockheizkraftwerke mit insgesamt 13.000 KW Leistung jeweils für Wärme und Strom. Hier werden etwa 1,5 Millionen Kubikmeter Erdgas im Monat verbrannt. Mit der WVVZ können betriebs- und versorgungssicher Wärme erzeugt werden, aber auch Strom und Kälte. Geplant ist, etwa 90 % des Strombedarfs am Campus zu decken, also jährlich bis zu 90 Gigawattstunden.
Um noch klimafreundlicher zu werden, kann künftig auch aufbereitetes Biogas eingespeist werden. Gemeinsam mit der Jülicher Energieforschung testet das Team des Bereichs T-MZ zudem bereits, wie sich am FZJ erzeugter Wasserstoff geregelt beimischen lässt. So wollen wir den Erdgasverbrauch für den Campus weiter reduzieren. Mit der WVVZ kann die Wärmeversorgung des Campus deutlich nachhaltiger werden. Im Vergleich zur Fernwärme können im Jahr so vermutlich rund 15 % CO₂ eingespart werden.

Jülicher Reallabor für zukünftige Energiesysteme

Eine Karte mit mehreren farbigen Symbolen, die verschiedene Geräte und Systeme an unterschiedlichen Standorten darstellen. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-03-17)

Das Living Lab Energy Campus (LLEC) wurde 2018 gegründet und dient als Plattform zur Entwicklung moderner Energieversorgungssysteme. Dabei werden intelligente Regelungsstrategien für Wärme, Strom, Energiespeicher und Mobilität getestet. Auf dem Campus werden hierfür verschiedene Energie-Demonstratoren wie Wasserstoff-Technologien, Lithium-Ionen-Batterien und Photovoltaiksysteme installiert und über eine intelligente Steuerungsplattform miteinander vernetzt. So entsteht ein Reallabor, in dem die unterschiedlichen Komponenten und ihr Zusammenspiel unter realen Bedingungen getestet werden. Unser gemeinsames Ziel ist die Entwicklung eines intelligenten Energiesystems, das die Themen Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Benutzerkomfort gleichermaßen integriert. Das LLEC und alle Beteiligten leisten einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen zukünftiger Energiesysteme.

Energieeffizientes Supercomputing

Ein schmaler Gang mit weißen Wänden, die ein wellenförmiges schwarz-weißes Muster aufweisen, und einem hellen Boden. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-03-04)

Mit JUPITER betreibt das Forschungszentrum Jülich am Jülich Supercomputing Centre (JSC) seit 2025 den ersten europäischen Supercomputer der Exascale-Klasse. JUPITER wird die Forschung zu zentralen Nachhaltigkeitsthemen entscheidend voranbringen. Hierzu zählt die Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme – etwa durch die Optimierung von Stromnetzen, die Simulation neuartiger Energiespeicher-Materialien und die Modellierung künftiger Wasserstofftechnologien. JUPITER ist mit besonders energieeffizienten Prozessoren ausgestattet und wird mit Ökostrom betrieben. Mit mehr als 60 Milliarden Rechenoperationen pro Watt ist er 2025 das energieeffizienteste System unter den fünf schnellsten Supercomputern weltweit laut TOP500-Liste. Mit seiner hocheffizienten Warmwasserkühlung sind JUPITER und die zugehörige Infrastruktur darauf ausgelegt, die im Betrieb erzeugte Abwärme zum Heizen von Gebäuden zu nutzen und soll mittelfristig einen substanziellen Anteil des Wärmebedarfs am Jülicher Campus decken. Der Energieverbrauch, in diesem Fall von Ökostrom, und eine mögliche Wärmerückgewinnung waren bei JUPITER schon während der Beschaffung wichtige Themen. Die JUPITER-Hardware bietet verschiedene Möglichkeiten zur Energieoptimierung.

Projekt „ExaHeat“

Ein Diagramm zeigt zwei große, blaue Kästen, die durch Leitungen mit einem Gebäude verbunden sind, sowie zwei Fotos von technischen Anlagen. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-03-04)

Der Exascale-Computer „Jupiter“ auf unserem Campus dringt in ganz neue Leistungsbereiche vor. Das Wort Exa beschreibt dabei die Fähigkeit, eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde durchzuführen. Dazu benötigt der Computer jedoch eine elektrische Leistung von ca. 18 MW. Mit Inbetriebnahme des Rechners erhöht sich der Stromverbrauch des Forschungszentrums erheblich. Gleichzeitig erzeugt der Rechner eine entsprechende Menge an Abwärme, die prinzipiell nutzbar ist. Um die Abwärme des Exascale-Rechners für den Campus nutzbar zu machen, startete 2023 das Projekt „ExaHeat“ des Fachbereichs Intelligent Campus (TB-X). Die gesamte Anlage soll so gebaut werden, dass zukünftige Erweiterungen der Abwärmenutzung bis auf zunächst 50 % möglich sind. Das Projekt sieht die Errichtung einer Abwärmezentrale vor, um zunächst 20 % (3,6 MWp) der Abwärme nutzbar zu machen. Mithilfe der Installation innovativer Industriewärmepumpen wird die Temperatur von ca. 43 °C auf ca. 100 °C angehoben. Dadurch ist eine Senkung der CO₂-Emissionen im Wärmesektor um bis zu 15 % möglich.

Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien

Eine große Freifläche mit zahlreichen Solarmodulen, dahinter ein Gebäude und Bäume. (Mistral: Pixtral Large 2411, 2026-03-04)

Auf dem Campus Jülich erzeugen seit einigen Monaten rund 3.000 Solarmodule grünen Strom. Die 8.500 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage mit einer installierten Leistung von 1,1 Megawatt ist Teil des Real Labors Living Lab Energy Campus (LLEC) des Forschungszentrums Jülich (FZJ). Das Projekt zielt darauf ab, Lösungen für zukünftige Energiesysteme zu entwickeln und unter realen Bedingungen zu testen. Die damit größte PV-Anlage des FZJ ist 2024 als Teil von Jülichs Reallabor in Betrieb gegangen. Bislang wurden im Projekt viele kleinere PV-Systeme installiert, meist in Form von Dachanlagen, aber auch als gebäudeintegrierte Fassaden-PV, PV-Oberlicht oder „Solar Walkway“. Die neue Anlage befindet sich als Freiflächenanlage auf einem ehemaligen Reaktorgelände. Dadurch unterstützt sie die Erreichung der Klimaziele des Forschungszentrums und fördert den Übergang zu nachhaltigen Energiesystemen. Mit einem aktuellen Jahresertrag von rund 800 MWh trägt die Photovoltaik-Anlage zusammen mit anderen PV-Anlagen zur Einsparung von ca. 200 Tonnen CO₂ pro Jahr bei.

Letzte Änderung: 30.07.2026